VfB- und Bayern-Fans nutzen Pokalfinale für massive Kritik am DFB

In der ersten Halbzeit des DFB-Pokalfinales zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Bayern München hatten die Fans beider Mannschaften bereits vereinzelte Bengalos gezündet, gefolgt von Ansagen des Stadionsprechers. Doch mit Beginn der zweiten Halbzeit starteten die Anhänger einen großen Protest gegen den Deutschen Fußball-Bund und sorgten für eine minutenlange Unterbrechung.
Ein großes Banner mit dem durchgestrichenen Logo des DFB machte den Anfang und wanderte mit Wiederbeginn über die Gegentribüne. Dazu hielten beide Fanlager Dutzende Spruchbänder hoch, in denen sie dem DFB und der Innenministerkonferenz (IMK) Populismus und Intransparenz vorwarfen und eine Paralleljustiz gegen Fußballanhänger anprangerten. „Wir kämpfen gegen alles, wofür ihr steht“, war im VfB-Block zu lesen. Dazu skandierten beide Fanlager im Wechselgesang: „Scheiß DFB!“
In den vergangenen Monaten hatte es bereits häufig Proteste gegen angeblich geplante Verschärfungen der Sicherheitsvorkehrungen in Fußballstadien gegeben. Während die Politik dies mit einem vermeintlichen Anstieg an Gewalt und Straftaten in den Stadien begründet, sehen Fanvereinigungen keinen Anlass dafür, da deutsche Fußballstadien sehr sicher seien.
Doch der Protest im Olympiastadion, beim größten Einzelevent des deutschen Fußballs. endete nicht mit Spruchbändern. Beide Kurven zündeten massiv Pyrotechnik. Dicker Rauch sammelte sich vor allem bei den VfB-Fans am Marathontor. Auf dem Spielfeld köpfte Harry Kane die Münchner mit der ersten großen Chance in Führung, doch danach ging erst mal nichts mehr.
Schiedsrichter Sven Jablonski unterbrach das Spiel wegen der schlechten Sicht, der Stadionsprecher rief die Fanlager auf, das Abbrennen von Pyrotechnik zu unterbrechen. Doch es dauerte fünf Minuten, bis es weiterging und auch dann hielt sich der Rauch noch wie ein grauer Schleier im Olympiastadion.
