Erneut ukrainischer Angriff auf Öllager in Russland
Das ukrainische Militär hat erneut ein Öllager im russischen Noworossijsk ins Visier genommen. Im russisch besetzten Luhansk ist die Zahl der Toten nach einem ukrainischen Angriff laut örtlichen Behörden auf elf gestiegen.
Die russische Ölinfrastruktur bleibt weiter Ziel ukrainischer Attacken. In der Hafenstadt Noworossijsk am Schwarzen Meer brach nach einem Angriff ein Brand in einem Öllager aus. Herabfallende Drohnen-Trümmer hätten das Feuer ausgelöst, das zudem mehrere Hafengebäude erfasst habe, teilte der Bürgermeister Andrej Krawtschenko im Onlinedienst Telegram mit. Es habe zwei Verletzte gegeben. Die für Russlands Kriegswirtschaft wichtigen Anlagen der Ölindustrie in Noworossijsk waren bereits wiederholt Ziele ukrainischer Drohnenangriffe.
Die Ukraine hat zudem ihre Drohnenangriffe gegen Ziele im russischen Hinterland massiv ausgeweitet. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden in der Nacht zu Samstag 348 ukrainische Drohnen abgeschossen – unter anderem über den Regionen Belgorod, Kursk, Brjansk, Wolgograd, Perm, Moskau, Rostow sowie über der von Russland annektierten Halbinsel Krim. Von unabhängiger Seite ist diese Zahl nicht überprüfbar. Zu Treffern machte das Ministerium wie üblich keine Angaben.
Die ukrainischen Luftstreitkräfte wiederum berichteten von 124 russischen Drohnenangriffen. 102 Flugobjekte seien unschädlich gemacht worden, teilte die Flugabwehr mit. Infolge der russischen Angriffe seien zwölf Einschläge von Kampfdrohnen an neun Orten sowie herabfallende Trümmer an fünf Orten registriert worden, hieß es.
Zehn Tote in Region Luhansk gemeldet
Unterdessen stieg einen Tag nach einem ukrainischen Angriff im russisch besetzten Gebiet Luhansk die Zahl der Toten auf elf, wie das russische Zivilschutzministerium mitteilte. Es seien weitere Leichen aus den Trümmern eines Studierendenwohnheims in der Stadt Starobilsk gezogen worden. Insgesamt gebe es 48 Verletzte. Laut den örtlichen Behörden werden noch zehn Studentinnen und Studenten vermisst. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte dem ukrainischen Militär gestern einen „Terrorakt“ vorgeworfen.
Der ukrainische Generalstab erklärte dagegen, seine Streitkräfte hätten ein Hauptquartier einer russischen Militäreinheit bombardiert, das sich im Gebiet der Stadt Starobilsk befinde. Der Angriff habe sich nicht gegen Zivilisten gerichtet.
Konfliktparteien als Quelle
Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
