SpaceX: Elon Musk feiert Starship-Test vor Börsengang
Die Starship-Rakete hob um 18:30 Uhr Ortszeit ab. Nach knapp drei Minuten lösten sich die beiden Stufen plangemäß voneinander. Die untere Stufe kehrte zurück zur Erde und tauchte im Golf von Mexiko ein. Die obere Stufe setzte ihren Flug fort und brachte mehrere Satelliten ins All, bevor sie nach etwas mehr als einer Stunde wieder in die Erdatmosphäre eintrat und im Indischen Ozean landete, wo sie wie erwartet explodierte. Nicht alles bei dem Flug verlief nach Plan. So fiel zum Beispiel sowohl in der unteren als auch in der oberen Raketenstufe ein Triebwerk aus.

Wiederverwendbare und leistungsstarke Rakete
Dem Flug am Freitag kam enorme Bedeutung zu. Er fand nur wenige Wochen vor dem geplanten Börsengang von SpaceX statt. Erst in dieser Woche hat das Unternehmen seinen Börsenprospekt vorgelegt und darin die Bedeutung der Starship-Rakete unterstrichen. In sie fließt fast das gesamte Budget für Forschung und Entwicklung in der Raumfahrtsparte von SpaceX. Im vergangenen Jahr waren das 3,0 Milliarden Dollar, im ersten Quartal dieses Jahres 930 Millionen Dollar. Diese hohen Ausgaben sind ein maßgeblicher Grund dafür, warum SpaceX im Raumfahrtgeschäft derzeit einen Verlust ausweist. Insgesamt hat das Unternehmen bislang mehr als 15 Milliarden Dollar in die Starship-Rakete investiert.
Starship ist die größte und leistungsstärkste Rakete, die jemals gebaut worden ist. Sie ist rund 120 Meter lang und besteht aus zwei Teilen, die untere Stufe „Super Heavy“ und das eigentliche Starship-Raumschiff. Beide Stufen sind konzipiert, um einmal wiederverwertbar zu sein. SpaceX plant außerdem, beide Raketenstufen zur Startrampe zurückkehren und dort von riesigen Greifarmen auffangen zu lassen. Dieses Manöver ist bei früheren Tests mit der ersten Stufe schon geglückt, war aber diesmal nicht vorgesehen.
SpaceX hat die Starship-Rakete zum ersten Mal 2023 abheben lassen. Der erste Test endete mit einer Explosion, wie auch einige der späteren Flüge. Einige Testflüge waren aber auch schon weitgehend erfolgreich und pannenfrei, darunter auch der elfte und bislang letzte im vergangenen Oktober. Eigentlich war damit gerechnet worden, dass der zwölfte Flug schon viel früher stattfindet, aber es kam dann wiederholt zu Verzögerungen. Anfang März sagte Musk noch, der nächste Test werde in vier Wochen sein.

Internetverbindung aus dem All
Im Börsenprospekt sagt SpaceX, Starship solle noch im zweiten Halbjahr 2026 erstmals Nutzlasten ins Weltall bringen. Das ist nach Auffassung von Fachleuten äußerst ambitioniert.
SpaceX will die Rakete für vielerlei Zwecke nutzen. Beispielsweise sollen mit ihr Starlink-Satelliten transportiert werden, die Internetverbindungen aus dem Weltall liefern. Starlink ist ein immer wichtigeres Geschäft für SpaceX und steht für mehr als die Hälfte des Umsatzes. Es ist auch die einzige Sparte des Unternehmens, die derzeit profitabel ist.
Neben seinem eigenen Starlink-Geschäft will SpaceX Starship auch für die NASA fliegen lassen. Eine Variante der Rakete soll als Landefähre genutzt werden, wenn die US-Raumfahrtbehörde im Rahmen ihres Programms Artemis wieder Astronauten zum Mond bringt. Im Moment ist eine Mondlandung für 2028 vorgesehen, wobei die NASA auch erwägt, statt Starship eine Landefähre des SpaceX-Wettbewerbers Blue Origin zu verwenden. Wie es im Börsenprospekt heißt, könnte Starship eines Tages auch für „ultraschnelle“ Langstreckenflüge zwischen Städten auf der Erde eingesetzt werden.
Die Bedeutung der Starship-Rakete für SpaceX lässt sich auch daran ablesen, dass sie unter den im Börsenprospekt üblichen Risikofaktoren an erster Stelle genannt wird. Dort heißt es, Verzögerungen in der Entwicklung von Starship könnten die „Wachstumsstrategie“ des Unternehmens behindern.
SpaceX wird voraussichtlich im Juni an die Börse gehen. Das Unternehmen will dabei Medienberichten zufolge rund 75 Milliarden Dollar einsammeln, mehr als jemals ein Börsendebütant zuvor. Space strebt angeblich eine Marktkapitalisierung von 1,75 Billionen Dollar an und würde damit aus dem Stand zu den zehn wertvollsten börsennotierten amerikanischen Unternehmen gehören. Elon Musk dürfte durch den Börsengang von SpaceX auf dem Papier zum Billionär werden.
