USA: Tulsi Gabbard tritt als US-Geheimdienstchefin zurück
US-Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard hat ihren Rücktritt eingereicht. Der Grund ist eine Krebserkrankung ihres Mannes, wie Gabbard auf X mitteilte. Sie müsse sich aus dem öffentlichen Dienst zurückziehen, um »voll und ganz« an seiner Seite zu sein. Sie sei dankbar für das Vertrauen, das US-Präsident Donald Trump ihr entgegengebracht habe. Bis Ende Juni will sie noch im Amt bleiben.
Trump äußerte auf seiner Onlineplattform Verständnis für Gabbards Entscheidung. Als Geheimdienstkoordinatorin habe sie »Unglaubliches« geleistet. Ihr Stellvertreter Aaron Lukas solle nach ihrem Ausscheiden vorerst Gabbards Nachfolge antreten.
Gabbard ist die vierte Frau, die binnen Monaten aus dem Kabinett von Präsident Donald Trump ausscheidet. Im März hatte Trump zunächst Heimatschutzministerin Kristi Noem
entlassen, im April folgte Justizministerin Pam Bondi. Wenige Wochen
später erklärte auch Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer ihren
Rücktritt. Die Zahl der Frauen in Trumps Kabinett ist damit von
anfänglich acht auf nur noch vier geschrumpft.
In den vergangenen Wochen hatte es Medienberichte gegeben, wonach Trump überlegt haben soll, Gabbard zu ersetzen. Demnach warf er ihr vor, im Irankrieg die Position der Regierung nicht ausreichend zu unterstützen. Im Blickpunkt stand auch Gabbards Einstellung zur Frage, ob vom
iranischen Atomprogramm eine direkte Bedrohung für die USA ausgehe – eine Behauptung, mit der Trump seinen Kriegseintritt begründete.
Als Geheimdienstkoordinatorin steht Gabbard an der Spitze der
US-Nachrichtendienste und fungiert als Hauptberaterin des Präsidenten in
nachrichtendienstlichen Angelegenheiten. Sie hatte das Amt zu Beginn
von Trumps zweiter Amtszeit Anfang 2025 angetreten.
Gabbard war eine umstrittene Figur in der US-Politik. In der
Vergangenheit hatte sie Sympathie für Russland bekundet, den inzwischen
gestürzten syrischen Machthaber Baschar al-Assad getroffen und den
Whistleblower und ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden
unterstützt, der das Ausmaß weltweiter Überwachungsprogramme, insbesondere
durch US-amerikanische Dienste, öffentlich gemacht hatte.
