Reformbereitschaft in der Bevölkerung gering


ZDF-Politbarometer Grafik "Große Probleme bei Rente, Arbeitsmarkt, Gesundheit: Grundlegende Reformen, die auch zu Belastungen führen …"

Grundlegende Reformen sieht eine sehr klare Mehrheit als wichtig an.

Quelle: ZDF


Angesichts großer Probleme in vielen Bereichen wie bei Rente, Arbeitsmarkt oder Gesundheit, halten mit 89 Prozent die weitaus meisten Befragten grundlegende Reformen in Deutschland für wichtig, auch wenn diese zu finanziellen Belastungen und Einschnitten führen (nicht wichtig: neun Prozent, Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils „weiß nicht“).

Gleichzeitig gibt es aber erhebliche Zweifel an der Reformbereitschaft in unserem Land: Nur 23 Prozent gehen davon aus, dass die Bereitschaft für solche Reformen groß ist. Drei Viertel (75 Prozent) glauben nicht, dass hierfür bei uns alles in allem eine hohe Bereitschaft vorhanden ist. Persönlich würden drei Prozent der Befragten für grundlegende Reformen sehr große und 29 Prozent große Belastungen in Kauf nehmen. Weitere 43 Prozent wären zu nicht so großen und 23 Prozent zu keinen Belastungen bereit.

ZDF-Politbarometer Grafik "Für grundlegende Reformen würde ich persönlich … Belastungen hinnehmen?"

Nur rund ein Drittel würden für grundlegenden Reformen auch größere eigene Belastungen hinnehmen.

Quelle: ZDF


Zweifel an Reformpaket der Regierung – weiter viel Unzufriedenheit

Die Bundesregierung hat angekündigt, bis zum Sommer Reformen bei Steuern, Arbeitsmarkt und Rente vorzulegen. Dass dies so kommen wird, meinen jedoch nur 24 Prozent der Befragten, 75 Prozent und Mehrheiten in allen Parteianhängergruppen glauben das nicht. Zudem bleibt die Unzufriedenheit mit Regierung und Kanzler auf Rekordniveau: Für 71 Prozent der Befragten leistet die schwarz-rote Koalition eher schlechte, nur für 25 Prozent eher gute Arbeit, darunter mehrheitlich lediglich die Anhänger der CDU/CSU. Mit der Arbeit von Friedrich Merz sind 26 Prozent der Deutschen eher zufrieden, für 71 Prozent macht er einen eher schlechten Job.

 Ein Bewohner sitzt mit seinem Rollator auf einem Flur in einem Pflegeheim.

Pflege ist extrem teuer. Immer weniger Menschen können das finanziell alleine stemmen, häufig muss der Staat Zuschüsse zahlen. Die Kosten explodieren. Ohne Reform droht das System zu kollabieren.

17.05.2026 | 4:23 min


Projektion: AfD weiter vor Union

Union und SPD erhalten weiterhin nur relativ wenig Zustimmung: Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU nur noch auf 24 Prozent (minus eins), ihr schlechtester Wert seit vier Jahren. Auch die AfD würde einen Punkt verlieren, aber mit 26 Prozent (minus eins) nach wie vor vorne liegen.

Die SPD würde auf ihrem Rekordtief von zwölf Prozent verharren und die Grünen könnten sich mit 15 Prozent (plus zwei) verbessern. Die Linke könnte mit 12 Prozent (plus eins) rechnen und die FDP mit drei Prozent (unverändert). Alle anderen Parteien bekämen zusammen acht Prozent (minus eins), darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erreichen würde. Mit diesem Ergebnis hätte Schwarz-Rot keine Mehrheit.

David-1-Politbarometer
Quelle: ZDF


Top Ten: Viele Tiefstwerte

Die Hälfte der Politiker und Politikerinnen auf der Top Ten Liste fallen bei der Beurteilung nach Sympathie und Leistung („Was halten Sie von?“) auf ihren jeweiligen Tiefstwert. So auch Verteidigungsminister Boris Pistorius, der nach wie vor auf dem ersten Platz liegt. Er wird auf der Skala von +5 bis -5 mit einem Durchschnittswert von 1,3 (hier und im Folgenden Vergleichswert von Anfang Mai: 1,8) beurteilt, auf Platz zwei Cem Özdemir mit 1,0 (1,0). Es folgen Johann Wadephul mit seinem bisher schlechtesten Wert von 0,1 (0,4) und Heidi Reichinnek, die sich mit minus 0,2 (minus 0,8) deutlich verbessert und drei Plätze nach vorne rückt.

Danach kommen Lars Klingbeil, mit einem persönlichen Tiefstwert von minus 0,7 (minus 0,2), Bärbel Bas mit minus 0,7 (minus 0,7) und Markus Söder mit minus 1,0 (minus 0,6). Friedrich Merz fällt auf seine bisher schlechteste Bewertung von minus 1,7 (minus 1,3), genauso wie Katherina Reiche, ebenfalls mit minus 1,7 (minus 1,5). Schlusslicht bleibt Alice Weidel mit minus 2,6 (minus 2,2).

SGS Zimmermann-Slomka

Die Spitzen von CDU, CSU und SPD berieten unlängst über anstehende Reformvorhaben der Regierung. „Es wird der große Bogen gespannt“, sagt ZDF-Hauptstadtkorrespondentin Diana Zimmermann.

12.05.2026 | 2:28 min


Mögliche AfD-Landesregierung: Mehrheit erwartet negative Folgen für Deutschland

Im Herbst stehen erneut Landtagswahlen an. Wenn die AfD in einem der ostdeutschen Bundesländer dann den Ministerpräsidenten stellen würde, fänden das rund zwei Drittel (67 Prozent) der Befragten und Mehrheiten in allen Parteianhängergruppen, außer der der AfD, schlecht. 20 Prozent, darunter 88 Prozent der AfD-Anhänger, fänden einen Ministerpräsidenten der AfD gut und elf Prozent aller Befragten wäre das egal.

Würde die AfD in einem ostdeutschen Bundesland die Regierung stellen, wären die Auswirkungen für Deutschland insgesamt nach Meinung von 65 Prozent eher negativ, für 16 Prozent wäre das eher positiv und nach Ansicht von 15 Prozent hätte das deutschlandweit keine großen Folgen. 72 Prozent der Deutschen sehen in der AfD eine Gefahr für die Demokratie, darunter 74 Prozent der Befragten im Westen und 61 Prozent der Befragten im Osten. Insgesamt gut ein Viertel (26 Prozent) sieht das nicht so.

Symbolbild: Parteilogo der AfD

Die AfD liegt vor der Wahl in Sachsen-Anhalt in den Umfragen weit vorn. Deshalb fordern mehrere Innenminister nun Vorkehrungen für den Fall eines AfD-Siegs. Sie sehen ein Sicherheitsrisiko.

18.05.2026 | 1:03 min


Große Mehrheit: Iran-Krieg schadet Wirtschaft in Deutschland

Für 91 Prozent der Befragten schadet der Krieg zwischen den USA und Iran der Wirtschaft in Deutschland stark, für nur acht Prozent ist das nicht der Fall.

Aufgrund dieses Krieges kam es bei uns in einigen Bereichen zu deutlichen Preissteigerungen. Bei 52 Prozent der Befragten führt das nach eigenen Angaben zu starken finanziellen Belastungen, 47 Prozent sehen sich persönlich dadurch finanziell nicht so stark oder gar nicht belastet.

Schaltgespräch mit Sina Mainitz und Moderation

Der Iran-Krieg hat die Hoffnungen auf einen Wirtschaftsaufschwung zunichte gemacht. Die EU-Kommission halbierte ihre Wachstumsprognose für Deutschland auf 0,6 Prozent. Sina Mainitz berichtet.

21.05.2026 | 1:02 min


China baut Vorsprung als führende Weltmacht aus

Bei der Frage, wer zukünftig die bestimmende Macht in der Welt sein wird, zeigt sich im Vergleich zu vor drei Jahren ein klarer Bedeutungszuwachs für China und ein ebensolcher Verlust für die USA. So lag im Februar 2023 für knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent) hier China vorne und für ein Drittel (33 Prozent) die USA; lediglich acht Prozent nannten Europa und nur ein Prozent Russland.

Jetzt sehen 62 Prozent in China die künftig führende Weltmacht, nur noch 22 Prozent nennen hier die USA. Europa (sieben Prozent) und Russland (zwei Prozent) spielen nach Meinung der Deutschen hier weiter keine wesentliche Rolle.

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 19. bis 21. Mai 2026 bei 1.340 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch und online erhoben. Dabei wurden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent rund +/-zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU 23 Prozent, AfD 19 Prozent, SPD 13 Prozent, Grüne 23 Prozent, Linke 14 Prozent, FDP drei Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, den 5. Juni 2026. Informationen zur Methodik der Umfrage sowie zu den genauen Frageformulierungen finden Sie unter www.forschungsgruppe.de.


Über dieses Thema berichtet die Sendung „Politbarometer“, online verfügbar am 22.05.2026 um 15:30 Uhr, im ZDF am 22.05.2026 um 22:25 Uhr.



Source link

Ähnliche Beiträge