Kritik an Kanzler Merz: Unzufriedenheit mit Regierung wächst


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Sehen Sie hier die Sendung Markus Lanz vom 20. Mai 2026.

20.05.2026 | 74:27 min


Seit einem Jahr ist Friedrich Merz Bundeskanzler – und die Kritik wächst. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage sind nur noch 13 Prozent der Bürgerinnen und Bürger mit seiner Arbeit zufrieden, die Bundesregierung erreicht sogar nur 11 Prozent.

Trotz dieser schlechten Werte und der schlechten Stimmung im Land sprach Merz bei einem Besuch der SPD-Bundestagsfraktion von „einem guten Jahr für uns“.

Am Mittwochabend wollte Markus Lanz vom stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Sepp Müller, wissen, wen konkret der Bundeskanzler denn mit „für uns“ gemeint habe. „Für den Kanzler? Für die Union? Für die Regierung? Fürs Land? Für wen?“

Merz (R) und der Fraktionsvorsitzende des Bundestags Matthias Miersch (L) der Sozialdemokratischen Partei (SPD) nehmen an einer Pressekonferenz

Die schwarz-rote Koalition agierte zuletzt im Krisenmodus. Bundeskanzler Merz will bei einem Besuch in der SPD-Fraktion für mehr Gemeinsamkeit und weniger öffentliche Konflikte sorgen.

19.05.2026 | 1:37 min


Müller: Kein gutes Jahr ohne Wirtschaftswachstum

Der CDU-Politiker Sepp Müller „ging davon aus“, dass Friedrich Merz damit die Europäische Union und das „Außenstanding von Deutschland“ meinte.

Ich gehe fest davon aus, dass Friedrich Merz dort die Außenpolitik gemeint hat. Innenpolitisch müssen wir besser werden.

Sepp Müller, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundesfraktion

Müller sagte, insbesondere beim Wirtschaftswachstum sei man nicht da, wo man hinwolle. Deshalb könne es insgesamt kein gutes Jahr für Deutschland gewesen sein. Innenpolitisch müsse man mehr liefern. Man brauche Wirtschaftswachstum.

„Ich kann den Unmut [der Bevölkerung] vollkommen verstehen, weil wir eine Erwartungshaltung geweckt haben, gemeinsam in der Verantwortungskoalition zwischen Sozialdemokraten und Union“, so Müller.

Immer wieder betonte der Politiker, dass das vergangene Jahr außenpolitisch sehr erfolgreich war. „Was außenpolitisch gelaufen ist, ist sehr gut. Mercosur, Indien, die Europäische Union geeint. Wir sind beim Verbrenner-Aus wieder zurück.“

Merz (R) und der Fraktionsvorsitzende des Bundestags Matthias Miersch (L) der Sozialdemokratischen Partei (SPD) nehmen an einer Pressekonferenz

Kanzler Merz hat erstmals die SPD Fraktion besucht – nach Streit in der Koalition wollen Union und SPD wieder geschlossen auftreten.

19.05.2026 | 1:16 min


Quadbeck bezeichnet Merz-Aussage als „Quatsch“

Daraufhin wollte Markus Lanz von der Chefredakteurin des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“, Eva Quadbeck, wissen, ob das „Realitätsverweigerung“ des stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sei. Die Journalistin antwortete:

Im Regierungsviertel – das macht ja nicht nur die Union so – hat sich eine Sportart breitgemacht, dass man alles schönredet.

Eva Quadbeck, Chefredakteurin Redaktionsnetzwerks Deutschland

Quadbeck sagte, das Jahr sei natürlich nicht gut gewesen. Die Regierung habe erheblich an Vertrauen verloren. Die Wirtschaftsdaten seien schlecht, und es stünden Landtagswahlen bevor, die an die Substanz der Demokratie gehen könnten. Quadbeck sagte, es sei natürlich Quatsch, wenn der Kanzler sagt: ‚Das war ein gutes Jahr‘.

Das war in Teilen ein verlorenes Jahr, weil die Koalition nicht schnell genug gearbeitet hat.

Eva Quadbeck, Chefredakteurin RND

Sie erklärte, die Regierung habe ihre Versprechen nicht erfüllen können. Zudem sei es ihr nicht gelungen, den Menschen so etwas wie Hoffnung zurückzugeben. Das liege auch daran, dass sie nicht habe kommunizieren können, welches die tatsächlichen Probleme seien, die sich aus der internationalen Krisenlage für Deutschland ergäben.

Und dann kommt noch der desolate Zustand der Koalition dazu.

Eva Quadbeck, Chefredakteurin RND

DGB Bundeskongress

Kanzler Merz hat auf dem Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbunds Bereitschaft zu weitreichenden Reformen eingefordert. Begleitet wurde seine Rede von Pfiffen und Buhrufen.

12.05.2026 | 2:56 min


Banaszak sieht großen Vertrauensverlust in die Regierung

Zu den schlechten Umfragewerten von Regierung und Kanzler befragt, sagte der Co-Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Felix Banaszak:

Regieren ist schwierig in dieser Zeit. Ob jetzt eine andere Regierung bei 80 Prozent Zustimmung wäre und nicht bei 80 Prozent Ablehnung, weiß ich nicht.

Felix Banaszak, Co-Versitzender von Bündnis 90/Die Grünen

Banaszak weiter: „Ich glaube, der große Vertrauensverlust kommt daher, dass die Kluft zwischen dem, was eigentlich notwendig wäre, was die Bedürfnisse sind, was die Erwartungen, auch die Versprechungen waren, und dem, was am Ende rauskommt, einfach unfassbar groß geworden ist.“

Der Koalitionsausschuss will am 30. Juni zusammenkommen, um ein umfangreiches Reformpaket auf den Weg zu bringen. Banaszak nannte diesen Termin „der neue Countdown“ oder „Showdown“.

Am 30. Juni werde es Banaszak zufolge ein großes Reformpaket geben, das Rente, Arbeitsmarkt, Digitalisierung und Bürokratieabbau umfasse. Es sei der eine Tag, an dem alle Probleme Deutschlands gelöst werden sollen – eine Erwartung, die die Regierung in diesem Arbeitsmodus jedoch kaum erfüllen könne.

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Über dieses Thema berichtete „Markus Lanz“ am 20.05.2026 ab 22:45 Uhr.



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