Möglicher Einsatz in der Straße von Hormus: Pistorius lässt Minenräumer ins Mittelmeer verlegen


Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius spricht in Berlin nach einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe.

Bundesverteidigungsminister Pistorius (IMAGO / Andreas Gora / IMAGO / Andreas Gora)

Pistorius zufolge sollen ein Minensucher sowie ein Führungs- und Versorgungsschiff entsandt werden. „Um Zeit zu sparen, haben wir uns entschieden, einen Teil der deutschen Einheiten frühzeitig ins Mittelmeer zu verlegen, um dann nach Mandatsbeschluss keine weitere Zeit zu verlieren“, erklärte der Minister. Ähnlich sei er bereits im Vorfeld der EU-Marinemission „Aspides“ im Roten Meer vorgegangen, was den dortigen Einsatzstart erheblich beschleunigt habe.

Bedingungen für Einsatz am Persischen Golf

Die deutsche Marine sei gut darin, Minen aufzuspüren und zu räumen, betonte der Minister. Dies könne zu einer freien und sicheren Schifffahrt in der Meerenge beitragen. Ein tatsächlicher Einsatz am Persischen Golf ist Pistorius zufolge jedoch an strikte Bedingungen geknüpft. Voraussetzung sei zuallererst ein Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit dem Iran. Zudem erinnerte der Minister daran, dass ein solcher Einsatz nur mit einem Mandat des Bundestags möglich sei.

Mit Blick auf ein internationales Mandat zog Pistorius eine Ausweitung des bestehenden Mandats der EU-Mission „Aspides“ im Roten Meer in Betracht. Diese dient dem Schutz der Schifffahrt vor Angriffen der proiranischen Huthi-Miliz aus dem Jemen. Die EU-Außenminister beschlossen den Einsatz im Februar 2024 vor dem Hintergrund des Gaza-Krieges.

Dem Iran wird vorgeworfen, im Rahmen seiner Blockade der Straße von Hormus Minen ausgelegt zu haben. Unter Führung Frankreichs und Großbritanniens bereitet ein internationales Bündnis einen möglichen Marineeinsatz nach einem Ende der Kampfhandlungen vor. Bundeskanzler Merz hatte angeboten, dass Deutschland sich an der Sicherung der Schifffahrt in der für den Welthandel wichtigen Meerenge beteiligen könnte.

Diese Nachricht wurde am 25.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



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