Marktbericht: Anleger hoffen auf Impulse beim G7-Treffen


Blick auf das Börsenparkett der Frankfurter Börse.

Stand: 18.05.2026 • 07:47 Uhr

Kriegssorgen und schwache Konjunkturdaten aus China setzen die Börsen unter Druck. Während Ölpreise und Anleiherenditen steigen, hoffen Anleger auf neue Impulse beim Treffen der G7-Finanzminister.

Der DAX dürfte mit Verlusten in die neue Woche starten – und damit an den schwachen Freitag anknüpfen. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex 0,8 Prozent tiefer auf 23.758 Punkte. Das Tief lag in der Nacht sogar unter 23.700 Punkten.

DAX profitiert von Berichtssaison

Am deutschen Aktienmarkt richtet sich der Blick der Anlegerinnen und Anleger inzwischen wieder stärker auf die weltpolitischen Risiken. Nach dem Ende der Berichtssaison fehlen neue Unternehmensimpulse, die die Kurse stützen könnten. Der DAX dürfte sich daher angesichts der anhaltenden Unsicherheiten schwertun.

Dabei hatte die Bilanz der DAX-Konzerne zuletzt durchaus Lichtblicke geliefert. Trotz rückläufiger Umsätze konnten die 40 Unternehmen ihre Gewinne im ersten Quartal steigern.

Finanzbranche besonders stark

Besonders stark präsentierte sich die Finanzbranche. Banken und Versicherer profitierten vom hohen Zinsniveau sowie von der hohen Volatilität an den Märkten. Die Gewinne des Sektors stiegen laut EY um 15,9 Prozent. Industrieunternehmen kamen dagegen lediglich auf ein Plus von 0,5 Prozent.

Die höchsten Quartalsgewinne erzielten die Deutsche Telekom mit 5,8 Milliarden Euro, die Allianz mit 4,5 Milliarden Euro und Eon mit 3,9 Milliarden Euro. Verluste meldeten dagegen nur Zalando und die Porsche Automobil Holding.

Gleichzeitig zeige sich innerhalb des DAX ein sehr unterschiedliches Bild. Während Finanzunternehmen von hohen Zinsen und stabilen Geschäften profitierten, litten viele Industrieunternehmen unter der schwachen Weltkonjunktur und den geopolitischen Belastungen.

Schwache Wirtschaftsdaten aus China

Derweil hält auch die Nervosität an den asiatischen Börsen an: Die Spannungen im Nahen Osten und schwache Konjunkturdaten aus China haben die Märkte zum Wochenstart belastet. Dort konnte die Industrieproduktion im April mit vier Prozent weniger zulegen als erwartet. Die Einzelhandelsumsätze stiegen nur noch um 0,2 Prozent und die Autoverkäufe brachen gar um fast 22 Prozent ein.

An den asiatischen Börsen gaben die Kurse heute deutlich nach. Etwa in Tokio verlor der japanische Leitindex Nikkei 0,9 Prozent und fiel auf 60.843 Punkte.

Nervosität am asiatischen Anleihemarkt

Die Unsicherheit zeigt sich auch am Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen stieg auf 2,8 Prozent, den höchsten Stand seit Oktober 1996. Hintergrund sind Pläne der Regierung, zusätzliche Schulden aufzunehmen, um die gestiegenen Energiekosten infolge des Krieges abzufedern. Asiatische Länder bekommen die Auswirkungen des Iran-Kriegs besonders stark zu spüren.

Ölreserven könnten schrumpfen

Auch am Ölmarkt verschärft sich die Lage. Neue Drohnenangriffe in der Region sowie die Schließung der Straße von Hormus ließen die Preise kräftig steigen. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 1,9 Prozent auf 111,35 Dollar je Barrel. Analysten von Capital Economics warnten, dass eine länger anhaltende Blockade der wichtigen Schifffahrtsroute die weltweiten Ölreserven rasch schrumpfen lassen könnte.

Wichtigste Finanzminister kommen zusammen

Vor diesem Hintergrund kommen heute auch die Finanzminister der G7-Staaten zusammen. Im Mittelpunkt des Treffens stehen die wirtschaftlichen Folgen des Nahost-Konflikts sowie mögliche Auswirkungen auf den Welthandel und die Energieversorgung. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil warnte bereits vor einer „ernsthaften Bedrohung für die Weltwirtschaft“.

Bei dem Treffen bis Dienstag soll es außerdem um Welthandel, kritische Rohstoffe, Entwicklungsländer sowie den Kampf gegen Terrorismusfinanzierung und organisierte Kriminalität gehen. Auch die weitere Unterstützung der Ukraine steht auf der Tagesordnung.

SpaceX plant Rekord-Börsengang

Während geopolitische Risiken die Märkte belasten, sorgt an anderer Stelle ein möglicher Rekord-Börsengang für Aufmerksamkeit. Medienberichten zufolge will Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX am 12. Juni an die Börse gehen. Nach Informationen des Wall Street Journal könnten dabei bis zu 80 Milliarden Dollar eingesammelt werden. Damit wäre es der bislang größte Börsengang überhaupt.

Möglicher Auftakt für weitere IPOs

Im Zuge der Transaktion werde SpaceX insgesamt mit rund 1,25 Billionen Dollar bewertet, berichteten mehrere Medien. Beobachter sehen darin möglicherweise den Auftakt für ein außergewöhnlich starkes IPO-Jahr. Denn auch der ChatGPT-Entwickler OpenAI sowie dessen Konkurrent Anthropic sollen milliardenschwere Börsengänge vorbereiten.



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