ESC-Finale 2026 live im Ticker: Sarah Engels singt als Zweite – und wackelt stimmlich ein wenig – Medien


12 Punkte für …? Zum siebzigsten Mal findet an diesem Samstagabend der Eurovision Song Contest statt. 25 Songs treten im großen Finale des Musikwettbewerbs in Wien an, darunter auch der deutsche Song „Fire“ von Sarah Engels. Rund um den eigentlich betont unpolitischen ESC gibt es wie auch in den vergangenen Jahren allerdings politische Verwerfungen, vor allem wegen der Teilnahme Israels. Die Rundfunkanstalten aus Spanien, Irland, Slowenien, Island und den Niederlanden treten beim diesjährigen Song Contest deshalb nicht an. Dieser Abend verspricht also nicht nur musikalisch turbulent zu werden.

Unsere Autorinnen und Autoren nehmen Sie mit – aus Wien und vor dem Fernseher – durch Stunden voller Windmaschinen, großer Gefühle und Goldregen.

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02 Deutschland

Noch seltener als Show-Opener gewinnen Songs von Startplatz Zwei. Das dürfte aber nicht die einzige Hürde für den deutschen Beitrag sein. Sarah Engels versucht mit „Fire“ wirklich alles, aber der Song ist und bleibt eben ein eher generischer Popsong. In der Halle zündet der Beitrag besser als vor dem Fernseher, im übertragenen Sinne und auch wortwörtlich: Wahrscheinlich kein anderer Auftritt brennt heute so viel Pyrotechnik ab wie der Deutsche.

Vor ein paar Wochen habe ich Sarah Engels übrigens getroffen, dabei ist dieses Porträt entstanden: 

Ann-Marlen rät dazu, während des „Professor Eurovision“-Segments aufs Klo zu gehen. Ich finde: Malta auch ein guter Moment dafür.

11 Tschechien

Die meisten Menschen verbinden den Song Contest mit eingängigen Texten und Melodien, dem klassischen Ohrwurmcharakter eben. Tschechien setzt mit „Crossroads“ in diesem Jahr mehr auf das Künstlerische, als auf Radiotauglichkeit. Der Song fängt langsam an und gewinnt dann immer mehr an Intensität, wirkt aber nur dann, wenn man sich beim Hören wirklich darauf einlässt. Daniel Žižka, ausgebildeter Musicaldarsteller, singt von der Selbstfindung, düster, fesselnd und sehr authentisch. Allerdings: Das Lied könnte die ein oder anderen vielleicht ein wenig zu sehr an den Sieger-Beitrag vom letzten Jahr erinnern. 

Aurelie von Blazekovic

Lordi! Das erinnert mich an meinen liebsten Moment aus der ESC-Geschichte, von denen wir heute noch ein paar einstreuen wollen. Bei mir also Lordi mit „Hard Rock Hallelujah“, 2006 war das. Die Band sah mit ihren Kostümen und Masken aus, als käme sie aus einer Geisterbahn, die von den Orks aus „Herr der Ringe“ inspiriert war. Der Song war, klar, hard rock, und maximal entfernt von den in Ballkleidern dargebotenen Powerballaden oder freundlichen dahin singenden Bands der Zeit (Deutschland im selben Jahr: Texas Lightning mit „No No Never“) – und gewann völlig zu Recht den Abend. Möge es heute einen ähnlich unangepassten Gewinner geben.

10 Malta 

Rein vom Titel her könnte man annehmen, dass Malta mit „Bella“ in diesem Jahr einen italienischsprachigen Beitrag zum ESC schickt. Stattdessen singt Aidan abgesehen von der wiederkehrenden Zeile „Che Bella“ auf Englisch und maltesisch. Wer diese Schöne ist, die da besungen wird, dazu gibt es verschiedene Interpretationen. Ist es die Heimat? Die Liebe an sich? Auf jeden Fall geht es um eine vergangene Beziehung, die vielleicht doch noch mal eine zweite Chance erhalten könnte. Eine nostalgische Western-Ballade mit reduzierter Bühnenshow. Romantisch und schön. 

Michael Schnippert

Delta Goodrem mit einer Ballade, Lavina mit Progressive Metal und Aidan mit einem Pop-Song – und das alles binnen 15 Minuten. Das ist die Bandbreite, die man am ESC lieben muss.

Stefan Niggemeier

Wenn man nicht genau hinsieht, könnte man denken, es regnet auf die serbische Band. Und wenn man dann auch noch nicht genau hinhört, könnte man denken, es ist „Durch den Monsuuuuun“. Lordi trifft Tokio Hotel trifft Rammstein.

09 Serbien

2017 schickte Deutschland die Sängerin Levina mit ihrem Popsong „Perfect Life“ zum ESC und wurde Vorletzte. Neun Jahre später schickt Serbien nun Lavina: Nur ein Buchstabe Unterschied, aber im Sound liegen die Acts meilenweit auseinander. „Kraj mene“ (dt.: Neben mir) ist ein theatralischer Metal-Song, den Lavina im Lack-und-Leder-Outfit performt. Ein gutes Beispiel dafür, wie vielfältig Eurovision-Musik sein kann. Man denke nur an Lordi 2006 mit „Hard Rock Hallelujah“… 

Michael Schnippert

Ein Flügel in Österreich? Das gab es doch schon vor elf Jahren in Wien, bei The Makemakes brannte ein Flügel. Allerdings verzichtet Australien anders als der Gastgeber damals auf Feuer im Klavier, stattdessen fährt Delta Goodrem eine Empore aus dem goldglitzernden Flügel hoch und beendet ihre Power-Ballade mit viel – nun ja – Power.

Bin ich die einzige, die dieses „Professor Eurovision“-Segment nicht ausstehen kann? Es wirkt so statisch und gar nicht ESC-typisch. Das soll vermutlich der Moment sein, in dem alle Zuschauer einmal kurz zur Toilette huschen können. Aber das hätte man doch auch cooler machen können.

Delta Goodren könnte übrigens Deutschlands größte Hoffnung sein: Sollte Australien gewinnen, wird der nächste ESC nicht in Melbourne oder Sydney ausgetragen, sondern irgendwo in Europa. Australien muss sich dann ein Partnerland suchen, das den Wettbewerb für sie veranstaltet. Und warum sollte das nicht Deutschland sein? 

08 Australien

Australien schickt eine Pop-Ballade zum ESC, die sowohl gefühlvoll als auch tanzbar ist. Kein Geheimnis, dass das beim ESC gut ankommt. Und dann auch noch mit Delta Goodrem, in Australien längst ein Megastar und entsprechend geübt in Live-Auftritten. Da ist viel Céline Dion drin, in ihrer Performance, sie wechselt bei „Eclipse“ zwischen ruhigen Sequenzen mit Klavierbegleitung zu kraftvollen Energieausbrüchen, klimpert kurz am Klavier und steigt dann sogar auf ihr Instrument. Eine auf Hochglanz polierte Pop-Ballade, die die ESC-Buchmacher bereits in der Top 3 sehen. 

Erste Musikpause

Zum ersten Mal gibt es eine kleine Pause zwischen den Acts. Zeit mal, durchzuschnaufen. Doch gleich wird man zur Geschichte des ESC geschult. Fühlt sich leider so an, wie Mathe in der 9. Stunde. Geht zum Glück gleich weiter. Mit Australien – eine Favoritin!

Sendepause im Kaffeehaus

Das Café Eiles, ums Eck vom Wiener Rathaus, veranstaltet eine ESC-Watchparty mit großem Bildschirm und einem Lautsprecher, der die Bässe in die 1901 eröffnete Kaffeehausinstitution drückt. Ausgerechnet bei Startnummer 2 (Sarah Engels) versagte der Livestream. Die Gäste, Deutsche, Österreicher, Briten, Italiener, zückten ihre Handys. Sarah kam hier auch auf den kleinen Screens an, die letzten Sekunden ihrer Performance waren dann wieder auf dem großen Schirm zu sehen. Applaus! Applaus!

Michael Schnippert

Kommt Ihnen das Muster von Akylas auch bekannt vor? Ein kleiner Tipp: Fred Feuerstein.



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