Ukraine News: 24 Tote nach russischem Angriff auf Wohnhaus in Kiew – Politik
Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Selenskij-Vertrauter wegen Korruptionsverdacht in U-Haft
Russland überzieht Ukraine mit massivem Luftangriff
Lettland: Drohnen-Vorfall lässt Regierung platzen
Slowakei schließt kurzzeitig alle Grenzübergänge zur Ukraine
Tote bei russischem Drohnenangriff im Westen der Ukraine
Kiew trauert nach russischem Angriff um 24 Tote
Nach ukrainischen Behördenangaben wurden landesweit Dutzende Wohnhäuser beschädigt. Auch das Umland von Kiew sowie die Gebiete Charkiw und Odessa wurden schwer getroffen.
Im Südosten Kiews wurde ein neunstöckiges Wohnhaus getroffen und gänzlich zerstört. Infolge des Luftangriffs wurden 24 Menschen getötet. Das teilte der nationale Rettungsdienst am Freitagmorgen nach Abschluss der 28-stündigen Bergungsaktion aus den Trümmern des Wohnhauses mit. Unter den Toten seien drei Minderjährige. 48 Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt.
Bericht: Drei Tote bei ukrainischen Angriffen auf russische Raffinerie
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff sind nach russischen Behördenangaben in der Stadt Rjasan mindestens drei Menschen getötet und zwölf verletzt worden. Zwei Wohnblocks und ein Industriebetrieb seien beschädigt worden, teilte der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge Pawel Malkow, Gouverneur der Region südöstlich von Moskau, mit. Bei dem Industriebetrieb handelte es sich nach Berichten auf Telegramkanälen um die Raffinerie von Rjasan, nach Branchenangaben die drittgrößte in Russland. Dort sei ein großer Brand beobachtet worden. Das Verteidigungsministerium in Moskau berichtete von einem ungewöhnlich großen Drohnenangriff der Ukraine auf viele russische Regionen in der Nacht. 355 feindliche Flugobjekte seien abgeschossen worden, hieß es. Solche Militärzahlen sind nicht im Detail zu überprüfen.
Selenskij-Vertrauter wegen Korruptionsverdacht in U-Haft
In der Ukraine hat das Oberste Anti-Korruptions-Gericht Untersuchungshaft gegen den früheren ukrainischen Präsidialamtschef Andrij Jermak angeordnet, berichtet die dpa. Die Haft gelte für zunächst 60 Tage, Jermak habe die Möglichkeit, gegen Kaution auf freien Fuß zu kommen, teilte der Richter am Morgen mit. Jermak und fünf anderen Verdächtigen wird Geldwäsche bei einem Luxusbauprojekt vorgeworfen.
Die ukrainischen Anti-Korruptionsbehörden hatten Jermak am Montag offiziell als Verdächtigen in einem Geldwäscheskandal eingestuft. Dabei geht es um ein Luxus-Wohnprojekt und eine Summe von 10,5 Millionen Dollar, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters: Zum ersten Mal betreffen Ermittlungen damit den innersten Zirkel um Selenskij. Jermak galt lange als die zweitmächtigste Person in der Ukraine und als rechte Hand des Präsidenten. Der 54-jährige frühere Filmproduzent war zudem der führende Unterhändler Kiews bei Friedensgesprächen mit Russland. Jermaks Anwalt wies die Anschuldigungen als haltlos zurück. Selenskij selbst hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert.
In den vergangenen Wochen hatte der Skandal neue Brisanz erhalten, als ukrainische Medien und Oppositionspolitiker mutmaßliche Abhörprotokolle von Minditsch veröffentlichten. Darin soll Reuters zufolge unter anderem von Immobilien sowie Personen namens „Andrij“ und „Wowa“ – die Kurzform von Wolodimir – die Rede gewesen sein. Für den Ruf des Präsidenten könnte sich die Angelegenheit als äußerst schädlich erweisen. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits eine Kaution von vier Millionen Dollar für Jermak gefordert.
Russland überzieht Ukraine mit massivem Luftangriff
Bereits am Mittwoch hatte Russland nach ukrainischen Angaben mehr als 800 Drohnen eingesetzt. Mindestens sechs Menschen wurden getötet, Dutzende verletzt. Ungewöhnlich ist, dass die russische Armee auch tagsüber etliche Luftangriffe ausführte. Gewöhnlich finden diese in der Nacht statt.
Präsident Wolodimir Selenskij bezeichnet die Angriffe als „Terror“ und verweist auf den zeitlichen Zusammenhang mit dem China-Besuch von US-Präsident Donald Trump. Er hoffe, dass Trump auf Peking einwirkt, damit China seine Unterstützung für Russlands Angriffskrieg beendet. Kremlsprecher Dmitri Peskow fordert erneut, die Ukraine solle ihre Truppen aus dem Gebiet Donezk abziehen. Kiew lehnt Gebietsabtretungen an Russland kategorisch ab.
Lettland: Drohnen-Vorfall lässt Regierung platzen
Der Fraktionschef der Progressiven, Andris Suvajevs, forderte Präsident Edgars Rinkevics auf, umgehend Konsultationen zur Bildung einer neuen Regierung aufzunehmen. Silina könne entweder zurücktreten oder ein Misstrauensvotum abwarten, sagte Suvajevs. Die oppositionelle Vereinte Liste kündigte der Nachrichtenagentur BNS zufolge an, einen entsprechenden Antrag im Parlament einzubringen und bereit zu sein, die nächste Regierung zu führen.
Silina erklärte auf der Plattform X, sie berate sich mit ihrer Mitte-Rechts-Partei sowie dem grünen Koalitionspartner über das weitere Vorgehen. Rinkevics wird sich dem Sender LSM zufolge am Freitag mit allen Fraktionen treffen. In der Regierungskoalition gab es schon seit längerem Meinungsverschiedenheiten – ihr Fortbestand stand wiederholt auf der Kippe. Silina hatte zuvor erklärt, dass im Falle eines Austritts der Progressiven aus der Koalition eine Übergangsregierung ihre Arbeit aufnehmen werde. Lettland wählt am 3. Oktober ein neues Parlament.
Unterdessen kündigte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij an, Experten nach Lettland zu entsenden, um das Land beim Schutz seines Luftraums zu unterstützen. Man wolle Erfahrungen austauschen und direkte Hilfe leisten, um Europas Verteidigung zu stärken, erklärte Selenskij.
Slowakei schließt kurzzeitig alle Grenzübergänge zur Ukraine
Der slowakische TV-Nachrichtensender TA3 berichtete allerdings schon kurz danach unter Berufung auf die Polizei, die Übergänge seien nach etwa zwei Stunden wieder geöffnet worden. Die Schließung sei von der Ukraine ausgegangen, die slowakischen Behörden hätten darauf nach Absprache reagiert. Aus ukrainischen Quellen erfuhr der Sender schließlich, dass offenbar russische Drohnenangriffe im grenznahen Gebiet Karpato-Ukraine der Anlass für die Grenzschließung durch die ukrainischen Behörden gewesen war.
Tote bei russischem Drohnenangriff im Westen der Ukraine
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij sprach zu Beginn der Welle von mehr als 100 russischen Drohnen im Luftraum und später von mehr als 800. Russland setze seine Angriffe rücksichtslos fort und nehme dabei gezielt die Eisenbahninfrastruktur sowie zivile Einrichtungen ins Visier, erklärte Selenskij zunächst auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Es sei wichtig, jeden Angriff entschlossen abzuwehren und nicht über den russischen Krieg zu schweigen. Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR teilte mit, der Angriff solle die ukrainische Luftverteidigung überlasten. Die Behörde warnte vor nachfolgenden Raketenangriffen und einem möglicherweise länger andauernden Beschuss. Ziel seien Energieanlagen, Rüstungsbetriebe und Regierungsgebäude in Großstädten.
Die Staaten an der Nato-Ostflanke forderten angesichts wiederholter russischer Luftraumverletzungen eine rasche Stärkung der Flugabwehr des Bündnisses. In einer gemeinsamen Erklärung verurteilten die Staats- und Regierungschefs von 14 Bündnispartnern nach einem Treffen in Bukarest zudem russische Sabotageakte und hybride Angriffe.
Seit Beginn der Invasion vor mehr als vier Jahren hat Russland große Drohnen- und Raketenangriffe meist nachts verübt. In den vergangenen Monaten setzte das Militär jedoch häufiger tagsüber Hunderte Drohnen und Raketen ein. Moskau bestreitet, gezielt Zivilisten anzugreifen. Die Regierung in Kiew hat ihrerseits zuletzt ihre Angriffe auf die russische Energiewirtschaft verstärkt.
Feuer in Russland nach ukrainischen Drohnenangriffen
Auch in der südrussischen Region Krasnodar kam es nach Angaben des Zivilschutzstabs zu einem Brand auf dem Gelände einer Fabrik in der Siedlung Wolna im Kreis Temrjuk. Ein Mensch sei verletzt worden. Einen weiteren Verletzten sowie Schäden an mehreren Orten gab es demnach in Taman, ebenfalls durch Drohnentrümmer. Der Hafen von Taman wird zum Umschlag von Öl und Flüssiggas genutzt.
In der Stadt Jaroslawl nordöstlich von Moskau seien Drohnentrümmer auf ein Industrieobjekt gestürzt, teilte Gouverneur Michail Jewrajew mit; er nannte aber keine Details. Die Raffinerie der Stadt war schon mehrfach Ziel ukrainischer Angriffe. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Morgen mit, die Flugabwehr habe 286 ukrainische Drohnen über russischen Gebieten und der annektierten Krim abgewehrt. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Der ukrainische Generalstab bestätigte Angriffe auf die Ölraffinerie in Jaroslawl und die Fabrik in Astrachan. Die Produktion in Jaroslawl sei wichtig für die Versorgung der russischen Armee, und die Fabrik in Astrachan sei an der Versorgung des militärisch-industriellen Komplexes Russlands beteiligt, hieß es in der Mitteilung zur Begründung.
Mindestens zwei Tote nach russischem Angriff in der Ukraine
Präsident Wolodimir Selenskij verurteilte den Angriff auf ein Wohnhaus als „zynisch“ und militärisch sinnlos. Russland töte nach der Waffenruhe wieder Ukrainerinnen und Ukrainer, schrieb er auf X. Deshalb dürfe der Druck auf Moskau nicht nachlassen. Krywyj Rih ist Selenskijs Heimatstadt und war bereits mehrfach Ziel russischer Angriffe. Die von US-Präsident Donald Trump vermittelte dreitägige Feuerpause war am Montag ausgelaufen. Moskau bestätigt inzwischen die Fortsetzung seiner Angriffe.
Russland meldete derweil einen größeren ukrainischen Drohnenangriff. In der Nacht wurden dem Verteidigungsministerium zufolge 286 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet abgefangen und zerstört. In der südlichen Region Krasnodar seien dabei Trümmerteile auf das Gelände einer Industrieanlage gestürzt und hätten ein Feuer ausgelöst, teilten die örtlichen Behörden mit. Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten verstärkt Ziele weit in Russland und dabei vor allem auch Öl- und Gas-Anlagen ins Visier genommen, um die russische Kriegswirtschaft zu schwächen.
Ukraine greift Gasanlagen tief in Russland an
Zudem arbeite Kiew mit europäischen Verbündeten an Technologien zur Abwehr ballistischer Raketen. An entsprechenden Gesprächen hätten sich 13 Länder sowie Vertreter der Nato beteiligt. „Insgesamt ist die aktuelle Position der Ukraine (…) auf dem höchsten Stand seit Jahren“, erklärt der Präsident. Dieses Niveau müsse gehalten werden.
Ukraine arbeitet bei KI-Einsatz im Krieg mit US-Konzern Palantir zusammen
Die Regierung in Kiew hat mit Palantir das Projekt „Brave1 Dataroom“ ins Leben gerufen. Dabei soll auf Grundlage von Kampfdaten, die seit der russischen Invasion im Jahr 2022 gesammelt wurden, eine KI zur Abwehr von Drohnen entwickelt werden. Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow erklärte nach seinem Treffen mit Karp auf dem Kurznachrichtendienst Telegram, Technologie, Datenanalyse und Berechnungen der Kriegsführung hätten direkte Auswirkungen auf das Geschehen auf dem Schlachtfeld.
Nach seinen Angaben trainieren bereits über 100 Unternehmen mit mehr als 80 Modellen zur Erkennung und zum Abfangen von Luftzielen. In Zusammenarbeit mit Palantir habe die Ukraine ein System zur detaillierten Analyse von Luftangriffen entwickelt, hieß es weiter. Zudem seien KI-Lösungen für die Verarbeitung großer Mengen an Geheimdienstdaten implementiert und die Technologien in die Planung ukrainischer Angriffe tief im feindlichen Hinterland integriert worden.
Selenskij kritisiert Moskaus Rückkehr zum Krieg
Die Ukraine habe angekündigt, dies mit Gleichem zu vergelten. „Russland muss diesen Krieg beenden, und es ist Russland, das Schritte zu einem dauerhaften Waffenstillstand machen muss“, schrieb Selenskij. Die ukrainische Armee startete in den frühen Morgenstunden ebenfalls Drohnenangriffe auf den russischen Rückraum. Von Samstag bis Montag hatte eine dreitägige Waffenruhe gegolten, die von den USA vermittelt worden war.
Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte offiziell, dass die sogenannte militärische Spezialoperation gegen die Ukraine seit Tagesanbruch fortgesetzt werde. Militärische Spezialoperation ist in Russland die offizielle Bezeichnung für den Krieg gegen das Nachbarland. Die Armee habe ukrainische Luftwaffenstützpunkte, Munitions- und Treibstofflager sowie Truppenkonzentrationen an 56 Orten angegriffen. Solche Angaben sind nicht im Detail zu überprüfen.
Auch Kremlsprecher Dmitrij Peskow sagte, die „humanitäre Feuerpause“ sei vorbei. Die militärische Spezialoperation gehe weiter, sagte er der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge.
Nach Waffenruhe: Ukraine und Russland melden wieder Drohnenangriffe
Kiews Militärverwalter Tymur Tkatschenko schrieb auf Telegram, in der Hauptstadt seien Drohnentrümmer auf das Dach eines 20-stöckigen Wohnhauses gefallen. Über Verletzte und das Ausmaß der Schäden gab es bisher keine Informationen. Das Onlineportal Kyiv Independent berichtete über Explosionen.
Russischen Stellen zufolge griff die Ukraine nach Mitternacht ebenfalls wieder mit Langstreckendrohnen an. Aus Sicherheitsgründen wurde der Flugverkehr an mehreren Flughäfen in Zentralrussland eingeschränkt, wie die Luftfahrtbehörde Rosawiazija mitteilte. Nach Angaben des Militärs wurden bis zum Morgen 27 ukrainische Drohnen abgefangen. Angaben zu Schäden gab es bislang nicht.
Bericht: Ukraine bietet Lieferung weitreichender Drohnen und Raketen an
Dazu gehörten auch jene Fähigkeiten für Präzisionsschläge, die man von den Amerikanern erwartet hatte. „Wenn Nato-Länder wie Deutschland in Zukunft danach fragen, könnten wir durchaus auch unsere Erfahrungen und effektive Waffen anbieten: weitreichende Drohnen und Raketen“, sagte Getmanchuk dem Bericht zufolge.
Deutschland finanziert Militärausbildung in der Ukraine
Diese Ausbildungseinrichtungen in der Ukraine sollen nach seinen Worten dafür sorgen, dass die Einsatzfähigkeit der ukrainischen Armee hoch bleibt – auch nach einem möglichen Friedensschluss mit Russland.
Pistorius sagte, dies sei eine von mehreren Maßnahmen zu künftigen Abschreckung. Bislang seien fast 27 000 ukrainische Soldaten in Deutschland ausgebildet worden.

