Statistisches Bundesamt: Produktion in energieintensiver Industrie geht seit 2022 zurück
Hohe Energiepreise infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine haben in Deutschland zu einer geringeren Produktion in besonders energieintensiven Industriebereichen
geführt. Von
Februar 2022 bis März 2026 ging sie um 15,2 Prozent zurück, wie das
Statistische Bundesamt mitteilte. In der gesamten Industrie wurde ein Rückgang von 9,5 Prozent verzeichnet.
Bis dahin wurde ein erheblicher Anteil des Gases aus Russland importiert. Aufgrund des seit Februar 2022 andauernden Krieges in der Ukraine waren die Energiepreise in Deutschland dann stark gestiegen. Das hatte Auswirkungen auf die Industrie. Der Energiebedarf in energieintensiven Branchen wie der chemischen Industrie, der Metallerzeugung und -verarbeitung oder der Herstellung von Glas sei »im Verhältnis zu ihrer Bruttowertschöpfung
besonders hoch«, gab das Bundesamt an.
Die energieintensiven Branchen benötigten im Jahr 2024
zusammen 75,6 Prozent der insgesamt in der Industrie
verbrauchten Energie. Die wichtigsten Energieträger waren Erdgas mit einem Anteil von gut einem Viertel, Mineralöl mit 21 Prozent, Kohle (18,1 Prozent) sowie
Strom (15,2 Prozent).
Zuwächse in der Mineralölverarbeitung
Den Daten zufolge fiel der Produktionsrückgang im Bereich
Glas, Keramik und Steine mit einem Minus von 25 Prozent am
deutlichsten aus. Auch in der Papierindustrie (minus 18,5 Prozent)
und in der chemischen Industrie (minus 18,1 Prozent) wurde die Produktion erheblich zurückgefahren. Eine Ausnahme bildet dem Bundesamt zufolge die Mineralölverarbeitung. Hier stieg die Produktion im selben Zeitraum um
24,6 Prozent.
Auch auf dem
Arbeitsmarkt schlug sich der Produktionsrückgang nieder. Die Zahl der Beschäftigten in der
energieintensiven Industrie sank in den vergangenen vier Jahren um 6,3 Prozent auf 794.400. Am meisten Stellen fielen in der Papierindustrie weg. Lediglich in der Verarbeitung von Mineralöl wurden – analog zum Produktionsanstieg – neue Arbeitsplätze geschaffen. Seit 2022 sind 1.000 zusätzliche Stellen besetzt worden.
