Waffenruhe im Libanon wird um drei Wochen verlängert
US-Präsident Trump hat die auslaufende Waffenruhe vorzeitig verlängert. Iran war nicht daran beteiligt. ZDFheute live schaut auf die aktuellen Entwicklungen in Iran und der Straße von Hormus.
23.04.2026 | 33:03 min
Die aktuell geltende Waffenruhe zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel soll nach Angaben von US-Präsident Donald Trump um drei Wochen verlängert werden. Das teilte er nach einem Treffen von Vertretern der verfeindeten Nachbarländer Israel und Libanon im Weißen Haus auf seiner Plattform Truth Social mit. Die derzeit geltende, zehntägige Waffenruhe wäre ohne eine Verlängerung am späten Sonntagabend ausgelaufen.
Die Hisbollah äußerte sich zunächst nicht. Sie hatte nach Verkündung der ersten Waffenruhe offen gehalten, ob sie sich daran halten werde.
Mehr als eine Million Vertriebene – einige kehren in den Südlibanon zurück. Doch die Waffenruhe ist brüchig. Die israelische Armee setzt ihre Angriffe an mehreren Orten fort.
18.04.2026 | 1:55 min
Trump kündigt Treffen mit Netanjahu und Aoun an
„Die Vereinigten Staaten werden mit dem Libanon zusammenarbeiten, um ihm dabei zu helfen, sich vor der Hisbollah zu schützen“, sagte Trump. Zudem werde er in naher Zukunft den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun empfangen.
Das Treffen im Weißen Haus bezeichnete er als historisch. Der israelische Botschafter in den USA, Jechiel Leiter, sagte im Oval Office an der Seite von Trump, Israel und der Libanon seien „einander noch nie näher gewesen als heute“. Leiter dankte Trump und Vizepräsident JD Vance für einen Tag, der seinen Worten nach Jahrzehnte in der Entstehung war.
Die libanesische Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, dankte Trump dafür, diesem „historischen Moment“ vorgestanden zu haben. In Anspielung auf Trumps Slogan „Make America Great Again“ sagte sie:
Und ich denke, mit Ihrer Hilfe und Unterstützung können wir den Libanon wieder groß machen.
Nada Hamadeh Moawad, libanesische Botschafterin
Zwischen Israel und der mit Iran verbündeten Hisbollah-Miliz im Libanon galt eine Waffenruhe. Doch mittlerweile gibt es wieder Angriffe zwischen beiden Seiten.
18.04.2026 | 1:40 min
Umfassendes Friedensabkommen ist fraglich
Bereits in der vergangenen Woche hatte es in Washington direkte Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon gegeben: Deren Botschafter in den USA kamen im US-Außenministerium zu Gesprächen zusammen – das erste Treffen dieser Art seit Jahrzehnten. Der Libanon will den Einfluss der Hisbollah im Land aber eindämmen und ist auch keine aktive Konfliktpartei im Krieg der Miliz mit Israel. Libanons Regierung hat den Druck auf die Hisbollah erhöht.
Israel strebt nach Worten Netanjahus ein dauerhaftes Friedensabkommen mit dem Libanon an sowie eine Entwaffnung der Hisbollah. Die libanesische Regierung will eine dauerhafte Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden des Landes erreichen. Die Hisbollah weigert sich bisher aber, die Waffen abzugeben, und Israels Truppen sind seit anderthalb Jahren im südlichen Libanon stationiert – bisher ohne Aussicht auf einen raschen Abzug. Ein umfassendes Friedensabkommen ist deshalb fraglich.
„Seit 40 Jahren hat es keine direkten Gespräche zwischen der libanesischen und israelischen Regierung gegeben“, so Bente Scheller. Die Waffenruhe sei ein guter Auftakt.
17.04.2026 | 4:22 min
Waffenruhe im Iran-Krieg wurde ebenfalls verlängert
Der Krieg im Libanon hängt eng mit dem Iran-Krieg zusammen, weil Iran der wichtigste Unterstützer der Hisbollah ist und diese auch im Interesse von oder auf Weisung aus Teheran handelt. Auch im Iran-Krieg hat Trump kürzlich eine geltende Waffenruhe kurz vor dem Ablaufen einseitig verlängert. Die Waffen sollen demnach schweigen, bis die iranische Führung mit einem geeinten Vorschlag an den Verhandlungstisch kommt, wie Trump mitteilte. Der Iran äußerte sich bisher nicht dazu.
Den Einsatz einer Atomwaffe gegen Iran hat Trump ausgeschlossen. „Nein, ich würde sie nicht einsetzen“, sagte er am Donnerstag vor Journalisten im Weißen Haus. „Warum sollte ich eine Atomwaffe einsetzen, wenn wir sie auf ganz konventionelle Weise auch ohne dezimiert haben?“, fügte Trump hinzu. „Eine Atombombe sollte niemals von irgendjemandem eingesetzt werden dürfen“, stellte der US-Präsident klar.
Quelle: dpa, AFP, AP
Über dieses Thema berichtete das heute journal update am 24.04.2026 ab 00:39 Uhr.
