Trump stoppt US-Militäreinsatz in der Straße von Hormus


US-Präsident Donald Trump setzt im Konflikt mit Iran jetzt auf Deeskalation. Auf seiner Plattform Truth Social kündigte er an, das am Montag gestartete „Projekt Freiheit“ für eine sichere Durchfahrt von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus am Persischen Golf werde „für kurze Zeit“ ausgesetzt. Der Schritt erfolge auf Bitten Pakistans und anderer Länder, die sich vermittelnd eingeschaltet haben. Während des Stopps des US-Militäreinsatzes solle geprüft werden, ob ein Friedensabkommen mit Iran geschlossen und unterzeichnet werden könne, erklärte Trump weiter.

Trump: Große Fortschritte 

Der 79-Jährige sprach von „großen Fortschritten“ für eine „umfassende und abschließende“ Vereinbarung. Zugleich betonte er, die US-Blockade iranischer Häfen bleibe bestehen.

Bereits am Dienstag hatte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi von Fortschritten in den Verhandlungen über eine Ende des Kriegs gesprochen. Er erwähnte ausdrücklich die Vermittlungsbemühungen Pakistans.

Knackpunkt: Irans Atomprogramm

Unterhändler Washingtons und Teherans hatten sich am 11. April zu ersten Gesprächen in Pakistans Hauptstadt Islamabad getroffen. Diese blieben allerdings ohne Durchbruch. Eine weitere anvisierte Verhandlungsrunde platzte. Ein zentraler Streitpunkt ist der Umgang mit Irans Atomprogramm inklusive der Vorräte an hochangereichertem Uran.

Die USA wollten mit ihrem „Projekt Freiheit“ die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr öffnen. Die Meerenge ist für die Weltwirtschaft unter anderem wegen der Exporte von Öl und Flüssiggas aus den Staaten am Persischen Golf von entscheidender Bedeutung. 

Iran hat die Wasserstraße nach Beginn der US-israelischen Angriffe Ende Februar weitgehend abgeriegelt. In der Folge schossen die Energiepreise rund um den Globus in die Höhe.

Französischer Frachter angegriffen – Seeleute verletzt 

Am Dienstagabend war in der Straße von Hormus ein französisches Containerschiff nach Angaben seiner Reederei angegriffen worden. Bei der Attacke auf das unter maltesischer Flagge fahrende Schiff „San Antonio“ seien mehrere Besatzungsmitglieder verletzt worden, die „evakuiert und medizinisch versorgt“ worden seien, teilte die Reederei CMA CGM an diesem Mittwoch mit. Das Schiff sei bei dem Angriff beschädigt worden.

Zuvor hatte die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) bereits gemeldet, ein Frachter sei in der Meerenge von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden – ohne jedoch den Namen des Schiffes zu nennen.

Iran Bandar Abbas 2026 | Handelsschiffe ankern in der Straße von Hormus
Festsitzende Handelsschiffe in der Straße von Hormus Bild: Amirhosein Khorgooi/ISNA/dpa/picture alliance

VAE melden weiteren Angriff – Iran dementiert

Derzeit gilt in der Region eigentlich eine Waffenruhe. Allerdings meldete die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) am Dienstag abermals einen Beschuss aus Iran. Am Montag war laut VAE-Angaben bei einem iranischen Drohnenangriff eine Ölanlage im Emirat Fudschaira beschädigt worden. Mehrere Menschen seien verletzt worden.

Die Kommandozentrale der iranischen Armee wies die Anschuldigungen zurück. Die Streitkräfte der Islamischen Republik hätten „in den vergangenen Tagen keine Raketen- oder Drohnenangriffe gegen die Vereinigten Arabischen Emirate ausgeführt“, hieß es. Der Bericht des emiratischen Verteidigungsministeriums werde „katgorisch zurückgewiesen“. Er sei „völlig unbegründet“.

Irans Außenminister in Peking 

Unterdessen traf erstmals seit Beginn des Kriegs Irans Außenminister Abbas Araghtschi zu Gesprächen in China ein. Er kam in der Hauptstadt Peking mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi zusammen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. 

China Peking 2026 | Die Außenminister Wang Yi und Abbas Araghtschi geben sich die Hand
Irans Außenminister Abbas Araghtschi (l.) wird von seinem chinesischen Kollegen Wang Yi begrüßtBild: Iranian Foreign Minister/Telegram/AP Photo/picture alliance

US-Außenminister Marco Rubio telefonierte nach Angaben aus Washington mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow. Themen seien der Iran-Krieg und der Krieg in der Ukraine gewesen. Die beiden Minister hätten ein „konstruktives und sachliches“ Gespräch geführt, erklärte das Außenministerium in Moskau.

se/pg (dpa, afp, ap, rtr)



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