USA melden erfolgreiche Geleitschutzmission durch Straße von Hormus
Nach Angaben der US-Armee haben Kriegsschiffe zwei US-Handelsschiffe durch die Straße von Hormus geleitet – und dabei iranischen Beschuss abgewehrt. Viele Reedereien zögern angesichts der Gefahr noch.
Die Vereinigten Staaten haben ihre militärische Operation „Project Freedom“ in der Straße von Hormus gestartet. Erstmals seit Wochen sind nach US-Angaben wieder eigene Kriegsschiffe und Handelsschiffe durch die strategisch wichtige Meerenge gefahren.
Begleitet wird die Aktion von schweren Zwischenfällen, so Admiral Brad Cooper im Fernsehsender PBS: „Die iranische Revolutionsgarde hat Marschflugkörper, Drohnen und Schnellboote auf Schiffe unter US-Schutz angesetzt. Alle diese Angriffe konnten abgewehrt werden.“
„Mehrschichtiges Verteidigungskonzept“
Trotz dieser Angriffe haben zwei US-Lenkwaffenzerstörer sowie zwei unter US‑Flagge fahrende Handelsschiffe die Straße von Hormus erfolgreich passiert. Bestätigt wird die Durchfahrt nicht nur vom US‑Militär, sondern auch von einer Reederei, deren Schiff die Meerenge verlassen hat.
Iranische Berichte, ein US‑Schiff sei beschossen oder zum Abdrehen gezwungen worden, weisen die USA zurück. Admiral Cooper betont, es gehe bei „Project Freedom“ nicht um klassische Geleitschutzmissionen, sondern um ein mehrschichtiges Verteidigungskonzept: „Wir haben Kriegsschiffe, Hubschrauber, Flugzeuge, Frühwarnsysteme aus der Luft und elektronischer Kriegsführung.“
Zwei unter US‑Flagge fahrende Handelsschiffe sollen die Straße von Hormus bereits passiert haben.
Viele Reedereien zögern
Ziel von „Project Freedom“ ist es, den seit Wochen blockierten Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder anzuschieben. Nach Angaben der Armee wurden deshalb zuletzt Dutzende Reedereien direkt kontaktiert, um sie zur Durchfahrt zu ermutigen.
Doch viele Unternehmen zögern noch. Sie warten ab, ob die erste geschützte Durchfahrt ein Ausnahmefall bleibt. Dazu kommt: Versicherer verlangen für Fahrten durch die Meerenge aktuell extrem hohe Kriegsrisiko‑Prämien, was regulären Schiffsverkehr wirtschaftlich kaum kalkulierbar macht.
„Natürlich eine Eskalation“
Ob die Strategie aufgeht, ist deshalb offen. Sicherheitsexperten warnen, dass sich die Lage trotz Waffenruhe weiter zuspitzt. Der frühere Sprecher des US‑Außenministeriums, Matt Miller, spricht von einer klaren Eskalation nach Wochen des Stillstands: „Das ist natürlich eine Eskalation“, sagt Miller. „Wir haben seit fast einem Monat eine Pattsituation.“
Nach Einschätzung Millers versucht die US‑Regierung, die festgefahrene Lage bewusst zu verändern – militärisch abgesichert, aber ohne offenen Krieg: „Der Präsident wollte die Situation zu unseren Gunsten drehen.“
Präsident Donald Trump stellt das „Project Freedom“ dagegen als humanitäre Maßnahme dar. Tausende Seeleute seien seit Wochen in der Region festgesetzt, viele Schiffe kaum noch versorgt: „Voll beladene Schiffe aus aller Welt sind faktisch gekidnappt worden“, so Trump.
Hält die Waffenruhe?
Aus Teheran kommt scharfer Widerspruch. Das iranische Parlament spricht von Piraterie, die Revolutionsgarde von einem Bruch der Waffenruhe.
Gleichzeitig warnen Experten wie Matt Miller: Ein einzelner Moment der Fehlkalkulation auf See könnte den fragilen Stillstand beenden. Ob „Project Freedom“ zur Öffnung der Straße von Hormus führt oder zur nächsten Eskalationsstufe, entscheidet sich aber nicht nur auf See, sondern auch am Verhandlungstisch.

