Selenskyj: Reparatur von Druschba-Pipeline abgeschlossen


Bundesaußenminister Wadephul (r) mit seinem italienischen Amtskollegen Tajani auf dem Weg zum Treffen der EU-Außenminister.

Die EU-Außenminister haben heute über einen Milliarden-Kredit an Kiew gesprochen. Nach Orbans Abwahl könnte Ungarn seine Blockade dabei aufgeben.

21.04.2026 | 1:44 min


Die von den EU-Ländern Ungarn und Slowakei geforderten russischen Öllieferungen durch die Druschba-Pipeline können nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wieder aufgenommen werden. Die Ukraine habe die Reparaturarbeiten abgeschlossen, sodass die Pipeline wieder in Betrieb genommen werden könne. Das erklärte Selenskyj am Dienstag in Onlinenetzwerken. Die Druschba-Pipeline war durch russischen Beschuss beschädigt worden.

Nach der Verkündung der Reparatur forderte die EU-Außenbeauftragte Katja Kallas eine schnelle Freigabe der Ukraine-Hilfen, die Ungarn bislang blockiert hatte:

Ich erwarte eine positive Entscheidung zum 90-Milliarden-Euro-Darlehen in den nächsten 24 Stunden.

Katja Kallas, EU-Außenbeauftragte

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Trotz Ungarns Nein zu Ukraine-Hilfen „wird Kredit fließen“, sagt ZDF-Korrespondent Stamm. Man setze darauf, die Druschba-Pipeline „schnell zu reparieren“, sagt ZDF-Reporter Lessmeister in Kiew.

20.03.2026 | 3:49 min


Ungarn hatte bisher Milliarden-Darlehen für Ukraine blockiert

Die zyprische EU-Ratspräsidentschaft setzte für Mittwoch eine Abstimmung der EU-Länder über den Ukraine-Kredit auf die Agenda. Ungarn hatte diese bislang blockiert, um die Wiederaufnahme des Pipeline-Betriebs zu erzwingen.

Ungarns bisheriger Regierungschef Viktor Orban hatte der Ukraine vorgeworfen, eine Wiederaufnahme russischer Öllieferungen über die Druschba-Pipeline aus politischen Gründen zu blockieren. Die Pipeline führt von Russland über Belarus und die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei.

Die Regierung in Kiew wies die Vorwürfe zurück und betonte, die Pipeline müsse nach russischen Luftangriffen im Januar repariert werden. Auch Bundesaußenminister Johann Wadepuhl (CDU) sprach von „ungebührlichen Blockaden“, die schnellstmöglich beendet werden müssten.

Die Empfangsstation der Erdöl-Pipeline „Druschba“ in der Duna-Raffinerie von MOL Group bei Százhalombatta, südlich von Budapest. Aufgenommen am 5. Mai 2022. (Archiv)

Der ukrainische Teil der Öl-Pipeline ist beschädigt, es gelangt darüber kein Öl nach Ungarn. Im dortigen Wahlkampf wirft man der Ukraine die Verzögerung der Reparatur aus politischen Gründen vor.

12.03.2026 | 2:07 min


Orban: Nach Öllieferungen steht Kredit nichts mehr im Weg

Am Sonntag hatte Orban mitgeteilt, er habe über Brüssel eine Andeutung aus der Ukraine erhalten, dass diese bereit sei, die Öllieferungen bereits an diesem Montag wieder aufzunehmen, wenn Ungarn seine Blockade des EU-Darlehens aufhebe. Er schrieb dazu:

Sobald die Öllieferungen wieder aufgenommen sind, werden wir der Genehmigung des Darlehens nicht mehr im Wege stehen.

Viktor Orban, abgewählter Ministerpräsident von Ungarn

Ein hochrangiger ukrainischer Regierungsvertreter sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass die Ukraine die Lieferungen erst nach einem entsprechenden Antrag aus Ungarn und der Slowakei wieder aufnehmen werde. Die Slowakei werde den Antrag vermutlich schnell stellen, so der Vertreter weiter.

Montage: Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj vor einem Blick auf das zerstörte Mariupol

Ukraine dringend auf EU-Darlehen angewiesen

Das EU-Darlehen soll den dringendsten Finanzbedarf der Ukraine decken und dem Land eine Fortsetzung seines Abwehrkampfes gegen Russland ermöglichen. Die Mittel sollen über gemeinsame EU-Anleihen am Kapitalmarkt finanziert und durch Spielräume im langfristigen EU-Haushalt abgesichert werden. In diesem Jahr sollen 45 Milliarden Euro fließen, im kommenden Jahr noch einmal bis zu 45 Milliarden Euro.

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Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.

Rettungskräfte räumen am 21.11.2025 die Trümmer eines Wohnhauses in Ternopil weg, das bei einem russischen Angriff schwer beschädigt wurde.

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Quelle: AFP, Reuters

Über das Thema berichtete die ZDF heute-Sendung am 21.04.2026 ab 19 Uhr.



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