News kompakt: Mercosur-Freihandelsabkommen in Kraft getreten
Die Europäische Union und die Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay bilden von diesem Freitag an eine der größten Freihandelszonen der Welt. Ein entsprechendes Abkommen trat um Mitternacht vorläufig in Kraft und schafft laut Europäischer Kommission einen Markt mit rund 720 Millionen Menschen. Durch den Abbau von Zöllen und Handelsbarrieren soll der Austausch von Waren und Dienstleistungen gestärkt werden.
In Deutschland gelten vor allem Autoindustrie, Maschinenbau und Pharmabranche als Profiteure. Die Mercosur-Staaten haben das Abkommen bereits ratifiziert, die EU noch nicht. Das Europäische Parlament ließ den Vertrag zunächst vom Europäischen Gerichtshof prüfen.
Trump erwägt auch Truppenabzug aus Spanien und Italien
US-Präsident Donald Trump hat im Streit über das Vorgehen im Iran-Krieg neben Deutschland auch Spanien und Italien mit einem Abzug von US-Truppen gedroht. Trump kritisierte die NATO-Verbündeten scharf für mangelnde Unterstützung im Iran-Konflikt und bei der Sicherung der Straße von Hormus. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni warf er fehlenden Mut vor. Zudem berichteten Medien, Washington erwäge sogar, Spanien aus der NATO auszuschließen.
Eine mögliche Reduzierung der US-Truppen in Deutschland werde geprüft, eine Entscheidung solle „in Kürze“ fallen, erklärte Trump am Mittwoch. Ende 2025 waren rund 36.400 US-Soldaten in Deutschland, 12.700 in Italien und 3.800 in Spanien stationiert.
Erster direkter Linienflug zwischen USA und Venezuela seit 2019
Nach rund sieben Jahren ist erstmals wieder ein direkter Linienflug aus den USA in Venezuela gelandet. Die aus Miami kommende Maschine setzte am Donnerstag auf dem internationalen Flughafen Simón Bolívar nahe Caracas auf. Seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen im Jahr 2019 hatte es keine kommerziellen Flüge mehr gegeben.
An Bord waren Geschäftsleute, US-Regierungsvertreter und zahlreiche Journalisten. Vertreter beider Länder empfingen die Maschine auf der Landebahn. US-Präsident Donald Trump hatte nach der Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro im Januar erklärt, Venezuela stehe nun unter US-Kontrolle. Anfang März nahmen beide Staaten wieder diplomatische Beziehungen auf.
EZB lässt Zinsen im Euro-Raum zunächst unverändert bei zwei Prozent
Trotz steigender Preise wegen des Iran-Kriegs sieht die Europäische Zentralbank (EZB) vorerst weiter von möglichen Zinserhöhungen ab. Der EZB-Rat beließ den Leitzins am Donnerstag zwar bei 2,0 Prozent. Zentralbank-Präsidentin Christine Lagarde hob in Frankfurt am Main aber hervor, dass sich zuletzt die „Aufwärtsrisiken“ für die Inflation, aber auch die „Abwärtsrisiken“ für das Wirtschaftswachstum erhöht hätten.
Zugleich bekräftigte sie die Entschlossenheit des EZB-Rats, die Inflation mittelfristig wieder auf zwei Prozent zu bringen. Offenbar zeichnet sich in dem Gremium die Bereitschaft ab, die Zinsen im Juni zu erhöhen. Dies teilten zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters mit.
Deutscher „Tankrabatt“ ist ab sofort in Kraft
Ab diesem Freitag kassiert Deutschland vorübergehend geringere Steuern auf Kraftstoffe. Damit will die Bundesregierung Autofahrer und Transportbranche bei den Spritpreisen entlasten, die seit Beginn des Iran-Kriegs vor neun Wochen stark gestiegen sind. Die Steuern werden bis Ende Juni um 16,7 Euro-Cent pro Liter gesenkt. Unklar ist noch, ob Mineralölkonzerne und Tankstellen diesen sogenannten Tankrabatt in vollem Umfang an ihre Kunden weitergeben werden.
Zwölf Stunden vor der Steuersenkung machten die Spritpreise in Deutschland einen Rekordsprung um mehr als 15 Cent pro Liter. Der Grund für die Entwicklung könnte in den stark gestiegenen Kosten auf dem Weltmarkt liegen. Die Rohölpreise waren zuletzt auf die höchsten Werte seit 2022 geklettert. In Österreich ist die Spritpreisbremse um Mitternacht hingegen ausgelaufen. Die Koalition in Wien aus konservativer ÖVP, den Sozialdemokraten der SPÖ und liberalen NEOS konnte sich laut Medienberichten nicht auf eine Verlängerung einigen.
Oxfam warnt vor zunehmend auseinanderklaffender Einkommensschere
Die Einkommen von Konzernchefs und Arbeitnehmern gehen nach Berechnungen der Entwicklungsorganisation Oxfam immer weiter auseinander. Spitzengehälter von Managern seien seit der Corona-Pandemie weltweit im Schnitt um 54 Prozent gestiegen, so die Analyse der Oxfam-Experten. Im Gegensatz dazu seien Reallöhne von Beschäftigten um durchschnittlich zwölf Prozent gesunken. Das Minus ergibt sich, weil allgemeine Preissteigerungen mit eingerechnet wurden.
Für das durchschnittliche Gehalt eines Chefs in Höhe von 8,4 Millionen US-Dollar müsste ein Beschäftigter im internationalen Durchschnitt demnach 490 Jahre arbeiten. Oxfam stützt seine Berechnungen auf Daten von 1.500 großen Unternehmen aus aller Welt, die die Vergütungen ihrer Chefs offengelegt haben.
pgr/gri/AR (dpa, afp, kna, epd, rtr)
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