Werk-Raum Wiesbaden: Konzerte und Theater im früheren Kaufhaus



Im leer stehenden Kaufhaus mitten in der Wiesbadener Fußgängerzone einen Ort der Geschichte, der Kultur und des Dialogs schaffen. Das ist die Idee, die die Stiftung Stadtmuseum Wiesbaden dem Projekt Werk-Raum Wiesbaden zugrunde gelegt hat. Am Samstag wird der Werk-Raum im ehemaligen Sportscheck an der Wiesbadener Langgasse die Arbeit aufnehmen.

Der Werk-Raum soll ein offenes Forum für Projekte und Ideen sein, die zentralen Fragen der Zeit zu bearbeiten. Dazu zählen die Fragen nach dem zukünftigen Zusammenleben, nach der Gestaltung der Städte und die Frage danach, wie im Zeitalter der Entsolidarisierung und Vereinzelung ein gesellschaftlicher Zusammenhalt überhaupt noch möglich ist. Der Werk-Raum Wiesbaden ist Teil der World Design Capital Frankfurt Rhein-Main 2026 und führt Projekte aus Wiesbaden und der Region zusammen.

Der Werk-Raum versteht sich als Plattform, die in den nächsten sechs Monaten für Austausch, Vernetzung und neue Kooperationen stehen soll. Den Initiatoren ist es wichtig, niedrigschwellig Raum für Ausstellungen, Workshops, Diskussionen und Mitmachformate für Akteure aus Stadtgesellschaft, Kultur und Wissenschaft zu bieten. Es gehe letztlich auch darum, das demokratische Miteinander zu stärken, sagt Sabine Philipp, Direktorin der Stiftung Stadtmuseum.

Welche Orte Gemeinschaft stiften

Jeder der sechs Monate im Werk-Raum Wiesbaden behandelt ein anderes Thema. Der Mai steht programmatisch unter der Überschrift „Gemeinschaft“. Dabei soll die Frage bearbeitet werden, was Wiesbaden zusammenhält, welche Orte und Initiativen ein Gefühl der Zugehörigkeit stiften. In den folgenden Monaten soll das Verhältnis von Mensch und Umwelt, die öffentlichen Räume und Perspektiven einer nachhaltigen Stadtentwicklung bearbeitet werden.

Am Eröffnungstag können alle Interessierten in der Zeit von 11 bis 22 Uhr den Werk-Raum im Erdgeschoss besichtigen. Ein Projekt des Hessischen Staatsballetts in Kooperation mit der Hochschule Darmstadt ist geplant, ebenso wie ein Auftritt von Nosa Rap (Hip-Hop/Rap), eine Modenschau des Projekts „Wiesbaden – Dreh dein Ding“ und zahlreiche weitere Darbietungen. Der Eintritt ist frei. Werktags ist von 11 bis 19 Uhr geöffnet.

Stiftungsdirektorin Philipp hofft, dass das 2025 von der Wiesbadener Stadtentwicklungsgesellschaft SEG erworbene Kaufhaus nicht nur für die nächsten sechs Monate Standort einer kleinen Dependance des Stadtmuseums und Plattform für einen vielfältigen Austausch wird. Sie wünscht sich das Kaufhaus als dauerhaften Standort für das Stadtmuseum und als eine dauerhafte Bühne für unterschiedliche Projekte und Initiativen der Stadtgesellschaft.

Was nach den sechs Projektmonaten mit dem Gebäude und dem Areal passiert, hängt allerdings davon ab, wie sich die Politik letztlich entscheidet, sagte am Mittwoch Ute Knippenberger, Geschäftsführerin der Wiesbadener Stadtentwicklungsgesellschaft SEG. Was möglich wäre, sei in zwei Studien untersucht worden. Es bedürfe aber einer Entscheidung der Politik. Diese hätte sich Knippenberger allerdings schon vor der Kommunalwahl gewünscht, wie sie im Dezember im Interview mit dem „Wiesbadener Kurier“ gesagt hatte.



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