News zu Iran: Reaktionen auf den Friedensdeal: Iran feiert, Trump droht – Politik
Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
USA und Iran unterzeichnen Friedensvereinbarung
Iran: Rahmenabkommen mit USA basiert auf „Diplomatie der Stärke“
Trump sagt, Iran-Deal könnte am Donnerstag unterzeichnet werden
Aufhebung aller Sanktionen – was die USA und Iran vereinbart haben
Merz beim G-7-Gipfel: Israel darf kein Konflikttreiber werden
Reaktionen auf den Friedensdeal: Iran feiert, Trump droht
Die iranische Führung äußert sich zunächst nicht zu den neuen Drohungen Trumps und feiert. „Alles, was wir durch militärische Aktionen erreichen wollten, haben wir durch Verhandlungen um ein Vielfaches erreicht; das war nicht einmal vergleichbar“, sagt der iranische Chefunterhändler Mohammed Baker Kalibaf im Staatsfernsehen.
Trumps ursprünglich ausgerufene Kriegsziele sind bislang zumindest nicht eingetreten: Iran darf sich Hoffnung auf die Aufhebung von Sanktionen machen, die Regierung bleibt weiter im Amt, sogar das iranische Programm für ballistische Raketen ist nicht zerstört. Trump selbst verteidigt die Einigung mit wirtschaftlichen Gründen. Ein längerer Krieg im Nahen Osten wäre schlecht für die globale Wirtschaft gewesen, erklärt Trump: „Ich wollte keine Wirtschaftskatastrophe erleben. Wäre das so weitergegangen, hätte das passieren können.“
USA und Iran unterzeichnen Friedensvereinbarung
„Ich habe es in Versailles unterschrieben“, erklärt Trump Reportern beim Verlassen des Schlosses nach einem Termin. Wegen des G-7-Gipfels ist der US-Präsident aktuell in Frankreich. Auch der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghaei, sagt laut Staatsmedien, die Vereinbarung sei offiziell in Kraft getreten. Teheran werde die Straße von Hormus „unverzüglich wieder öffnen“, und die USA würden die Seeblockade iranischer Häfen umgehend aufheben, schreibt der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif auf der Plattform X. Seine Regierung hatte zwischen beiden Parteien vermittelt.
Die Vereinbarung zielt nach wochenlangen Verhandlungen auf ein sofortiges und dauerhaftes Ende der militärischen Einsätze beider Seiten, auch in Libanon. Ob es dennoch eine Unterzeichnungszeremonie in der Schweiz geben wird, ist zunächst unklar.
Iran: Rahmenabkommen mit USA basiert auf „Diplomatie der Stärke“
Für „leere Rhetorik“, Nachgiebigkeit oder Kompromisse gebe es diesmal keinen Raum, sagte Ghalibaf. Die Gespräche seien vielmehr „eine Form des Widerstands“ nach den militärischen Siegen, die sowohl Gegner als auch Verbündete Irans anerkannt hätten.
Nach jahrelangen harten Verhandlungen hatten sich die UN-Vetomächte, Deutschland und Iran am 14. Juli 2015 in Wien auf ein Abkommen geeinigt, das Teheran vom Aufbau einer Atomstreitmacht abbringen sollte. Der damalige oberste geistliche Führer des Landes Ali Chamenei hatte sich für eine „heroische Flexibilität“ bei den Verhandlungen ausgesprochen, die Hardliner des Landes kritisierten das Abkommen als Kompromiss.
US-Präsident Donald Trump hatte das Atom-Abkommen 2018 während seiner ersten Amtszeit einseitig aufgekündigt und scharfe Sanktionen verhängt, die Iran seitdem in eine Wirtschaftskrise stürzten.
Trump stellt Aufhebung von Iran-Sanktionen in Aussicht
US-Präsident Donald Trump stellt eine Aufhebung der Sanktionen gegen Iran in Aussicht. Voraussetzung sei, dass sich die Führung in Teheran entsprechend verhalte, sagt Trump vor Journalisten. Sobald dies der Fall sei, werde man die Strafmaßnahmen aussetzen. Zudem deutet er an, dass eingefrorene iranische Gelder zurückgegeben werden könnten. „Es ist ihr Geld, nicht unseres – wir haben es eingefroren“, erklärt Trump. Zu einem bestimmten Zeitpunkt müsse man es wohl zurückgeben. Andernfalls würde niemand mehr in den Dollar investieren.
Trump sagt, Iran-Deal könnte am Donnerstag unterzeichnet werden
„Das Abkommen, das wir am Sonntag mit Iran erzielt haben, wird in Kürze unterzeichnet werden – morgen oder vielleicht übermorgen.“
US-Präsident Donald Trump
Allerdings können Iran und die USA Insiderangaben der Nachrichtenagentur Reuters zufolge von der Absichtserklärung noch zurücktreten. Bei den Gesprächen in der Schweiz geht es vor allem um die genaue Abfolge der in dem vorläufigen Entwurf vorgesehenen Schritte, wie es aus US-Regierungskreisen heißt. Das Treffen sei „kritisch“, um die Absichtserklärung in ein umfassendes Friedensabkommen zur Beendigung des Kriegs zu überführen.
Aufhebung aller Sanktionen – was die USA und Iran vereinbart haben
Demnach verpflichten sich die USA, ihre Blockade der Straße von Hormus aufzuheben und den Schiffsverkehr innerhalb von maximal 30 Tagen in vollem Umfang wiederherzustellen. Auch Iran verpflichtet sich dazu sicherzustellen, dass der Verkehr von Handelsschiffen vom Persischen Golf zum Golf von Oman und umgekehrt innerhalb von 30 Tagen wieder das Vorkriegsniveau erreicht.
Im Hinblick auf das iranische Atomprogramm bekräftigt Iran erneut, dass das Land keine Atomwaffen herstellen werde. Iran werde den Status quo seines Atomprogramms beibehalten, die USA verpflichten sich im Gegenzug, weder neue Sanktionen gegen Iran zu verhängen noch ihre Streitkräfte in der Region zu verstärken. Der Verbleib des angereicherten Materials sowie alle weiteren „nuklearbezogenen Fragen“ sollen in dem endgültigen Abkommen „angemessen geregelt“ werden.
In der Vereinbarung ist das sofortige und dauerhafte Ende der Kampfhandlungen an allen Fronten vereinbart. Beide Seiten verpflichten sich dazu, die Souveränität und territoriale Integrität der jeweils anderen Seite zu achten und von einer Einmischung in die inneren Angelegenheiten des anderen abzusehen. Innerhalb von maximal 60 Tagen soll ein endgültiges Abkommen ausgehandelt werden. Nach Abschluss des endgültigen Abkommens sollen alle US-Truppen aus den umliegenden Gebieten abziehen. Die USA, gemeinsam mit ihren regionalen Partnern, sagen in dem Abkommen Wiederaufbau- und Wirtschaftshilfen im Umfang von mindestens 300 Milliarden US-Dollar zu. Das endgültige Abkommen soll durch eine verbindliche Resolution des UN-Sicherheitsrats gebilligt werden.
Was in dem geleakten Entwurf noch drinsteht:
Merz beim G-7-Gipfel: Israel darf kein Konflikttreiber werden
Auf die Frage, ob er die Sorge habe, dass der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ein Interesse daran habe, dass das Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran nicht zustande komme, sagte Merz: „Die Sorge habe ich nicht.“ Der Kanzler fügte jedoch hinzu: „Israel darf nicht zum Konflikttreiber werden, sondern muss eine aktive Rolle einnehmen, den Konflikt jetzt zu beenden.“
Optimistisch äußerte sich Merz über die Erfolgsaussichten der Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump, die für den weltweiten Öl- und Gashandel und damit die Energieversorgung wichtige Straße von Hormus werde demnächst wieder frei befahrbar sein. Nach dem, was man wisse und was die US-Regierung sage, werde die Meerenge „im Verlauf der nächsten Tage wieder vollständig geöffnet, auch ohne Gebühren“.
Vier Tote bei israelischen Luftangriffen in Libanon
Im Raum der Küstenstadt Tyrus habe es auch am Mittwoch erneut israelische Drohnenangriffe mit Verletzten gegeben, berichtete NNA. Zudem habe Israel mit Kampfflugzeugen und Artillerie das umkämpfte Gebiet um Nabatija angegriffen. Aus Sicherheitskreisen in Libanon hieß es, israelische Truppen rückten mit Panzern nahe der Stadt Bint Dschubail im Süden vor. NNA berichtete ebenfalls von zwei Panzern, einem Bulldozer und mehreren Militärfahrzeugen von Israels Armee in dem Gebiet. Israels Armee teilte am Dienstagabend mit, sie habe Ziele der Hisbollah-Miliz im südlichen Libanon angegriffen.
Auch die Hisbollah setzte ihre Angriffe fort. Der von der Miliz kontrollierte Fernsehsender Al-Manar berichtete, die Hisbollah habe mehr als zehn Raketen auf israelische Truppen in Libanon geschossen. Israels Armee teilte am Dienstagabend ebenfalls mit, sie habe mehrere Raketen der Hisbollah abgefangen, die auf Gebiete gezielt hätten, in denen israelische Truppen im Einsatz seien.
Merz: Mandat für Bundeswehreinsatz wohl vor der Sommerpause
Ein Einsatz stehe aber „unter dem Vorzeichen einer ganzen Reihe von Voraussetzungen, die noch nicht erfüllt sind“, fügte Merz hinzu. „Deswegen gibt es da auch keine unmittelbare Eile.“
Vor der Sommerpause habe der Bundestag noch zwei reguläre Sitzungswochen vor sich, in denen über einen Mandatsentwurf der Bundesregierung entschieden werden könne, sagte der Kanzler. Wenn die Regierung zu einer entsprechenden Beschlussfassung für einen Einsatz komme, gehe er davon aus, dass man für eine Entscheidung der Parlamentarier eher in die letzte Sitzungswoche vor der Sommerpause gehen werde. „Insofern gibt es im Augenblick keinen Zeitdruck“, wiederholte er.
Die Bundesregierung hat zugesagt, ein Minenjagdboot und ein Versorgungsschiff bei einem Ende des Iran-Kriegs zur Sicherung der wichtigen Handelsroute zur Verfügung zu stellen. Beide Schiffe sind bereits im östlichen Mittelmeer.
Vier Tote bei israelischen Luftangriffen in Libanon
Die Hisbollah setzte Berichten zufolge ebenfalls ihre Angriffe fort. Der Nachrichtenkanal Al Jazeera berichtete von Angriffen der Miliz mit mindestens zehn Raketen auf israelische Truppen in Libanon. Israels Armee teilte am Dienstagabend ebenfalls mit, sie habe mehrere Raketen der Hisbollah abgefangen, die auf Gebiete gezielt hätten, in denen israelische Truppen im Einsatz seien. Die Hisbollah beanspruchte zunächst keinen der neuen Angriffe für sich.
Auch am Morgen berichtete NNA von Angriffen Israels mit Kampfflugzeugen und Artillerie in dem umkämpften Gebiet um Nabatija.
Ölpreis fällt erstmals seit Anfang März unter die Marke von 80 Dollar
Deutlich nach unten ging es auch mit dem Preis für Rohöl aus den USA. Hier fiel die Notierung für die Sorte WTI zeitweise bis knapp unter 77 Dollar je Barrel.
Seit der Einigung zwischen den USA und Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Krieges sind die Notierungen für Rohöl auf Talfahrt. Zwischenzeitlich haben bereits die ersten iranischen Schiffe das von der US-Seeblockade betroffene Gebiet ohne Zwischenfälle durchquert, berichtete unter anderem der iranische Sender Press TV unter Berufung auf gut informierte Kreise.
Nach einem Bericht des Wall Street Journal ermöglicht das Rahmenabkommen Teheran, von sofort wieder am internationalen Ölgeschäft teilzunehmen.
Deal zwischen USA und Iran soll auf dem Schweizer Bürgenstock unterzeichnet werden
Besonders dabei ist, dass in ebendieser Hotelanlage bereits vor genau zwei Jahren eine Ukraine-Friedenskonferenz stattfand. Damals nahmen unter anderem der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij und die damalige amerikanische Vizepräsidentin Kamala Harris teil, nicht aber Russlands Präsident Wladimir Putin. Bereits damals erwies sich, der auf rund 900 Metern gelegene Konferenzort als gut zu sichern, wie das Schweizer Nachrichtenportal NZZ berichtet. Auf diese Erfahrungen greifen die Sicherheitskräfte bei den aktuellen Vorbereitungen nun zurück.
Trump kritisiert israelische Angriffe auf Beirut
US-Präsident Donald Trump kritisiert die israelischen Angriffe auf die libanesische Hauptstadt Beirut. Er habe Israel deutlich gemacht, dass ihm das nicht gefallen habe, sagte Trump am Rande des G-7-Gipfels in Frankreich. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu müsse im Hinblick auf Libanon verantwortungsvoller agieren. „Man muss nicht jedes Mal ein Wohnhaus zum Einsturz bringen, wenn man nach jemandem sucht. Denn in diesen Wohnhäusern sind viele Menschen, und die sind nicht alle Hisbollah“, sagte Trump mit Blick auf Israels Angriffe.
„Man muss nicht jedes Mal ein Wohnhaus zum Einsturz bringen, wenn man nach jemandem sucht. “
US-Präsident Trump über Israels Angriffe in Libanon
Wenn Israel seine Aufgaben nicht erledigen könne, ohne alle anderen zu töten, solle Syrien sich um die Hisbollah-Miliz kümmern, erklärte Trump weiter. Dies habe er Israel vorgeschlagen. Auf die Frage, ob er von Netanjahu frustriert sei, entgegnete Trump: „Nein, wir haben eine großartige Beziehung.“
Spritpreise in Deutschland nähern sich dem Vorkriegsniveau an
Damit war Diesel am Montag nur noch sieben Cent pro Liter teurer als am letzten Tag vor Kriegsbeginn, E10 um neun Cent. Auf eine Tankfüllung von 50 Litern sind das 3,50 beziehungsweise 4,50 Euro. In der Spitze hatte Diesel sich in der Krise um mehr als 70 Cent pro Liter verteuert, E10 um mehr als 40 Cent.
Auch am Dienstagmorgen ging es weiter nach unten, der Tagesschnitt steht aber noch nicht fest. Seit Einführung der 12-Uhr-Regel ist Sprit am Vormittag typischerweise eher billig. Mittags machen die Preise dann einen starken Sprung nach oben und werden im Verlauf des Nachmittags wieder günstiger.
Zuletzt sind die Ölpreise deutlich gesunken. Dass die Spritpreise inzwischen wieder ihren Vorkriegsniveaus nahe kommen, liegt aber auch am Tankrabatt der Bundesregierung, der die Steuern pro Liter um 16,7 Cent gesenkt hat. Er gilt nur noch bis zum Ende des Monats und soll nicht verlängert werden. Dann drohen Autofahrern wieder höhere Preise.
Iran: Weitere Verhandlungen mit USA beginnen am Freitag
Ein Ende des Kriegs schließe ein Ende der israelischen Besetzung von Gebieten in Libanon mit ein, sagte Araghtschi demnach weiter. Jegliche neuen israelischen Angriffe auf Libanon und weitere Besetzung der Gebiete betrachte Iran als Verstoß gegen die getroffene Vereinbarung.
Die USA und Iran hatten sich auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Kriegs geeinigt und nach US-Angaben bereits digital unterzeichnet. Am Freitag sollen hochrangige Vertreter der beiden Länder Medienberichten zufolge in Genf persönlich aufeinandertreffen. Zunächst habe man sich auf eine Beendigung des Kriegs, die Öffnung der Straße von Hormus, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte und den Wiederaufbau konzentriert, sagte Araghtschi den Angaben entsprechend zudem in Teheran.
Die 60-Tage-Frist gilt als knapp zur Verhandlung eines umfassenden Abkommens zu Irans Atomprogramm. Ähnliche Gespräche über das bisher letzte große Abkommen mit Iran, dem in Wien geschlossenen Atomdeal von 2015, dauerten fast zwei Jahre.

