Heikler Bericht mischt Schweizer Fußball auf

Nach Xhakas Wut-Rede
„Toxisch“: Heikler Bericht mischt Schweizer Fußball auf
18.06.2026 | 05:26 Uhr
Den WM-Auftakt setzen die Schweizer Fußballer in den Sand. Der späte Ausgleich von Katar treibt das Team in schwere Turbulenzen. Granit Xhaka wird danach sehr deutlich. Hernach ist von einem toxischen Umfeld die Rede. Wirklich?
Granit Xhaka war der Hut hochgegangen. Der Schweizer Anführer war richtig in Rage. Seine Mannschaft hatte den WM-Auftakt tüchtig verbaselt und sich in der Nachspielzeit noch den Ausgleich gegen Katar eingefangen. Die Stimmung kippte. Von der besten WM aller Zeiten, die die „Nati“ doch eigentlich spielen will, war keine Rede mehr. Plötzlich ging es nur noch um die Explosion von Xhaka. Als Mannschaft „müssen wir mit beiden Beinen auf den Boden kommen“, mahnte er. Der Höhenflug durch die USA entpuppte sich zumindest zum Start als Illusion.
Xhaka forderte von seinen Teamkollegen, „die Realität zu verstehen: Wir müssen nicht über den Titel reden oder über die beste WM der Geschichte. Wir sind aktuell nicht so weit!“ Schon nach dem ersten Spiel brennt es in der „Nati“, und Xhaka gab sich zunächst keine Mühe, das Feuer auszutreten .“Es hatte definitiv auch mit Disziplin zu tun. Man muss auch einmal einfach akzeptieren, was der Trainer sagt. Nicht jeder muss das Gefühl haben, der Showmaker zu sein“, kritisierte der 33-Jährige. „Ich glaube, das Ergebnis tut uns als Mannschaft gut, damit wir sehen, wo wir stehen, damit wir sehen, dass wir mehr machen müssen, als wir vielleicht denken.“
Freuler widerspricht vehement
Die wütenden Ansagen von Xhaka hallten nach. Die Boulevardzeitung „Blick“ fragte gar, ob der Anführer für ein toxisches Umfeld sorge. Auf Grundlage von „mehreren Quellen“, so berichtet die Zeitung, sollen einige Spieler der aufgrund der strengen Ansagen „verunsichert sein oder sich nicht wohlfühlen im Camp“. Es solle laut „Blick“ nun „zu viel Negativität“ geben, „die die Stimmung im Team beeinträchtigt“. Zudem soll es in eine „toxische Richtung“ gehen. Xhaka sei innerhalb des Teams und im Training sehr kritisch.
Vor dem so wichtigen zweiten Spiel gegen Bosnien-Herzegowina am Abend (21 Uhr) versuchen die Schweizer nun die offenbar tiefen Risse zu kitten. Remo Freuler widersprach den heiklen Medienberichten und hob die angeblich doch gute Stimmung hervor: „Wir müssen auch kritisch sein. Wenn man erwartet, dass man gegen Katar gewinnt und dann nur 1:1 spielt, dann müssen wir auch hart mit uns selbst ins Gericht gehen.“
Katar – Schweiz 1:1 (0:1)
Tore: 0:1 Embolo (17., Foulelfmeter), 1:1 Khoukhi (90.+4)
Katar: Abunada – Mohammed Al-Oui (60. Fathi), Pedro Miguel, Khoukhi, Ahmed – Gaber (60. Boudiaf), Madibo (78. Al Manai), Laye – Abdurisag (60. Alaaeldin), Afif, Edmílson Junior (89. Al Haydos). – Trainer: Lopetegui
Schweiz: Kobel – Zakaria, Elvedi, Akanji, Rodríguez (89. Muheim) – Aebischer (66. Rieder), Xhaka, Freuler (89. Jashari) – Ndoye (66. Manzambi), Embolo, Vargas (79. Amdouni). – Trainer: Yakin
Schiedsrichter: Said Martínez (Honduras)
Zuschauer: 67.966
Gelbe Karten: Abunada, Gaber – Zakaria
Man müsse nach so einem Spiel auch „seine Meinung sagen und die Meinung von jedem akzeptieren können“, erklärte Freuler: „Ich denke, das haben wir auch gemacht. Schlussendlich ist die Stimmung noch gut, aber wichtig ist auch, dass man seine eigenen Fehler erkennt, die man im Spiel gemacht hat und im nächsten besser macht“. Generell müsse man Dinge ansprechen können. „Wenn man ein Problem damit hat, dann ist man im Fußball ein bisschen am falschen Platz“, sagte der Profi vom FC Bologna. Wenn man immer nur über die guten Sachen spreche, „dann kommt man nicht vorwärts“.
Verwendete Quellen: ntv.de, tno
