Champions League:


Thorsten Kinhöfer

Im Champions-League-Halbfinale wird ein zweiter Foulelfmeter für Arsenal nach VAR-Check zurückgenommen. Für ZDF-Schiedsrichterexperte Kinhöfer ist das nicht nachvollziehbar.

30.04.2026 | 2:53 min


Am Ende stand ein 1:1 zwischen Atlético Madrid und dem FC Arsenal im Hinspiel des zweiten Champions-League-Halbfinals. Nach dem Neun-Tore-Spektakel von Bayern München und PSG am Tage zuvor hatte auch das zweite Spiel einiges an Torchancen und Diskussionsstoff zu bieten. Einmal mehr im Mittelpunkt: drei Schiedsrichterentscheidungen.

Der FC Arsenal ging kurz vor der Pause durch einen Strafstoß in Führung. Das vorangegangene Foul – ein Schubser von Madrids David Hancko gegen Arsenals Viktor Gyökeres – empfand Experte René Adler im „sportstudio Champions League“ zwar als etwas „billig“, nannte die Entscheidung aber dennoch vertretbar.

Antoine Griezmann und Saliba am 29.04.26

Gute Ausgangslage für den FC Arsenal: Bei einem nach der Pause auf den Sieg drückenden Atletico Madrid heißt es am Ende 1:1. Mehrfach im Blickpunkt steht der Schiedsrichter.

29.04.2026 | 2:59 min


Ben White ähnlich wie Davies am Vortag

Spannender wurde es bei der zweiten Szene. Ähnlich wie bei Bayerns Alphonso Davies sprang Arsenals Ben White der Schuss von Marcos Llorente erst leicht an den Oberschenkel und dann an die Hand. Schiedsrichter Danny Makkelie zeigte auf den Punkt. „Wir haben das ja gestern schon bei Bayern München gesehen: Das ist halt ein Handspiel“, urteilte ZDF-Schiedsrichter-Experte Thorsten Kinhöfer.

Der Arm beziehungsweise die Hand ist weit vom Körper entfernt, er hält den Ball auf, und der Ball trifft vorher noch das Schienbein. Aber auch da gab es – wie gestern bei Bayern – keine glasklare oder deutliche Richtungsänderung. Deswegen ist dieses Handspiel strafbar.

Schiedsrichter-Experte Thorsten Kinhöfer im ZDF

Doch der 57 Jahre alte Ex-Bundesligaschiedsrichter holte in der Frage um diese Art von Handelfmetern noch etwas weiter aus: „Ich glaube, man muss mal langsam daran gehen, dass man mal überlegen muss, ob solche Handspiele überhaupt gepfiffen werden müssen“, so Kinhöfer.

Kinhöfer: Strafe für „so einen Mist“ zu hoch

Und vor allen Dingen, ob es dafür einen Strafstoß geben muss, weil die Strafe für so einen Mist, auf deutsch gesagt, ist doch viel zu hoch.

Schiedsrichter-Experte Thorsten Kinhöfer im ZDF

Und auch aus der dritten Szene des Abends leitete Kinhöfer eine Frage für den Umgang mit dem Schiedsrichterwesen allgemein ab. In der 79. Minute traf erneut Hancko Arsenals Eze am Fuß. Der Unparteiische entschied zunächst auf Elfmeter – korrigierte sich nach VAR-Eingriff und Ansicht der Videobilder jedoch.

Luis Diaz und Marquinhos am 28.04.26

Die Erwartungen vor dem Hinspiel zwischen Paris und Bayern waren gewaltig – und sie werden noch übertroffen. Das unglaubliche 5:4 ist schon jetzt eine Partie für die Fußball-Geschichte.

29.04.2026 | 2:59 min


„Wenn ich sehe, was der Trainer von Atlético Madrid da für einen Zirkus an der Seitenlinie aufführt und der vierte Offizielle nicht in der Lage ist, dem ein bisschen Einhalt zu gebieten, dann kann ich mir schon vorstellen, dass der Druck von außen so stark auf den Schiedsrichter niederprasselt“, ordnet Kinhöfer die Szene ein.

Kinhöfer: UEFA muss Einhalt gebieten

Seiner Ansicht nach, sollte sich der VAR in dieser Szene überhaupt nicht melden, da ein Kontakt stattgefunden habe. Wenn der Schiedsrichter diese Situation im Spiel ahnde, dann müsse sie auch bestehen bleiben.

Mikel Arteta

Die Trainer Mikel Arteta und Diego Simeone nach dem Halbfinal-Hinspiel in der Champions League zwischen Atletico Madrid und dem FC Arsenal.

30.04.2026 | 1:39 min


Auf den Druck, der in solchen Spielen auf die Schiedsrichter ausgeübt wird, angesprochen, sagte Kinhöfer: „Man hat ja gerade wieder gesehen: Da stehen vier, fünf Spieler von Atlético und reden auf den Schiedsrichter ein. Der Trainer von Atlético führt sich da draußen auf – das ist ja fast nicht mehr jugendfrei, wie der gestisch und mimisch auf den Schiedsrichter einredet.“

Da muss die UEFA auch Einhalt gebieten, denn so ein Verhalten – man muss sich immer vor Augen führen – hat eine Vorbildfunktion. Was soll denn dann in den unteren Ligen in Deutschland passieren, wenn solche Trainer ihr Unwesen treiben und im Endeffekt keine Sanktionen zu befürchten haben?

Schiedsrichter-Experte Thorsten Kinhöfer im ZDF

Letztendlich blieb es beim 1:1-Remis zwischen den beiden Teams. Alles drin im Rückspiel und eines hat auch diese Partie wieder klar gemacht. Die Diskussionen um VAR, Schiedsrichterwesen und Diskussionskultur im Fußball wird noch eine Weile erhalten bleiben.

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Quelle: Reuters


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Über dieses Thema berichtete das ZDF am 29.04.2026 ab 23 Uhr in der Sendung „sportstudio Champions League“.



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