Vier Jahre Gefängnis für Mette-Marits Sohn Marius Borg Høiby


Marius Borg Høiby, der älteste Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit, soll für vier Jahre ins Gefängnis gehen. Ein Gericht in der Hauptstadt Oslo befand den 29-Jährigen wegen zwei der insgesamt vier ihm zur Last gelegten Vergewaltigungen nach norwegischem Recht für schuldig. In das Gefängnisurteil flossen außerdem Gewalt gegen eine seiner früheren Freundinnen, Drohungen sowie Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung ein, wie Medien berichten.

Vier Frauen muss der Norweger eine Entschädigung zahlen, darunter zwei Ex-Freundinnen. Høiby verfolgte das Urteil aus gesundheitlichen Gründen nicht im Gerichtssaal mit, sondern über eine Videoschalte aus dem Gefängnis. Er kann gegen das Urteil Berufung einlegen.

Staatsanwaltschaft hielt Høiby in 39 Anklagepunkten für schuldig

Das Mammutverfahren war von Anfang Februar bis Mitte März verhandelt worden. Høiby war in 40 Punkten angeklagt gewesen. Die Staatsanwaltschaft hielt ihn in 39 Punkten für schuldig und wollte den Norweger für sieben Jahre und sieben Monate hinter Gittern sehen. Høibys Verteidiger hatten dagegen zum Abschluss der Gerichtsverhandlung einen Freispruch von den Vergewaltigungsvorwürfen gefordert und für eineinhalb Jahre Haft für ihren Mandanten plädiert.

Norwegen Oslo 2026 | Blick auf das zuständige Gericht in Oslo
Blick auf das zuständige Gericht in Oslo (Archivbild) Bild: Julia Wäschenbach/dpa/picture alliance

Mehrere der Taten hatte der 29-Jährige gestanden. Dabei ging es um Fälle von Körperverletzung und Vandalismus, Verstöße gegen ein Kontaktverbot zu einer Ex-Freundin, verschiedene Verkehrsdelikte sowie den Transport von 3,5 Kilo Marihuana.

Betroffenen Frauen waren bewusstlos oder schliefen

Die vorgeworfenen Vergewaltigungen von vier Frauen, während diese schliefen oder bewusstlos waren, hatte er dagegen bestritten. Während er mit den Frauen zusammen war, hatte Høiby diese gefilmt und fotografiert. Foto- und Videoaufnahmen auf den Mobiltelefonen des Norwegers spielten in der Beweisführung der Staatsanwaltschaft eine wichtige Rolle. Die Verteidigung säte während des Prozesses Zweifel an der Glaubwürdigkeit von einem der mutmaßlichen Opfer. 

Høiby warf unter Tränen in dem Prozess den Medien vor, sie hätten ihn von klein auf verfolgt. Der 29-Jährige ist Mette-Marits Sohn aus einer früheren Beziehung vor ihrer Hochzeit mit Kronprinz Haakon Magnus von Norwegen im Jahr 2001. Dem Königshaus gehört Høiby nicht formell an.

Norwegen Oslo 2022 | Marius Borg Høiby sitzt neben seiner Mutter, der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit
Marius Borg Høiby und seine Mutter, Kronprinzessin Mette-Marit (Oslo, 2022) Bild: Lise Aserud/NTB/dpa/picture alliance

„Ich bin hauptsächlich als der Sohn meiner Mutter bekannt, für nichts anderes“, hatte Høiby am zweiten Tag seines Prozesses gesagt. „Deshalb hatte ich ein extrem großes Bedürfnis nach Anerkennung. Mein ganzes Leben lang. Und das hat sich in viel Sex, viel Drogen und viel Alkohol niedergeschlagen.“

Randaliert, gewalttätig …

Im August 2024 nahm die Polizei Høiby zum ersten Mal fest. In der Wohnung seiner damaligen Freundin hatte er randaliert, später gab er zu, der Frau gegenüber gewalttätig geworden zu sein.

Im Laufe der Ermittlungen kamen immer mehr Vorwürfe ans Licht. Kurz vor dem Prozess nahm die Polizei Høiby erneut fest – er hatte gegen ein Kontaktverbot gegenüber seiner Ex-Freundin verstoßen. Seitdem sitzt der 29-Jährige in Untersuchungshaft.

Nach Urteilsverkündung: Høiby beantragt nochmals Freilassung aus U-Haft 

Mehrfach versuchte Mette-Marits Sohn während des Prozesses und danach, aus der Untersuchungshaft freizukommen – auch mit elektronischer Fußfessel. Zuletzt verwies er auf den schlechten Gesundheitszustand seiner Mutter. Kurz nach seiner Verurteilung beantragte er abermals die Freilassung aus der U-Haft, wie norwegische Medien übereinstimmend berichten.

Kronprinzessin Mette-Marit leidet an einer unheilbaren, chronischen Lungenkrankheit und braucht nach Angaben des norwegischen Königshauses dringend eine Spenderlunge. Ihr Zustand soll sich in den vergangenen Monaten dramatisch verschlechtert haben. Høiby bezeichnete es als unerträglich, nicht bei seiner Mutter sein zu können. 

se/pg (dpa, afp, rtr, ap)



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