Angehörige im Pflegefall: Debatte über 100.000-Euro-Grenze
Werden Kinder pflegebedürftiger Eltern weiter bis zu einem Einkommen von 100.000 Euro finanziell geschützt? Gesundheitsministerin Warken will diese Grenze streichen. Die Pflegebeauftragte der Regierung lehnt das ab.
Wenn pflegebedürftige Eltern auf Sozialhilfe angewiesen sind, müssen sich deren Kinder bis zu einer Einkommensgrenze von 100.000 Euro bislang nicht an den Kosten beteiligen. Gesundheitsministerin Nina Warken, CDU, will diese Grenze ersatzlos streichen, um die Kommunen zu entlasten. So steht es im Entwurf des Pflegeneuordungsgesetzes.
Die Pflegebeauftragte Staffler wirbt dafür, die 100.000-Euro-Grenze zu erhalten.
Staffler will faire Lastenverteilung
Die Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Katrin Staffler von der CSU, widerspricht nun. Sie halte es für falsch, diese Grenze komplett wieder zu streichen, sagte Staffler dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es gehe um eine faire Lastenverteilung, deshalb müsse man über die richtige Höhe des freigestellten Einkommens sprechen.
Im Jahr 2019 hatte die damalige schwarz-rote Regierung das sogenannte „Angehörigenentlastungsgesetz“ eingeführt. Seitdem müssen Kinder, die weniger als 100.000 Euro im Jahr verdienen, nicht für die Pflegekosten ihrer Eltern mit bezahlen, wenn diese auf Sozialhilfe angewiesen sind. Meist geschieht dies, wenn die Leistungen der Pflegeversicherung und das eigene Einkommen oder Vermögen die Pflegekosten nicht abdecken.
Zuvor hatten bereits Oppositionspolitiker und Mitglieder des Koalitionspartners SPD Warkens Pläne kritisiert. Die Gesundheitsministerin hält daran aber fest.

