Frankfurt weist erste Stationen für Carsharing aus



Für Frankfurt ist das quadratische Schild mit dem geteilten Auto und den vier Personen eine Premiere. Das 2020 in die Straßenverkehrsordnung aufgenommene Symbol weist auf einen Carsharing-Stellplatz hin, auf dem sonst niemand parken darf. Natürlich kann man in Hessens größter Stadt schon lange ein Auto für einen kurzen Zeitraum mieten, das Unternehmen Stadtmobil etwa ist hier seit 26 Jahren aktiv. Doch im Frankfurter Westen dürfen die Anbieter ihre Fahrzeuge erstmals auf fest zugewiesenen öffentlichen Flächen an der Straße abstellen. Fünfzig dieser Stationen sind jetzt in Bockenheim, Höchst, Rödelheim, Schwanheim und im Westend markiert worden.

Weil dort jeweils meist zwei Fahrzeuge stehen, sind fast 100 Sharing-Autos verfügbar – und ebenso viele öffentliche Parkplätze weggefallen. Die Standorte im Westen seien mit den drei zuständigen Ortsbeiräten abgestimmt worden, sagte der Leiter der strategischen Verkehrsplanung im Mobilitätsdezernat, Heiko Nickel, jetzt bei einem Ortstermin am Odina-Bott-Platz im Westend. Beteiligt seien auch das Straßenverkehrsamt und das Amt für Straßenbau und Erschließung, das für die Sondernutzungserlaubnis zuständig sei. Die Mietwagenanbieter konnten sich für die Flächen bewerben. Für die Ausschreibung waren Bündel mit Standorten in besseren und schlechteren Lagen gebildet worden. Die 50 Stationen im Frankfurter Westen teilen sich Stadtmobil und Book-n-drive auf. Sie kosten je nach Lage 50 oder 25 Euro im Monat.

Manche Anbieter stellen die Fahrzeuge auf freien Parkplätzen am Straßenrand ab, das Prinzip nennt sich „Free Floating“. Feste Stellplätze, zu denen die Autos nach dem Ausleihen wieder zurückgebracht werden müssen, gab es in Frankfurt bisher nur auf Privatgrundstücken. 2021 hatte die Hessische Landesregierung den Städten die Möglichkeit gegeben, auch im öffentlichen Raum feste Plätze zuzuweisen.  „Jetzt werden wir sichtbarer, weil wir nicht mehr auf Hinterhöfe und Tiefgaragen beschränkt sind“, sagte Charlotte Rothländer von Book-n-drive.

Stadtmobil-Geschäftsführer Bernd Kremer ist nach eigenen Worten auch für die zweite Zuteilungsrunde im Herbst zuversichtlich. Wie Nickel sagte, werden dabei ebenfalls 50 Flächen in den Stadtteilen im Süden und Osten vergeben. Anfang nächsten Jahres folgten als letzte die Stationen im Frankfurter Norden. Der Verlust von Parkplätzen werde durch den Anreiz ausgeglichen, auf das eigene Auto zu verzichten, so der Leiter der strategischen Verkehrsplanung. Das stehe im Durchschnitt ohnehin 23 Stunden am Tag. Es gebe Schätzungen, dass ein Carsharing-Fahrzeug 20 Privatautos ersetzen könne.

Einige der Carsharing-Plätze sollen durch Abstellmöglichkeiten für Leihräder und E-Scooter zu Mobilitätsstationen ausgebaut werden. Diese gibt es in verschiedenen Größen – die kleinsten bestehen aus E-Scooter-Parkplätzen, die flächendeckend in der Innenstadt ausgewiesen worden sind. An den größeren stehen auch Carsharing-Autos.



Source link

Ähnliche Beiträge