USA halten Zusagen nicht ein


Nach israelischen Angriffen auf Beiruter Vororte stellt der Iran die Einigung mit den USA zur Beendigung des Kriegs grundsätzlich infrage. „Wenn Ihr (USA) weder den Willen noch die Fähigkeit habt, Euren Verpflichtungen nachzukommen, dann kann man den diplomatischen Weg auch nicht fortsetzen„, schrieb Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf auf der Plattform X. Solchen Angriffen grünes Licht zu geben, könne keine diplomatischen Zugeständnisse erwirken.

Iran Teheran 2026 | Staatsbegräbnis für Revolutionsgarden-Kommandeur Alireza Tangsiri
Die iranische Revolutionsgarde verfügt über ein eigenes Heer, eine eigene Marine und Luftwaffe (Archivbild)Bild: Jaime León/Agencia EFE/IMAGO

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) schlugen einen noch schärferen Ton an und drohten Israel mit Gegenschlägen. „Es besteht kein Zweifel, dass diese Verbrechen nicht unbeantwortet bleiben werden“, sagte ein IRGC‑Sprecher im iranischen Staatssender Irib.

Vollkommen unprovoziert – heißt es aus Israel

Die israelische Armee teilte mit, sie stelle sich auf den möglichen Beschuss israelischer Gebiete in den kommenden Stunden ein. Das Militär sei in erhöhter Alarmbereitschaft und auf eine „Vielzahl defensiver und offensiver Szenarien vorbereitet.“ 

Das israelische Außenministerium bezichtigte zudem den Iran als Reaktion auf Ghalibafs X-Post der Lüge. „Es ist Irans Stellvertreter, die Hisbollah, die Israel heute Morgen wieder angegriffen hat, vollkommen unprovoziert“, hieß es in einem X-Post des Ministeriums. Die Hisbollah schieße ständig auf israelische Zivilisten, hieß es weiter. Israel werde Angriffe auf sein Territorium nicht dulden. 

Libanon Beirut 2026 | Menschen suchen nach Überlebenden nach israelischem Luftangriff in Ghobeiry
Nach Angriffen der Hisbollah-Miliz hat Israel erneut Stellungen in Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut bombardiertBild: Ibrahim Amro/AFP

Die Hisbollah wird von den USA, Deutschland und mehreren sunnitischen arabischen Staaten als Terrororganisation eingestuft. Sie wird vom Iran unterstützt. Die EU listet den bewaffneten Flügel der Hisbollah als Terrorgruppe.

Pakistan hatte Hoffnung gemacht

Hauptbedingung für den Iran bei dem Bemühen um eine Einigung mit den USA ist ein Ende der militärischen Operationen an allen Fronten, auch im Libanon. Teheran hatte mehrfach betont, dass ohne die Verwirklichung dieser Forderung der Iran nicht bereit sei, den diplomatischen Prozess fortzusetzen.

Noch am Samstag hatte der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif erklärt, ein Abkommen sei praktisch unterschriftsreif. Es könne noch am Wochenende von den USA und dem Iran unterzeichnet werden. Pakistan vermittelt seit Wochen in dem Konflikt. US-Präsident Donald Trump hatte erklärt, er rechne mit einer Unterzeichnung des Abkommens noch am Sonntag, seinem 80. Geburtstag.

Pakistan Islamabad 2026 | Premierminister Shehbaz Sharif bei der 6. Paigham-e-Islam-Konferenz
Pakistans Premier Shehbaz Sharif hatte noch am Samstag die Hoffnung auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran genährtBild: PPI/Newscom World/IMAGO

Zwischen den USA und dem Iran gibt es seit Jahren massive Differenzen. Die Spannungen erreichten einen neuen Höhepunkt am 28. Februar, als die USA und Israel in koordinierten Aktionen den Iran angriffen. Gleich am ersten Tag des Krieges wurde der oberste Führer des Iran, Ali Chamenei, getötet.

Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf mehrere Staaten in der Golfregion und auch auf Jordanien. Außerdem blockierten die iranischen Streitkräfte die für die Weltwirtschaft wichtige Straße von Hormus. Die Öffnung der Meerenge soll nach Darstellung Pakistans in einem Abkommen zwischen den USA und Iran festgeschrieben werden. 

haz/ust (dpa, rtr, afp, ap)

Redaktionsschluss 18 Uhr (MESZ). Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.



Source link

Ähnliche Beiträge