Bonn macht ÖPNV wegen Brückensperrung ab Montag kostenlos
Wegen der Sperrung der Nordbrücke ist der ÖPNV in Bonn im Juni kostenlos nutzbar. Das hat der Stadtrat beschlossen. Die Stadt will Anreize setzen, damit die Menschen ihr Auto stehen lassen.
In Bonn können Busse und Bahnen ab Montag (15. Juni) bis Ende des Monats gratis genutzt werden. Damit will die Stadt Anreize setzen, damit die Menschen ihr Auto stehen lassen. Kostenlos darf jedoch nur mit Bussen und Bahnen innerhalb der Stadtgrenze gefahren werden. Hintergrund ist die plötzliche Sperrung der Nordbrücke am Mittwoch der vergangenen Woche, wodurch die Straßen und verbliebenen Rheinbrücken in Bonn stark überlastet sind.
Zum kostenlosen ÖPNV hatte Bonns Oberbürgermeister Guido Déus zuletzt gesagt: „Wir können uns das eigentlich nicht leisten.“ Busse und Bahnen müssten aber jetzt das beste und schnellste Verkehrsmittel für alle sein. Wegen des Sparzwangs könnten bestehende Abos wie das Deutschlandticket oder andere Monatskarten allerdings nicht erstattet werden.
Freie Fahrt gilt nur innerhalb der Stadtgrenze
Die Stadtwerke betont, dass die kostenlose Fahrt nur im Bonner Stadtgebiet gilt. Wer mit Bus oder Bahn beispielsweise aus dem Rhein-Sieg-Kreis nach Bonn fahren möchte, braucht weiterhin ein gültiges Ticket bis zur Stadtgrenze.
Auch andere Verkehrsunternehmen wie die RSVG, RVK und die KVB können innerhalb des Bonner Stadtgebiets kostenlos genutzt werden. Für regionale Züge, die durch Bonn fahren, müssen Passagiere weiterhin einen gültigen Fahrschein vorlegen.
Bonner Nordbrücke ist eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen der Region Bonn/Rhein-Sieg
Die Bonner Nordbrücke musste am 3. Juni 2026 gesperrt werden, nachdem Untersuchungen strukturelle Schäden am Tragwerk ergeben hatten. Sie ist eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen der Region Bonn/Rhein-Sieg.
Die kostenlose Nutzung des ÖPNV ist Teil eines Maßnahmenpakets, das der Bonner Stadtrat beschloss. Dazu gehören unter anderem:
- Mögliche weitere Park-and-Ride-Flächen prüfen und einrichten
- Umweltspuren in Busspuren umwandeln
- Mehr Spuren auf den Straßen in der Umgebung für Autoverkehr zur Verfügung stellen
- Prüfen, ob Straßenbahnspuren auf der Kennedybrücke für Busverkehr genutzt werden können
Bereits am Montag war ein Park-and-Ride-Platz auf der Festwiese von Pützchens Markt und von dort ein Shuttleservice zum Haltepunkt Villich der Stadtbahnlinie 66 eingerichtet worden. Da die Festwiese im September aber zum Rummelplatz wird, laufen bereits Verhandlungen für zwei Ersatzflächen in der Nähe. Außerdem habe das Land das Areal des Landesbehörden-Hauses an der Olof-Palme-Allee mit direkter Anbindung an die Straßenbahn angeboten.
Unsere Quellen:
Sendung: WDR2, WDR aktuell, 11.06.2026, 21 Uhr
