Kritik an FIFA wegen Rekordkosten
Sehen Sie hier die Sendung Markus Lanz vom 11. Juni 2026.
11.06.2026 | 59:55 min
Wenn nur noch Superreiche Fußballspiele besuchen könnten, auf die man als Fan wirklich hin fiebere, „dann kann ich als begeisterter Fußballfan sagen: Das ist nicht mehr mein Sport (…).“ – Journalist Markus Feldenkirchen kritisierte am Donnerstagabend bei „Markus Lanz“ die horrenden Ticketpreise der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada.
Mit Blick auf den FIFA-Präsidenten sagte er: „Ich glaube, dass Herr Infantino und manche andere komplett vergessen haben, dass sie gerade über die Preispolitik den Fußball weit von seinem Ursprung entfernen.“
Feldenkirchen: WM-Ticketpreise kennen keine Grenzen
Es habe mehrere Verkaufsstufen gegeben, so Feldenkirchen. Seit April „kennen die Preise wirklich keine Grenzen mehr“: „Das ist dynamisches Ticketing, was die FIFA dort macht – nach oben nicht gedeckelt. Die Nachfrage regelt die Preise“, so der ehemalige „Spiegel“-Korrespondent in Washington.
Die Vorfreude auf den Start der Fußball-WM ist groß, jedoch gibt es Kritik an den hohen Ticketpreisen. FIFA-Chef Infantino verteidigt sie als „angemessen“.
11.06.2026 | 0:28 min
Man könne Tickets über eine FIFA-Plattform an andere Interessenten weiterverkaufen. Die Resale-Preise lägen zum Teil im „vier- bis fünfstelligen Bereich“, in einigen Fällen sogar noch höher:
Es wird auf einer diese Plattformen wohl gerade ein Finalticket für über eine Million, eins wohl für elf Millionen gehandelt.
Markus Feldenkirchen, ehemaliger „Spiegel“-Korrespondent in Washington
Feldenkirchen sagte: „Es ist der absolute Wahnsinn und es hat nichts mehr mit dem zu tun, wo der Fußball herkommt.“
Teure Tickets verärgern Fußballfans sowieso. Nun wird der FIFA auch noch vorgeworfen, rückwirkend die Sitzplatzkategorie bei manchen Tickets verschlechtert zu haben. US-Justizbehörden prüfen.
29.05.2026 | 2:23 min
Kistner: FIFA hat Schwarzmarkt übernommen
Ein Ticket für das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika war für 413.000 Euro auf der FIFA-Verkaufsplattform angeboten worden. Sportjournalist Thomas Kistner erklärte:
[Die FIFA] hat den Schwarzmarkt übernommen und betreibt ihn so.
Thomas Kistner, Sportjournalist der Süddeutschen Zeitung
Die FIFA verdiene über ihre Wiederverkaufsplattform „klotzig“ mit. Kistner rechnete anhand eines Ticketpreises von 400.000 Euro vor: „Sowohl der Käufer als auch der Verkäufer drücken jeweils 15 Prozent davon nochmal an die FIFA ab. Von den 400.000 landen nochmal 120.000 in der Tasche der FIFA. Das ist das Geschäftsmodell.“
Nachrichten | Sport
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Schweiz, Deutschland, USA: Ermittlungen gegen die FIFA
Kistner berichtete von einer weiteren zweifelhaften Verkaufsstrategie. Zunächst habe es die Möglichkeit gegeben, sich ein Ticket-Paket für mehrere WM-Spiele zusammenzustellen: „Da packt man dann alles rein, was man haben will (…). Aber ich muss in diesem Paket auch noch irgendeine Mogelpackung mit kaufen, irgendein Spiel, von dem ich noch gar nicht weiß, was es ist und wo es ist.“
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11.06.2026 | 4:37 min
Diese Verkaufsmethode sei eine „reine Glücksspiel-Geschichte“ gewesen und deswegen von der Schweizer Glücksspielbehörde unterbunden worden. Kistner sagte:
Auch hier in Deutschland ermittelt die Glücksspielbehörde.
Thomas Kistner, Sportjournalist der Süddeutschen Zeitung
Der Tickethandel dieser WM ziehe einen „ziemlichen Rattenschwanz“ hinter sich her: „Die Generalstaatsanwältinnen in New Jersey und in New York (…) haben offiziell Strafermittlungen gegen die FIFA angeschoben, wegen des Verdachts auf Betrug mit dem Ticketing.“
Teuerste WM aller Zeiten für Fans?
„Nicht nur die FIFA“ würde massiv abgreifen, betonte Markus Feldenkirchen. Mit Folgen für Fußballfans aus aller Welt: „Das ist auf jeden Fall die teuerste WM aller Zeiten für Fans.“
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11.06.2026 | 4:19 min
Aufgrund der drei Austragungsländer müssten die Fans weite Wege zurücklegen und hohe Flugkosten tragen. Auch die Preise für Zugfahrten und Parkplätze rund um die Fußballstadien seien gestiegen. Die Hotelpreise seien „bis zu 300 Prozent teurer“.
Das hat nichts mehr damit zu tun, wie sich ein normaler Fußballfan ein Turnier vorstellt.
Markus Feldenkirchen, ehemaliger „Spiegel“-Korrespondent in Washington
Weil immer größere Bereiche des Stadions für Sponsoren reserviert würden, gingen immer weniger Tickets in den „freien Verkauf für echte Fans“:
„Die sind dann quasi verkauft (…), aber oftmals kommen die Leute nicht. So bleibt das Stadionerlebnis ein ganz anderes, weil die teuersten Plätze gar nicht eingenommen werden.“
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Über dieses Thema berichtete das ZDF in „Markus Lanz“ am 11.06.2026 ab 23:50 Uhr.
