Iran-Liveblog: ++ USA bereiten offenbar längere Iran-Blockade vor ++


Eine iranische Nationalflagge hängt an Trümmern eines beschädigten Gebäudes der Sharif-Universität in Teheran.


liveblog

Stand: 29.04.2026 • 04:40 Uhr

US-Präsident Trump lässt einem Bericht des Wall Street Journal zufolge eine längere Blockade des Iran vorbereiten. Bei einem israelischen Angriff auf eine Patrouille der libanesischen Armee sind fünf Menschen getötet worden.

US-Präsident Donald Trump lässt einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge eine längere Blockade des Iran vorbereiten. Trump habe seine Berater entsprechend angewiesen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. Er wolle den Druck auf die iranische Wirtschaft und die Ölexporte aufrechterhalten, indem der Schiffsverkehr von und zu den Häfen des Landes unterbunden werde.

Seit Beginn des Iran-Kriegs vor zwei Monaten ist die Zahl der Schiffe, die die Straße von Hormus passieren, nach Angaben der Vereinten Nationen um mehr als 95 Prozent zurückgegangen. Dagegen seien die Preise für Lebensmittel-Rohstoffe um sechs Prozent gestiegen, sagte Stéphane Dujarric in New York.

Der Rohölpreis für Europa sei darüber hinaus um 53 Prozent gestiegen, fügte Dujarric mit dem Verweis auf ein Online-Dashboard mit, mit dessen Hilfe sich unter anderem die Preisentwicklungen angesichts der blockierten Meerenge am Persischen Golf beobachten lasen.

Ohne Aussicht auf einen schnellen Frieden im Iran ist der Benzinpreis in den USA auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn gestiegen. Für eine Gallone (3,785 Liter) Benzin mussten Amerikaner am Dienstag im Schnitt 4,18 US-Dollar (3,57 Euro) zahlen, wie der Automobilverband AAA auf Anfrage bestätigte. Auf ähnlich hohem Niveau hatte der Benzinpreis zuletzt vor rund vier Jahren nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gelegen.

Zu Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar lag der Wert im Schnitt noch bei 2,98 Dollar. Seither ist der Preis also um rund 40 Prozent gestiegen. Hintergrund des Anstiegs ist auch Irans Blockade der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Straße von Hormus.

Für die US-Regierung ist der Anstieg ein unbequemes Thema: Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf versprochen, die Energiepreise im Land zu halbieren. Rund ein halbes Jahr vor den wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress ist er davon allerdings weit entfernt.

Bei einem israelischen Angriff auf eine Patrouille der libanesischen Armee sind fünf Menschen getötet worden. Darunter seien drei Sanitäter gewesen, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Zwei Soldaten seien verletzt worden. Das Ministerium wies darauf hin, dass es sich noch um vorläufige Zahlen handle. Der Angriff ereignete sich in der südlichen Stadt Madschdal Sun, nahe der Küstenstadt Tyros. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht dazu.

Nach Angaben der libanesischen Armee und des Zivilschutzes trafen israelische Streitkräfte eine Armeepatrouille, die medizinische Teams des Zivilschutzes und Bulldozer bei einem Rettungseinsatz am Ort eines vorherigen israelischen Angriffs begleitete. Einige der Einsatzkräfte seien durch den zweiten Angriff unter Trümmern eingeschlossen worden, hieß es.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben der Konfliktparteien oder von Beobachtern zum Kriegsgeschehen können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Der libanesische Präsident Joseph Aoun verurteilte den Angriff und erklärte, er sei Teil einer Reihe israelischer Angriffe auf Rettungs- und Einsatzkräfte, die gegen das Völkerrecht verstießen. Die libanesische Armee hat sich in den jüngsten Gefechten zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah weitgehend zurückgehalten, obwohl Dutzende ihrer Soldaten getötet wurden.

US-Geheimdienste untersuchen Insidern zufolge, wie der Iran auf eine einseitige Siegeserklärung von Präsident Donald Trump in dem seit zwei Monaten andauernden Krieg reagieren würde. Die Analyse erfolge auf Bitte hochrangiger Regierungsvertreter, sagten zwei US-Beamte und eine weitere mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Ziel sei, die Folgen eines möglichen US-Rückzugs aus dem Konflikt zu verstehen. Einige Berater fürchten demnach, dass der Krieg bei den Kongresswahlen im Spätherbst zu schweren Verlusten für die Trumps Republikaner führen könnte.

Früheren Analysen zufolge würde die Führung in Teheran einen US-Abzug nach einer Siegeserklärung als eigenen Triumph werten, sagte einer der Insider. Behielten die USA jedoch eine starke Truppenpräsenz bei, würde der Iran dies eher als Verhandlungstaktik betrachten.

Trump hatte schon vor Wochen erklärt, die USA hätten den Krieg gewonnen. Zudem dauert der Konflikt inzwischen sehr viel länger als von Trump öffentlich in Aussicht gestellt.



Source link

Ähnliche Beiträge