News zu Iran: Trump warnt Netanjahu vor Krieg gegen Iran im Alleingang – Politik
Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Ermittlungen gegen Israels Sicherheitsminister Ben-Gvir in Italien
Iran: Neuer Sicherheitsgürtel von Hormus bis zum Roten Meer
Irans Chefunterhändler: Werden US-Seeblockade durchbrechen
Israel droht Hisbollah mit Angriffen auf Beirut-Vororte
Iran erklärt Angriffe auf Israel für beendet
Trump warnt Netanjahu vor Krieg gegen Iran im Alleingang
Ermittlungen gegen Israels Sicherheitsminister Ben-Gvir in Italien
Israel hatte Mitte Mai in internationalen Gewässern nahe Zypern eine aus mehr als 50 Booten bestehende Hilfsflotte gestoppt, die auf dem Weg in den Gazastreifen war. Damit wollten mehr als 400 Aktivisten, darunter auch Italiener, die Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen. Ben-Gvir verbreitete anschließend ein Video, das festgenommene Aktivisten in demütigender Weise zeigte. Das sorgte international für Empörung.
Ben-Gvir reagierte am Abend auf die Neuigkeiten aus Italien knapp: „Das Land des Stiefels wurde zum Land der Flipflops“, schrieb er auf der Plattform X.
In Frankreich wird wegen des Vorgehens gegen die Aktivisten ebenfalls bereits ermittelt. Zudem wurde von Paris gegen Ben-Gvir bereits ein Einreiseverbot verhängt. Sowohl der israelische Außenminister Gideon Saar als auch Regierungschef Benjamin Netanjahu hatten sich vom Verhalten des Polizeiministers distanziert.
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Iran: Neuer Sicherheitsgürtel von Hormus bis zum Roten Meer
Die iranischen Al-Kuds-Brigaden kündigen die Errichtung eines neuen Sicherheitsgürtels an. Dieser „Gürtel des Widerstands“ soll sich von der Straße von Hormus bis zur Meerenge Bab al-Mandab vor der Küste Jemens sowie vom Golf bis zum Roten Meer erstrecken, sagt der Kommandeur Esmail Kaani nach Angaben von staatlichen Medien. Unter dem Begriff „Widerstand“ oder „Achse des Widerstands“ fasst die Führung in Teheran ihre Verbündeten in der Region zusammen, zu denen unter anderem die Huthi-Rebellen in Jemen gehören.
Irans Chefunterhändler: Werden US-Seeblockade durchbrechen
Iran will die von den USA errichtete Seeblockade nach den Worten seines Chefunterhändlers Mohammad Bagher Ghalibaf durchbrechen. Man werde sie in eine weitere Niederlage für den Feind verwandeln, teilte Ghalibaf auf seinem Telegram-Kanal mit. „Wir werden weder nur kämpfen, noch nur verhandeln; vielmehr werden wir zu unserer eigenen Zeit kämpfen und zu unserer eigenen Zeit verhandeln“, erklärte er. Das Ziel Irans sei ein Ende des Krieges und eine stabile Sicherheit. Man habe kein Vertrauen in die Gegenseite.
Libanons Präsident bietet Israel Gespräche über Nichtangriffspakt an
Der libanesische Präsident Joseph Aoun richtet einen seltenen Appell an Israel und bietet Verhandlungen über ein Ende des Krieges an. Eine militärische Lösung werde den Menschen im Norden Israels niemals Sicherheit bringen, sagte Aoun in einem Interview mit dem Sender CNN. Libanon sei bereit für Gespräche. Ein Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu schließt Aoun jedoch vor einer Einigung aus. Bei der angestrebten Vereinbarung solle es sich um einen Nichtangriffspakt und nicht um ein vollständiges Friedensabkommen handeln.
Iranische Behörde hebt Flugverbot wieder auf
Iran hat nach der jüngsten militärischen Eskalation mit Israel Beschränkungen im Flugverkehr wieder aufgehoben. „Da die notwendigen Sicherheitsvoraussetzungen geschaffen und die erforderlichen Abstimmungen mit den zuständigen Behörden getroffen wurden, sind die Flugbeschränkungen aufgehoben worden“, sagte der Leiter der zivilen Luftfahrtbehörde, Abusar Schirudi, der Nachrichtenagentur Tasnim. „Die Luftfahrtaktivitäten des Landes kehren schrittweise zum regulären Betrieb zurück.“ Nach neuen gegenseitigen Luftangriffen Israels und Irans hatte das Land seinen kompletten Luftraum am Nachmittag geschlossen.
Nahost-Sorgen treiben Ölpreis und belasten Europas Börsen
Die erneute Eskalation im Iran-Krieg hat zum Wochenstart die Ölpreise steigen lassen und die europäischen Aktienmärkte belastet. Der Dax ging am Montag 0,6 Prozent niedriger mit 24.616 Punkten aus dem Handel. Der EuroStoxx50 machte Verluste von bis zu 1,3 Prozent wieder wett und verabschiedete sich stabil bei 6062 Zählern. Die Ölpreise schnellten in der Spitze mehr als fünf Prozent nach oben, schränkten das Plus dann aber auf gut ein Prozent ein.
Israel droht Hisbollah mit Angriffen auf Beirut-Vororte
„Die israelische Armee wird ihre Einsätze in Libanon gegen die Terrororganisation Hisbollah fortsetzen“, sagte Katz ferner. „Wir weisen die Drohungen Irans entschieden zurück.“ Jeder iranische Versuch, einen Zusammenhang zwischen Libanon und Iran herzustellen und Israel anzugreifen, werde „mit großer Härte beantwortet werden“.
Am Sonntag hatte die israelische Armee als Reaktion auf Raketenangriffe der Hisbollah auf den Norden Israels Ziele in den Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Iran feuerte daraufhin erstmals seit zwei Monaten wieder Raketen auf Israel ab. Am Nachmittag erklärte die iranische Militärführung dann ihre Angriffe gegen Israel für beendet. Sollten die Kampfhandlungen weitergehen, darunter Israels Angriffe im Südlibanon, würden „härtere und vernichtendere Maßnahmen als bisher“ erfolgen, drohte Irans militärisches Hauptquartier Chatam al-Anbjia jedoch.
Iran erklärt Angriffe auf Israel für beendet
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump bekannt gegeben, Israel und Iran strebten eine „sofortige Waffenruhe“ an. Die abschließenden Verhandlungen über einen Frieden schritten voran, erklärt Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. „Beide Seiten, Israel und Iran, streben eine sofortige Waffenruhe an! Die finalen Friedensverhandlungen laufen, sofern ihnen nicht Ignoranz oder Dummheit in die Quere kommen. Die Blockade bleibt bis zum Abschluss eines endgültigen Abkommens in vollem Umfang bestehen. Es sollte schnell gehen.“
EU sanktioniert Iraner wegen Bedrohung des Schiffsverkehrs
„Diese Maßnahmen richten sich gegen Akteure, die an iranischen Handlungen und politischen Maßnahmen beteiligt sind, welche die Freiheit der Schifffahrt im Nahen Osten gefährden. Solche Handlungen stehen im Widerspruch zum Völkerrecht und verletzen etablierte Rechte zur Durchfahrt sowie zur friedlichen Durchfahrt durch internationale Meerengen“, heißt es in einer Erklärung der EU. Die Aktionen Irans seien inakzeptabel, erklärt die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas.
Die Vermögenswerte der sanktionierten Einheiten und Akteure können eingefroren werden. Es ist untersagt, ihnen direkt oder indirekt Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus gilt für alle gelisteten natürlichen Personen ein Einreiseverbot für die EU, heißt es in der Mitteilung weiter.
Libanon meldet israelische Angriffe im Süden des Landes
Auch der Hisbollah-Sender Al-Manar berichtete von neuen israelischen Angriffen auf etwa ein Dutzend Orte in Südlibanon. Die israelische Armee äußerte sich auf Anfrage bisher nicht.
Nabatija ist mehrheitlich von Schiiten bewohnt und ein wichtiger wirtschaftlicher Knotenpunkt für die Region und auch von symbolischer Bedeutung. Israel hat die Stadt seit den 1980er Jahren immer wieder angegriffen, wie auch im vergangenen Krieg mit der Hisbollah im Jahr 2024. Israels Armee hatte Anwohner vor rund einer Woche aufgefordert, ihre Häuser und die Stadt umgehend zu verlassen. Es gibt Vermutungen, dass israelische Bodentruppen die Stadt bald einnehmen könnten.
Vor etwa einer Woche hatten die Truppen bereits Burg Beaufort aus dem 12. Jahrhundert eingenommen, die einen Blick über weite Gebiete in Libanon und die Golanhöhen bietet. Von dieser strategisch guten Position aus wäre auch ein Vormarsch in Richtung Nabatija möglich.
Bundesregierung: Schauen mit Sorge auf neue Eskalation
Das Bundeswirtschaftsministerium schaut mit Sorge auf die Eskalation im Nahen Osten, stellt aber keine Versorgungsprobleme fest. „Derzeit liegen uns keine Meldungen für physische Knappheiten in Europa vor. Das wird sich kurzfristig auch nicht ändern“, sagt ein Sprecher. „Wir stehen mit den Unternehmen und mit den Verbänden in engem Austausch. Die Unternehmen melden uns aber derzeit auch keine Engpässe im Bereich Kerosin.“
Iran: Angriffe schüren Misstrauen in Verhandlungen mit USA
Bis zu den neuen Angriffen seien Nachrichten zwischen Washington und Teheran ausgetauscht worden, erklärte Baghai weiter. Ob weiterhin Kontakte bestehen, sagte er nicht.
Trump: Iran und Israel müssen Angriffe sofort stoppen
US-Präsident Donald Trump hat Iran und Israel nach neuen Angriffen aufgefordert, diese sofort einzustellen. „Israel und Iran müssen unverzüglich aufhören zu ‚schießen‘“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Mehr fügte er inhaltlich nicht hinzu.
Israelische Armee verschärft Zensur für die Berichterstattung
Ebenso wenig dürfen iranische Raketentreffer an militärischen oder strategisch wichtigen Orten sowie auf See veröffentlicht werden, auch keine Bilder von Abfangmaßnahmen oder Angaben zu Orten, an denen Trümmer niedergingen.
Man habe „absolut kein Interesse, dem Feind Geschenke zu machen“, hieß es in der Anweisung. Im Zweifelsfall seien Berichte oder Bilder vor der Veröffentlichung dem Zensor vorzulegen.
Zudem macht die Armee Journalisten Formulierungsvorschläge. „Veröffentlichen Sie keine Berichte über Raketen, die ihr Ziel verfehlt haben oder auf dem Flugweg abgestürzt sind. Geben Sie stattdessen an, dass sie ‚ihr Ziel nicht erreicht haben‘“, heißt es beispielsweise in den Anweisungen.
