Stromausfall in Reutlingen: Verdacht auf Brandstiftung


Fahrzeug der Polizei vor dem Umspannwerk in Reutlingen bei Tag und blauem Himmel

Nach dem Brand in einem Umspannwerk sind in Reutlingen noch Tausende Haushalte ohne Strom. Ermittler prüfen Hinweise auf mögliche Brandstiftung.

08.06.2026 | 0:23 min


In Reutlingen hat es als Folge eines Brands einen großflächigen Stromausfall gegeben. Auch mehrere umliegende Gemeinden waren davon betroffen, wie die Stadt mitteilte.

Der Vorfall wirft Fragen nach gezielter Sabotage auf: Nach Angaben des Netzbetreibers gibt es Hinweise auf Brandstiftung in einem Umspannwerk. Es seien drei Brandstellen gefunden worden, außerdem seien der Zaun und das Gelände vor der Anlage beschädigt, sagte ein Sprecher von Netze BW.

Bestätigt ist ein Anschlag bislang jedoch nicht. Die Polizei ermittelt. Auch das Landeskriminalamt Baden-Württemberg ist eingebunden.

7.600 Haushalte weiter ohne Strom

Nach dpa-Informationen entstand durch den Brand und den Stromausfall ein Schaden von mehreren Millionen Euro. Noch ist unklar, wann wieder alle Haushalte in Reutlingen mit Strom versorgt werden.

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Mit Milliardeninvestitionen will die Regierung Schutzräume, Technik und Versorgung für den Ernstfall ausbauen. Ziel ist eine bessere Reaktion auf Anschläge, Kriege und Katastrophen.

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„Eine belastbare Prognose zur vollständigen Wiederherstellung der Stromversorgung ist derzeit noch nicht möglich“, teilte die Stadt auf ihrer Internetseite mit. Aktuell seien noch rund 7.600 Haushalte ohne Strom. Die Innenstadt und das Krankenhaus würden wieder versorgt.

Umspannwerk fiel infolge eines Feuers aus

Nach Angaben von Netze BW waren insgesamt 20.000 Kunden betroffen. Demnach war das Umspannwerk Reutlingen-West gegen 1:45 Uhr infolge eines Feuers ausgefallen. Fünfeinhalb Stunden später war etwa die Hälfte der betroffenen Kunden der Fairnetz GmbH, des Strom- und Gasnetzbetreibers in der Region Reutlingen, wieder versorgt.

Die beiden Energieunternehmen teilen sich den Angaben zufolge das Umspannwerk. Dem Sprecher zufolge leistet Netze BW beim Wiederaufbau der Stromversorgung Amtshilfe.

Hilfsorganisationen bereiten sich auf längeren Einsatz vor

Nach dem Vorfall sind auch Helfer des Deutschen Roten Kreuzes und des Malteser-Hilfsdienstes im Einsatz. Um wegen der Auswirkungen des Stromausfalls besser zu helfen, arbeite ein Einsatzstab im Zentrum für Bevölkerungsschutz in Pfullingen, teilte die Stadt Reutlingen mit. Ein leitender Notarzt unterstütze vor Ort.

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„Die Hilfsorganisationen bereiten sich für eine längere Einsatzdauer, die Betreuung von zahlreichen Hilfsbedürftigen sowie die Versorgung von Patienten vor“, teilte die Stadt Reutlingen mit. Insgesamt seien bereits mehr als 50 Helferinnen und Helfer im Einsatz. Es habe bereits mehrere Einsätze für die ehrenamtlichen Helfer gegeben.

Vorfall erinnert an Brandanschläge in Berlin

Der Vorfall erinnert an zwei mutmaßlich linksextremistische Brandanschläge auf die Stromversorgung in Berlin. Nach dem Anschlag am 9. September 2025 auf zwei Strommasten waren zeitweise rund 50.000 Privathaushalte und rund 2.000 Gewerbebetriebe vom Stromausfall betroffen. Der Ausfall dauerte rund 60 Stunden, erst am Nachmittag des 11. September waren wieder alle Haushalte am Netz.

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Nach dem Anschlag auf die zentrale Stromversorgung versank der Berliner Südwesten Anfang Januar im Blackout. Was lief schief im Krisenmanagement der Hauptstadt?

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Beim zweiten Anschlag am 3. Januar wurden fünf Hoch- und zehn Mittelspannungskabel auf einer Kabelbrücke zerstört. Erst am 7. Januar und damit nach rund 100 Stunden war die Stromversorgung wieder für alle Betroffenen hergestellt. Damals herrschte eisige Kälte und es lag Schnee – und der Stromausfall sorgte auch dafür, dass viele Zentralheizungen nicht mehr liefen. Tausende Berliner flüchteten zu Freunden, Bekannten und in Hotels.

In der Hauptstadt läuft seit den beiden Anschlägen eine intensive Debatte über mehr Sicherheit für die Stromversorgung.

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Quelle: dpa



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