Vereinigte Arabische Emirate wollen OPEC verlassen


Ein Mann steht beim Ölhafen von Fudschaira.

Stand: 28.04.2026 • 16:12 Uhr

Die Vereinigten Arabischen Emirate treten zum 1. Mai aus der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) aus. Hinter dem Schritt werden vor allem Konflikte mit anderen Staaten in der Region vermutet.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben ihren Austritt aus der Ölallianz OPEC und dem erweiterten Verbund OPEC+ erklärt. Der Schritt werde am 1. Mai erfolgen, berichteten staatliche Medien. Hintergrund sei eine gründliche Abwägung auch mit Blick auf die anhaltenden „Störungen im Persischen Golf und der Straße von Hormus“, heißt es in einer Erklärung. Die USA und Israel hatten Ende Februar Iran angegriffen. Seitdem ist die besonders für die Ölwirtschaft wichtige Straße von Hormus teilweise komplett blockiert.

Dem Austritt war scharfe Kritik der VAE an anderen arabischen Staaten vorausgegangen. Die VAE hatten anderen Staaten in der Region vorgeworfen, das Land nicht ausreichend vor den zahlreichen iranischen Angriffen im Zuge des Krieges am Golf zu schützen.

Die Entscheidung ist ein schwerer Schlag für die verbleibenden OPEC-Länder und deren De-facto-Anführer Saudi-Arabien – zumal der Krieg gegen Iran bereits einen historischen Energieschock ausgelöst und die Weltwirtschaft verunsichert hat. Der Energieminister der VAE, Suhail Mohamed al-Masrui, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Entscheidung sei nach einer sorgfältigen Prüfung der Energiestrategien getroffen worden. Auf die Frage, ob sich sein Land mit Saudi-Arabien abgestimmt habe, erklärte er, das Thema sei mit keinem anderen Staat besprochen worden.

Trump ist OPEC ein Dorn im Auge

Der überraschende Verlust des langjährigen Mitglieds droht die OPEC zu schwächen, die trotz interner Meinungsverschiedenheiten über Geopolitik oder Förderquoten meist um ein geschlossenes Auftreten bemüht war. Für US-Präsident Donald Trump ist der Austritt der VAE ein großer Erfolg. Er hatte der OPEC vorgeworfen, den Rest der Welt durch künstlich überhöhte Ölpreise „auszunehmen“.

Zur OPEC gehörten bislang zwölf Staaten: Neben den Emiraten und Saudi-Arabien etwa Iran, der Irak, Kuwait, Libyen und Venezuela. Russland, der Oman und Brasilien gehören zum erweiterten Kooperationsverbund OPEC+. Die Mitglieder der OPEC stimmen untereinander ab, wie viel Erdöl sie fördern – mit diesen Quoten nehmen sie erheblichen Einfluss auf den weltweiten Ölpreis.

Die OPEC hat ohne die Emirate einen deutlich geringeren Einfluss auf die weltweiten Ölmärkte. Mit dem Austritt eines der größten Produzenten fällt es der Organisation schwerer, Energiepreise zu kontrollieren und nach Möglichkeit stabil zu halten.

Bevor der Krieg im Nahen und Mittleren Osten die Fördermengen einbrechen ließ, wurde in den Emiraten im März noch 3,4 Millionen Barrel Öl (je 159 Liter) pro Tag gepumpt – mehr als 16 Prozent der gesamten OPEC-Produktion. Anfang 2019 hatte der regionale Nachbar Katar die OPEC bereits verlassen mit der Begründung, als weltweit führender Gasexporteur gebe es keinen Grund mehr für eine Mitgliedschaft.

Mit Informationen von Moritz Behrendt, ARD Kairo



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