Nordkorea will laut Kims Schwester Atommacht bleiben
Kim Yo Jong erklärte den Status ihres Landes als Atommacht für nicht verhandelbar. Er sei eine „unumkehrbare Realität – unabhängig davon, ob andere ihn anerkennen oder nicht“, teilte die 38-Jährige Schwester von Machthaber Kim Jong Un über die staatliche Nachrichtenagentur KCNA mit. Nordkorea werde „keinerlei Drohungen hinnehmen“.
Feindliche Kräfte sollten ihre „Tagträume von einer Denuklearisierung aufgeben“, sagte Kim Yo Jong weiter. Damit erteilte sie diplomatischen Bemühungen um eine nukleare Abrüstung Nordkoreas eine klare Absage.
Zudem wies sie US-Behauptungen als falsch zurück, wonach der chinesische Präsident Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump bei einem Gipfeltreffen im Mai das Ziel der Denuklearisierung bestätigt hätten.
Enge Vertraute ihres Bruders
Erst am Freitag hatte ein Sprecher des US-Außenministeriums gegenüber der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap gesagt, die Vereinigten Staaten blieben offen für einen Dialog mit Nordkorea „ohne Vorbedingungen“ und hielten „weiterhin an dem Ziel einer vollständigen Denuklearisierung Nordkoreas fest“.
Kim Yo Jong zählt zu den engsten Vertrauten ihres Bruders. Sie gilt zudem als eines der wichtigsten Gesichter in der Außenpolitik des abgeschotteten Landes.
Ihre jüngsten Aussagen können als Teil einer Machtdemonstration gewertet werden. Erst am vergangenen Sonntag hatte Kim Jong Un beim Besuch einer Munitionsfabrik angeordnet, die Raketenproduktionskapazität in den nächsten fünf Jahren um das 2,5-fache zu erhöhen, wie die südkoreanische Agentur Yonhap berichtete. Anfang der Woche stellte Nordkorea dann eine neue Fabrik zur Herstellung von Nuklearmaterial vor, wo Kim eine „massive“ Erweiterung des Atomwaffenarsenals des Landes forderte.
Erster Besuch Xis seit sieben Jahren
Die Äußerungen Kim Yo Jongs erfolgten kurz vor einem Besuch von Chinas Staatschef Xi Jinping in Nordkorea. Staatsmedien zufolge reist Xi am Montag nach Nordkorea und bleibt bis Dienstag. Es ist seine erste Reise nach Pjöngjang seit sieben Jahren.
China ist Nordkoreas wichtigster Handelspartner und unterstützt das Land diplomatisch, wirtschaftlich und politisch. Im April hatte bereits Chinas Außenminister Wang Yi Nordkorea besucht. Dabei kündigte er an, dass Peking „den Dialog und die praktische Zusammenarbeit auf allen Ebenen verbessern“ wolle.
Der UN-Sicherheitsrat hatte wegen Nordkoreas Atomwaffen- und Raketenprogramms zahlreiche Sanktionen gegen das Land verhängt. Pjöngjang treibt seine nuklearen Bestrebungen dennoch weiter voran. 2023 verankerte Nordkorea seinen Status als Atommacht auch in der Verfassung. Zuletzt hatte Pjöngjang mit neuen Waffentests weltweit Besorgnis ausgelöst.
gri/pgr (afp, dpa, rtr)
