Späte Anstoßzeiten könnten Gastro-Umsatz schmälern
Die Fußball-WM soll in mehreren Städten der USA stattfinden, große Begeisterung ist bislang aber kaum spürbar. Teure Tickets, weite Reisen und politische Debatten sorgen für Zurückhaltung.
21.05.2026 | 1:37 min
Die späten Anstoßzeiten vieler Spiele der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft könnten Kneipen, Bars und Biergärten in Deutschland erheblich zusetzen. Das zeigt eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für die Deutsche Presse-Agentur.
„Die WM 2026 wird der Gastronomie und dem Handel in Deutschland ein kleines Umsatzplus bescheren“, so IW-Ökonom Marc Scheufen.
Die späten Anstoßzeiten dämpfen den wirtschaftlichen Effekt jedoch deutlich.
Marc Scheufen, Institut der deutschen Wirtschaft
Der Gastronomie könnte die WM laut Scheufen rund 67,4 Millionen Euro zusätzliche Einnahmen bescheren. „Wären alle Spiele um 19 Uhr angesetzt, läge dieser Wert bei knapp 103 Millionen Euro.“
Die USA sind heute Abend Testspielgegner der DFB-Elf und bereiten sich auf die Fußball-WM vor. Für Fans bleiben lange Wege, hohe Preise und politische Spannungen ein Thema.
06.06.2026 | 1:28 min
WM 2026: Bis zu neun Stunden Zeitverschiebung
Scheufen erwartet, dass mehr Menschen die Spiele im heimischen Wohnzimmer verfolgen als bei früheren Turnieren. Grundlage der Berechnung ist ein Achtelfinalausscheiden der deutschen Nationalmannschaft.
Die Fußball-WM findet ab dem 11. Juni in den USA, Kanada und Mexiko statt. Die Zeitverschiebung beträgt sechs bis neun Stunden. Mehr als die Hälfte der Partien beginnt nach Mitternacht (MESZ), einige erst um 4 Uhr oder später.
Nur etwa vier Prozent der potenziellen Zuschauer der Deutschland-Spiele dürften laut Scheufen Begegnungen verfolgen, die sich über Mitternacht hinziehen oder erst danach beginnen. Je nach Gegner dürften 18 bis 26 Millionen Menschen die Partien zu Hause oder in der Gastronomie schauen.
Die Fußball-WM in Mexiko, Kanada und den USA steht vor der Tür – und irgendwie wird gefühlt mehr über Politik diskutiert als über Aufstellungen und Taktik?
05.06.2026 | 12:41 min
WM: Studie rechnet mit 400 Millionen Euro Umsatz
Bei der WM in Katar 2022 sei die Zahl wegen Boykottaufrufen mit 9 bis 17 Millionen erheblich niedriger gewesen, bei der WM 2014 in Brasilien mit 26 bis 35 Millionen höher.
Insgesamt erwartet das IW durch die WM einen Mehrumsatz von rund 400 Millionen Euro für die deutsche Wirtschaft – verteilt auf Gastronomie, Lebensmitteleinzelhandel, den Verkauf von Fanartikeln und Elektronikprodukten wie Fernseher oder Beamer sowie Werbe- und Sponsoringerlöse.
Sollte die DFB-Elf ins WM-Finale einziehen, dürften die Erlöse deutlich größer ausfallen, so Experte Scheufen. Auf das Bruttoinlandsprodukt habe die WM aber kaum Auswirkung. Vergleichbare Daten zu früheren Turnieren sind laut IW nicht bekannt.
Im Zoo von Guadalajara in Mexiko läuft die WM-Prognose über ein Fress-Orakel. Eine Reihe an Tieren soll durch ihre Nahrungsauswahl die Spielergebnisse vorhersagen.
06.06.2026 | 1:06 min
Gastronomie: Je weiter Deutschland bei WM, desto besser
Die Erwartungen seien im Vergleich zur Europameisterschaft 2024 im eigenen Land deutlich zurückhaltender, sagt Thorsten Hellwig vom Hotellerie- und Gastronomieverband Dehoga in NRW. Vor allem Vorrundenpartien unter der Woche dürften wegen der Zeitverschiebung kaum für hohe Gästezahlen sorgen. Offen sei, ob der weitgehende Verzicht auf großes Public Viewing sich positiv auswirke.
Gute Erinnerungen hat Hellwig an die WM 2014 in Brasilien, als Deutschland Weltmeister wurde. Damals starteten wegen der Zeitverschiebung etliche Spiele erst um 22 Uhr MESZ oder später. Das Turnier sei für die Branche trotzdem erfolgreich verlaufen. „Je weiter die Nationalmannschaft kommt, desto besser für die Gastronomie.“
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Quelle: dpa
Über die Fußballweltmeisterschaft berichtet das ZDF in mehreren Sendungen, unter anderem bei den heute-Nachrichten am 06.06.2026 ab 19:00 Uhr.
