Dax-Aufstieg: Hochtief schafft den Sprung in den Leitindex
Börse
Dax-Aufstieg: Hochtief schafft den Sprung in den Leitindex
Hochtief schafft den Sprung in den Dax – die VW-Beteiligungsgesellschaft Porsche SE dagegen rutscht eine Stufe tiefer. Und Lufthansa muss weiter auf die Rückkehr warten
Der Essener Baukonzern Hochtief steigt zum ersten Mal in den deutschen Leitindex Dax auf. Das Unternehmen verdrängt dort zum 22. Juni den Volkswagen-Großaktionär Porsche SE, der in den Nebenwerteindex MDax absteigt, wie die Deutsche-Börse-Tochter ISS Stoxx am Mittwoch im schweizerischen Zug mitteilte. Der Aufstieg von Hochtief war erwartet worden, als Abstiegskandidat galt statt der Porsche SE lange auch der Online-Modehändler Zalando, der nun jedoch im Dax bleibt.
ISS Stoxx überprüft die Indizes der Dax-Familie (Dax, MDax, SDax und TecDax) vierteljährlich. In Kraft treten die aktuellen Änderungen am 22. Juni. Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes real nachbilden. Dort muss dann entsprechend umgeschichtet und umgewichtet werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann.
Hochtief profitiert vor allem in den USA massiv vom Bau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI). Der Aktienkurs hat sich binnen eines Jahres fast verdreifacht. Ein Börsenwert von mehr als 38 Mrd. Euro reicht für den Dax, auch wenn nur 22,5 Prozent der Hochtief-Aktien im Streubesitz sind. Der Rest liegt in den Händen des spanischen Bau- und Infrastrukturriesen ACS.
In der für den Dax-Einzug relevanten Mai-Rangliste liegt die Hochtief-Aktie auf Platz 32, der ihr nach der „Fast Entry“-Regel den Aufstieg ermöglicht. Für die Lufthansa auf Platz 34 reichte es erneut knapp nicht, sie hätte Rang 33 gebraucht, um nach sechs Jahren in den Dax zurückzukehren. Die Porsche SE stürzte auf Platz 51 ab und lag damit einen Rang hinter Zalando.
Drei Neulinge im MDax
Im MDax gibt es neben der Porsche SE drei weitere Neulinge – die alle mit der Halbleiter-Industrie zu tun haben: Der auf die Halbleiterbranche spezialisierte Anlagenbauer Suss Microtec steigt ebenso aus dem SDax auf wie der Chip-Entwickler Elmos Semiconductor und Siltronic, ein Hersteller von Wafern (Siliziumscheiben) zur Halbleiter-Produktion. Elmos und Siltronic profitierten davon, dass sich der Streubesitz der Aktien durch Paketverkäufe der Großaktionäre vergrößert hat. Das Trio ersetzt im MDax den Arzneimittel-Versender Redcare Pharmacy („Shop Apotheke“), den Außenwerber Ströer und den Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich.
Die drei steigen in den SDax ab, der zudem vier Aufsteiger aufnimmt und damit sieben neue Mitglieder bekommt. Während LPKF Laser und Basler Rückkehrer sind, bekommt der Kleinwerteindex auch Zuwachs von zwei Börsenneulingen: Der Rüstungszulieferer Vincorion und der österreichische Kupfer-Spezialist Asta Energy Solutions waren erst in diesem Jahr an die Frankfurter Börse gegangen.

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Aus dem SDax heraus fallen vier Werte, darunter zwei bekannte Namen: Der Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund und der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1, dessen Aktien inzwischen zu mehr als drei Vierteln der italienischen MFE-Mediaforeurope gehören. Den Aufsteigern weichen müssen auch Adesso und die schwedische Verve Group.
rtr/dpa/kb
