Ex-Regierungschefs schmieden Allianz gegen Netanjahu


Der konservative Politiker Naftali Bennett und der linke Oppositionsführer Jair Lapid haben den Zusammenschluss ihrer Parteien Bennett 2026 und Jesch Atid angekündigt. „Heute Abend tun wir uns zusammen und gründen die Partei Bejahad (Zusammen)“, verkündete Bennett am Sonntag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Lapid.

Bennett soll das Bündnis führen

„Bennett ist ein Politiker der Rechten, aber ein ehrlicher, und zwischen uns gibt es Vertrauen“, sagte Lapid bei der Pressekonferenz. Bennett werde das Bündnis führen, teilte dessen Büro mit. Dieser Schritt solle den Block einen, interne Spaltungen beenden und alle Bemühungen auf den Sieg bei den entscheidenden Wahlen konzentrieren, erklärte Lapid. Damit solle Israel in ​die ‌Zukunft geführt werden.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei einer Zeremonie in Yad Vashem anlässlich des Holocaust-Gedenktags am 14. April
Schon sehr lange auf der politischen Bühne: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (Archivfoto)Bild: Ohad Zwigenberg/AP Photo/picture alliance

Bennett und Lapid sind beide scharfe Kritiker Benjamin Netanjahus. Sie hatten den Regierungschef nach der Wahl im Jahr 2021 aus dem Amt gedrängt und damit dessen zwölfjährige Regierungszeit beendet. Ihre damalige Koalition zerbrach jedoch nach 18 Monaten. Netanjahu feierte im November 2022 ein Comeback und bildete die heutige rechtsnationale Regierung. Der Angriff der palästinensischen Terrororganisation Hamas auf den Süden Israels im Oktober 2023 hat den Ruf Netanjahus als Garant der Sicherheit jedoch beschädigt.

Netanjahu erneut Spitzenkandidat

In Israel muss bis spätestens Ende Oktober die nächste Parlamentswahl stattfinden. Laut Meinungsumfragen ist Bennett der chancenreichste Kandidat gegen Netanjahu. Netanjahu will erneut als Spitzenkandidat seiner rechten Likud-Partei antreten. Doch seit dem Hamas-Terrorüberfall sind Netanjahus Beliebtheitswerte Umfragen zufolge gesunken. Noch ist unklar, ob die rechtsreligiöse Regierung des Premiers bei der Wahl nochmals eine Mehrheit erreichen kann. 

pg/se/pgr (dpa, afp, rtr)

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