In Deutschland leben mehr Menschen in Armut
Laut dem Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbands leben in Deutschland so viele Menschen in Armut wie seit 2020 nicht mehr. Demnach waren 13,3 Millionen Menschen in 2025 von Armut betroffen.
02.06.2026 | 0:24 min
Die Zahl der in Armut lebenden Menschen in Deutschland steigt einer neuen Untersuchung zufolge. Rund 13,3 Millionen Menschen seien 2025 von Armut betroffen gewesen, die Armutsquote steige damit auf 16,1 Prozent, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Armutsbericht des Paritätische Gesamtverbands. Der jährliche Bericht des Verbands stützt sich auf Daten des Statistischen Bundesamts.
Ein Überblick über die wichtigsten Zahlen.
Arme Menschen in Deutschland: Zahl wieder angestiegen
Als einkommensarm definiert der Verband Menschen, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben, wobei auch Sozialleistungen einbezogen werden.
Das heißt, ihr Einkommen reicht nicht aus, um in angemessener Weise an der Gesellschaft teilhaben zu können.
Der Paritätische Gesamtverband
Zuletzt lag diese Armutsschwelle für Alleinlebende bei 1.445 Euro Nettoeinkommen im Monat, für eine Familie mit zwei kleinen Kindern bei 3.035 Euro. Nach einem leichten Rückgang in den vergangenen Jahren stieg der Anteil armer Menschen 2024 auf 2025 um 0,6 Prozentpunkte auf 16,1 Prozent der Bevölkerung.
So viele Menschen sind von Armut betroffen
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Insbesondere ältere Frauen von Armut betroffen
Blickt man auf geschlechtsspezifische Unterschiede, zeigt sich: Besonders bei den 18- bis 25-Jährigen sowie in der Altersgruppe ab 65 sind Frauen laut Statistik stärker von Armut betroffen als Männer. Dabei ist laut dem Paritätischen zu berücksichtigen, dass die Armut auf Basis des Haushaltseinkommens berechnet wird. „In Paarhaushalten (…) werden Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern dadurch statistisch nivelliert, da beide gemeinsam als arm oder nicht arm gelten“, sagt der Verband.
Unterschiede zwischen den Geschlechtern werden daher besonders in den Altersgruppen deutlich, in denen Frauen eher allein oder nicht als Paar leben. „Dies ist insbesondere im höheren Alter der Fall, etwa durch Verwitwung, sowie in jüngeren Lebensphasen“, so der Verband.
Welche Unterschiede gab es 2025 es bei Alter und Geschlecht?
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Starke Unterschiede auch zwischen den Bundesländern
Auch regional driftete Deutschland 2025 sozial weiter auseinander: In Bayern war laut dem Paritätischen etwa jeder Achte von Armut betroffen, in Sachsen-Anhalt bereits mehr als jeder Fünfte und in Bremen sogar mehr als jeder Vierte. Armut sei damit „längst auch eine Frage des Wohnortes“, teilt der Verband mit.
Welche Bundesländer sind am stärksten betroffen?
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Armut trifft vor allem Nichterwerbstätige
Schaut man auf die Sozialstruktur der armen Menschen in Deutschland, zeigt sich, dass vor allem jene von Armut betroffen sind, die nicht regulär erwerbstätig sind. Dazu zählen etwa Kinder unter 16 Jahren, Personen in Ausbildung, pflegende Angehörige oder Menschen in Elternzeit. Armut nur als Problem von Arbeitslosen, Alleinerziehenden oder Menschen mit geringer Bildung zu sehen, „greift zu kurz und wird der Realität nicht gerecht“, sagt der Paritätische.
Erwerbsstatus der von Armut Betroffenen
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Joachim Rock vom Paritätischen sprach angesichts der Zahlen von einer „krisenhaften Situation“ und warnte die Bundesregierung vor Einschnitten bei Sozialleistungen. Zusätzliche Einsparungen würden die Krise verschärfen, sagte Rock im Deutschlandfunk. Es sei besorgniserregend, dass die Armutsquote im zweiten Jahr in Folge erheblich gestiegen sei.
Grafiken von Marie Ahlers.
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Quelle: dpa, KNA, AFP
Über dieses Thema berichtete heute Xpress am 02.06.2026 um 12:01 Uhr.
