Prozess in Baden-Württemberg: Bandendiebstahl bei Ikea: Gericht verhängt Bewährungsstrafen

Waren im Wert von rund 130.000 Euro verschwanden aus der Freiburger Ikea-Filiale. Das Gericht verurteilt fünf Angeklagte zu Bewährungsstrafen – die mutmaßliche Drahtzieherin fehlt vorerst.
Über Jahre hinweg hat eine Bande Möbel, Lampen und andere Gegenstände aus der Freiburger Filiale der Möbelhauskette Ikea gestohlen. Fünf geständige Angeklagte im Alter von 26 bis 46 Jahren hat das Amtsgericht Freiburg nun zu Bewährungsstrafen zwischen einem Jahr und vier Monaten sowie zwei Jahren verurteilt. Das Verfahren gegen die mutmaßliche Drahtzieherin – eine ehemalige Ikea-Kassiererin – wurde abgetrennt, weil die Frau nach Auskunft ihres Anwalts mehrere Wochen krankgeschrieben ist.
Verständigung zu Geständnis
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Vorausgegangen war eine Verständigung zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Dabei einigten sich die Seiten auf einen Strafrahmen, wenn die Angeklagten Geständnisse ablegen.
Die Staatsanwaltschaft hatte den Angeklagten unter anderem schweren Bandendiebstahl vorgeworfen. Von 2019 bis 2023 haben sie den Angaben nach Waren im Wert von rund 130.000 Euro aus der Ikea-Filiale gestohlen.
Die damalige Kassiererin soll Bekannte, Freunde und Verwandte mit Waren an ihrer Kasse vorbeigelassen haben, ohne diese einzuscannen oder abzukassieren. Die entwendeten Waren haben die Angeklagten den Ermittlungen zufolge größtenteils behalten oder online weiterverkauft.
In einigen Fällen soll die Kassiererin zudem Belege regulär zahlender Kunden einbehalten haben. Damit konnten Komplizen die darauf verzeichneten Artikel zusammensuchen und anschließend gegen Erstattung zurückgeben.
Ikea äußerte sich auf Anfrage nicht zu dem Fall. Das Einrichtungshaus hatte schon früher Verdacht geschöpft und zwischenzeitlich Privatdetektive auf die damalige Kassiererin angesetzt, wie vor Gericht deutlich wurde.
dpa
