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Schah-Sohn Pahlavi kritisiert Bundesregierung

Der iranische Oppositionspolitiker und letzte noch lebende Schah-Sohn, Reza Pahlavi, hat die Bundesregierung dafür kritisiert, dass sie nicht mit ihm sprechen möchte. Auf der Bundespressekonferenz in Berlin sagte der 65-Jährige: Es sei bedauerlich, dass Regierungsbehörden, die unter Druck stünden, weil sie die Erpressungsversuche der Regimekräfte – etwa durch Geiselnahmen oder andere Bedenken – berücksichtigen müssten, nicht offen seien für einen Dialog mit den Menschen, die die Stimmen des Volkes repräsentierten. „Ich bin nicht hier, um für mich selbst zu werben“, so Pahlavi.

Die europäischen Regierungen sollten nach den Worten Pahlavis aufhören, die Führung in Teheran zu beschwichtigen oder mit ihr zu verhandeln. Es dürfe nichts legitimiert werden, das den Staatsapparat an der Macht halte. Pahlavi rief in der Pressekonferenz mehrfach dazu auf, das klerikale System der Islamischen Republik zu stürzen. „Das Regime ​war nie ​so brüchig wie jetzt“, sagte er. Die Menschen wollten, dass „die Monster“, die Blut an den Händen haben, nicht länger an der Macht blieben. Es gebe in dem „Regime“ keine Pragmatiker oder Reformer, sie seien nur „unterschiedliche Gesichter eines Regimes“.

Nach der Pressekonferenz kam es im Freien zu einem Zwischenfall: Pahlavi wurde mit einer roten Flüssigkeit bespritzt. Der Täter wurde zu Boden gebracht und von der Polizei festgenommen, wie die Nachrichtenagentur dpa meldete. Ein Polizeisprecher sagte, dass der Mann zu seiner Identität und seinem Motiv befragt werde. Aus Pahlavis Team hieß es, es sei Tomatensoße gespritzt worden. Pahlavi wurde an Hals und Schulter beschmiert. Er reagierte gelassen auf den Vorfall und winkte anschließend seinen Unterstützern vor dem Gebäude zu.

Pahlavi ist als Privatperson nach Berlin gekommen, wo er politische Gespräche führt. Er wird keine Regierungsmitglieder treffen. Der im US-Exil lebende Schah-Sohn hat sich als Übergangsführer ins Spiel gebracht. Innerhalb der iranischen Opposition bleibt seine Personalie jedoch hochumstritten. Monarchistische Gruppen befürworten Pahlavi als politischen Anführer der Opposition. Andere Oppositionsflügel lehnen eine Rückkehr zur Monarchie oder eine Führungsfigur aus der ehemaligen Herrscherfamilie strikt ab. Kritiker werfen ihm mangelnde demokratische Legitimation vor.

Wie viel Rückhalt Pahlavi im Land tatsächlich hat, ist unklar. Ein Grund dafür ist, dass die iranischen Behörden seit Beginn der militärischen Auseinandersetzung mit Israel und den USA am 28. Februar eine Internetsperre verhängt haben.



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