»Yoshi and the Mysterious Book«: Welches Spiel kann ich mein Kind bedenkenlos zocken lassen?


Dieses Spiel klärt eine Frage, die seit Wochen im Kopf
einiger Eltern herumspukt. Wer nämlich im April mit den Kindern im Kino war, um
den Super Mario Galaxy Film zu
schauen, der fragt sich vielleicht immer noch, warum eigentlich Yoshi, der grüne Dino, mitgespielt hat. Yoshi tauchte einfach auf. Niemand
erklärte so recht, warum er jetzt dabei war, was wenig verwunderte. Yoshi kann
ja auch nicht richtig sprechen.

Spätestens jetzt dürfte es aber vielen aufgehen. Wenige
Wochen nach dem Kinofilm ist Yoshi
and the Mysterious Book
erschienen: ein knuffiges Kinderspiel,
quietschbunt, fantasievoll und ein bisschen psychedelisch. Rein werbetechnisch mag
der Gastauftritt des kleinen Dinos in dem Mario-Film zwar absolut sinnvoll
gewesen sein. Bis auf ein paar altbekannte Charaktere hat das Spiel aber nichts weiter mit
dem Film zu tun. Hier geht es viel mehr um die Erforschung eines magischen
Bilderbuchs mit einem buschigen Schnurrbart, das in einer Märchenonkeltonlage zu
den Spielerinnen und Spielern spricht.

Dass auch Bowser Jr. als gelegentlicher Gegner auftaucht, dass
in der Geschichte verschiedene Yoshis das Buch erforschen und einen Wundervogel
suchen – geschenkt. Die Handlung ist ein Feigenblatt für das, worum es bei Yoshi and the Mysterious Book eigentlich
geht: Man betrachtet ein animiertes Bild im aufgeschlagenen Buch, wählt mit
einer Lupe eine der herumwuselnden Kreaturen aus und beamt sich dann in ein
kurzes Level, um das Wesen interaktiv zu erforschen. Hat man es erkundigt, darf
man ihm sogar einen Namen geben. Die einzelnen Spielstufen sehen nach dem klassischen Hüpfen und Laufen aus, das man auch aus den Mario-Spielen kennt. Der Fokus
liegt allerdings eher auf den kleinen Rätseln statt auf stressigen Geschicklichkeitstests.

Leck nicht an den Seifenblasen

Die Altersfreigabe ab 0 Jahren hat sich das Spiel redlich
verdient. Yoshi kann nicht besiegt werden. Er wird von den meisten Kreaturen,
die seinen Weg kreuzen, nicht einmal attackiert. Dafür kann er ihnen auf den
Kopf springen, aber auch das wird eher nicht als Aggression verstanden. Yoshi
kann sich die Wesen, die ihm begegnen, auch auf seinen Dinorücken setzen, sie herumtragen und
schwungvoll abwerfen. Und er kann alles in den Mund nehmen. Dafür ist er ja
bekannt. In den Mario-Spielen verschluckte Yoshi mit seiner Zunge nahezu alles,
auch Gegner.

In dem Spiel heißt das Buch Enzo, hier werden sämtliche Forschungsergebnisse festgehalten, denen die Kinder einen ausgedachten Namen geben können. © Screenshot Jan Bojaryn/​​Nintendo

Besonders positiv fällt die Spiellogik auf. Wer in diesen
Levels einfach nur von links nach rechts rennt, findet kein Ziel. Durchkommen
reicht nicht. Das ist, gerade im Vergleich zu anderen Kinderspielen, eine
besondere Stärke von Yoshi and the
Mysterious Book
. Es nimmt Kinder etwas ernster und traut ihnen etwas Neues
zu. Das Spiel sieht nur auf den ersten Blick so aus, wie ein herkömmliches
Jump’n’Run. Vor allem müssen Kinder immer wieder von Neuem überlegen und
einiges ausprobieren, um am Ende weiterzukommen. Erst wenn sie ein bestimmtes
Rätsel oder Herausforderung überwinden, gilt das Level als gelöst.

Einige Versuche führen zu lustigen Missgeschicken, andere zu
Aha-Effekten. Yoshi kann mit Seifenblasen nach oben schweben, aber in den Mund
nehmen mag er die froschgrünen Seifenblasenspucker nicht. Jede solche Erkenntnis wird mit Punkten und einem anerkennenden Kommentar
gewürdigt.



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