Wal-Transport steht an – so soll es mit Timmy weitergehen
Der gestrandete Buckelwal hat sich über Nacht kaum bewegt, atmet aber weiterhin. „Bis Montag soll eine 110 Meter lange Furche gebaggert werden“, so ZDF-Reporterin Anja Kapinos.
23.04.2026 | 1:35 min
Der Lastkahn für den Abtransport des Buckelwals Timmy ist im Nord-Ostsee-Kanal unterwegs. Das Schiff soll den festsitzenden Wal vor der Insel Poel samt Wasser aufnehmen und dann durch einen Schlepper gezogen Richtung Nordsee transportieren.
Im stählernen Aquarium Richtung Nordsee
Der für den Transport des rund zwölf Meter langen Buckelwals vorgesehene Lastkahn sollte nach Angaben aus dem Team der Initiative Sonntagnacht oder Montagfrüh ankommen. Größere Umbauarbeiten an dem Lastkahn stehen nach Aussage des beteiligten Tauchunternehmers Fred Babbel nicht mehr an. Das sei zuvor schon in einer Werft passiert.
Die haben dort Tag und Nacht gearbeitet.
Fred Babbel, Tauchunternehmer
Der Walbulle soll in eine Art stählernes Aquarium gesperrt werden und darin tagelang bis in die mehr als 400 Kilometer entfernte Nordsee oder sogar in den Atlantik transportiert werden. Der Transport soll frühestens am Dienstag anstehen.
Die private Rettungsaktion von Buckelwal „Timmy“ gestaltet sich nach wie vor schwierig. Der Wal war am Montagmorgen zunächst weitergeschwommen, nun sitzt er aber an anderer Stelle fest.
20.04.2026 | 1:10 min
Tierärztin: Buckelwal Timmy hat deutlich abgenommen
Man wolle Blut abnehmen, Wasser verabreichen, womöglich auch Nahrungsergänzungsmittel und Vitamine, sagte die an der Privatinitiative zum Transport des Wals beteiligte Kleintierärztin Kirsten Tönnies.
Das nach anfänglichen Schätzungen zwölf Tonnen schwere Tier habe deutlich abgenommen, werde von der Initiative aber weiter als transportfähig eingestuft, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Backhaus (SPD).
Er wird von heute auf morgen jedenfalls nicht sterben.
Till Backhaus (SPD), Umweltminister Mecklenburg-Vorpommern
Das Team hat nach Aussage eines Mitglieds am Sonntag auch ins Maul des Wals geschaut. Demnach befindet sich zumindest augenscheinlich kein Netz in den Barten des Wals.
Update zur Wal-Rettung vor Poel: Umweltminister Backhaus informierte am Dienstag über neue Entwicklungen beim Rettungsversuch des gestrandeten Tieres.
21.04.2026 | 22:59 min
Wal soll durch 100 Meter lange Rinne auf Kahn schwimmen
Das Go für das neue Vorhaben der Initiative war von Umweltminister Backhaus (SPD) am Samstag verkündet worden. Das Konzept werde geduldet – die Verantwortung liege weiterhin bei der Initiative.
Vor Poel werde noch die Zufahrt vom Wal bis in die tiefere Fahrrinne verbreitert, sagte Tauchunternehmer Babbel am Sonntagvormittag. „Wir sind da noch beim Arbeiten, beim Spülen, Saugen.“ Der Wal soll durch eine mehr als hundert Meter weit gebaggerte Rinne auf den Kahn schwimmen.
Für ein Wildtier ist das schon ziemlich komfortabel im Rahmen unserer Möglichkeiten.
Kirsten Tönnies, Kleintierärztin
Der gestrandete Buckelwal hat sich über Nacht kaum bewegt, atmet aber weiterhin. Experten halten eine Rettung für aussichtslos und warnen vor zusätzlichem Stress für das geschwächte Tier.
23.04.2026 | 2:35 min
Tracker versagt unter Wasser – Lösung gesucht
Ein bereits befestigter Tracker soll später seine weitere Position zeigen. Allerdings gibt es dabei ein gravierendes Problem: Der Tracker funktioniere nicht unter Wasser, sagte Umweltminister Backhaus.
Sollte der Wal also abtauchen oder ertrinkend auf den Grund sinken, wäre er wohl nicht mehr zu erfassen. An einer neuen Lösung werde gearbeitet, so der Minister.
Quelle: dpa
Über dieses Thema berichteten verschiedene Sendungen, etwa das heute journal update am 25.04.2026 ab 00:15 Uhr und das ZDF-Mittagsmagazin am 24.04.2026 ab 12:00 Uhr.
