Attentate auf US-Präsidenten und Kandidaten


2024: Donald Trump

Ein 20-Jähriger hat den damaligen Präsidentschaftskandidaten während einer Wahlkampfveranstaltung in Butler im US-Bundesstaat Pennsylvania am 13. Juli angeschossen. Ein Projektil streifte ihn am Ohr, aber verletzte ihn nicht schwer. Ein Zuschauer kam jedoch bei dem Vorfall ums Leben. In US-Medienberichten hieß es, der Verdächtige, der am Ort des Geschehens getötet wurde, sei ein Republikaner, obwohl er auch einmal an die Demokraten gespendet habe. Über genauere Motive des Täters ist kaum etwas bekannt. Der Angriff wurde offiziell als „Attentatsversuch“ behandelt. 

USA - Trump in Butler / Donald Trump mit Sicherheitsbeamten, er reckt unter der US-Flagge nach dem Attentat die Faust, auf seinem Gesicht ist Blut zu erkennen
Donald Trump wurde beim Attentat in Butler am Ohr verletzt – Möglichkeit zu einer ikonischen GesteBild: Evan Vucci/AP/dpa/picture alliance

Zwei Monate später ⁠wurde ein bewaffneter ​Mann auf Donald Trumps Golfplatz in Florida festgenommen. Der Secret Service hatte zuvor auf den Mann geschossen, der sich mit einem Gewehr in den Büschen versteckt hatte. Dieser feuerte aber selbst keine Kugel ab – stattdessen floh er, konnte wenig später jedoch aufgegriffen werden und wurde schließlich angeklagt. 

Der bereits vorbestrafte Mann hatte Trump nach eigenen Angaben im Jahr 2016 selbst noch gewählt, sei aber enttäuscht über Trumps Politik. In seinem Prozess nannte er Trump einen „Pavian“ und einen „Idioten“. Der zum Tatzeitpunkt 58-Jährige wurde wegen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt und wegen weiterer Delikte zusätzlich zu weiteren 84 Monaten. 

1981: Ronald Reagan

US-Präsident Ronald Reagan an seinem Schreibtisch
Ronald Reagan setzte nach dem Attentat seine Präsidentschaft fort und wurde später wieder gewähltBild: dpa/picture-alliance

Ein Einzeltäter schoss auf Ronald Reagan, als er das Hilton Hotel in Washington verließ, nachdem er dort eine Rede gehalten hatte. Der Schütze, John Hinckley, schoss aus der Menge, die sich um Reagans Limousine versammelt hatte. Hinckley war damals 25 und litt an einer akuten Psychose. Er glaubte, wenn er Reagan erschieße, würde ihm die Schauspielerin Jodie Foster ihre Aufmerksamkeit schenken. 1982 wurde er aufgrund seiner Krankheit für schuldunfähig erklärt und in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen.

Reagan brachte beinahe zwei Wochen im Krankenhaus zu, nachdem eine der Kugeln, die Hinckley abfeuerte, von der Limousine des Präsidenten abprallte und ihn traf. Sie streifte eine Rippe und verpasste nur knapp sein Herz. Nach diesem Attentatsversuch gingen seine Zustimmungswerte in der Bevölkerung in die Höhe.

Einige andere Personen, darunter der Pressesprecher des Weißen Hauses, James Brady, wurden verletzt. Brady war seitdem behindert und auch sein Tod im Jahr 2014 wurde auf das Attentat zurückgeführt.

Ab 2022 stand Hinckley nicht mehr unter psychiatrischer Aufsicht und versuchte, sich eine Karriere als Maler und Sänger aufzubauen. Doch sein Name wird noch immer mit dem Attentat in Verbindung gebracht und einige seiner Konzerte wurden abgesagt. „Ich weiß, dass ich wegen einer Gewalttat bekannt bin,“ erklärte Hinckley gegenüber dem Newssender WTNH in Connecticut Anfang dieses Jahres. „Aber ich bin heute ein vollkommen anderer Mensch als 1981. Ich stehe jetzt für den Frieden.“

1975: Gerald Ford

Gerald Ford spricht in ein Mikrofon
War gleich zweimal Opfer eines Attentats: Gerald FordBild: Bildagentur-online/picture alliance

Innerhalb von nur 17 Tagen versuchten gleich zwei Frauen bei verschiedenen Gelegenheiten, den ehemaligen US-Präsidenten Gerald Ford zu töten. Die beiden waren die einzigen weiblichen Attentäter, die jemals versuchten, einen US-Präsidenten zu ermorden.

Das erste Attentat fand duch Lynette „Squeaky“ Fromme statt, einem Mitglied der berüchtigten Charles Manson Family. Fromme zog am 5. September eine Waffe und richtete sie auf Ford, der in Sacramento, Kalifornien, spazieren ging. Sie wurde sofort von Beamten des Sicherheitsdienstes niedergrungen und ihre Waffe ging nicht los. Fromme wollte offenbar mit Ford über die Bedrohung der Redwood Tannen sprechen und erhoffte sich außerdem, Charles Manson zu beeindrucken, von dem sie besessen war.

2009 wurde Fromme aus dem Gefängnis entlassen.

Das zweite Attentat fand am 22. September durch Sarah Jane Moore vor einem Hotel in San Francisco statt. Auch Moore versuchte auf Ford zu schießen und erklärte, sie wollte damit eine gewaltsame Revolution in den USA auslösen. Doch ihr erster Schuss verfehlte das Ziel und der zweite Versuch wurde von einem Passanten verhindert.

Moore verbrachte den größten Teil ihres Lebens im Gefängnis und erklärte, als sie mit 77 nach 32 Jahren entlassen wurde, sie sei „durch ihre radikalen politischen Ansichten verblendet gewesen.“

1972: George Wallace

George Wallace war Gouverneur von Alabama und warb bei einer Veranstaltung in einem Einkaufszentrum in Maryland für seine Präsidentschaftskandidatur bei den Demokraten, als Arthur Bremer fünf mal auf ihn schoss.

Wallace war bekannt für seinen Rassismus und Populismus, er trat auch für die „Rassentrennung“ ein. Während seiner Rede hatte er davon gesprochen, dass weiße Amerikaner „vergessen“ würden. Nach der Rede schoss Bremer auf Wallace. Seit dem Attentatsversuch war Wallace von der Taille abwärts gelähmt.

Bremer hatte ein drastisches und von Gewalt geprägtes Tagebuch geschrieben, in dem es um seinen Wunsch ging, entweder Wallace oder Nixon zu töten. Sein Motiv war offenbar der Ruhm, den ihm ein solcher Mord bringen würde. 2007 wurde er aus dem Gefängnis entlassen.

Wallace blieb in der Politik aktiv und bat am Ende schwarze Amerikaner um Vergebung für die Zwietracht, die er gesät hatte.

1968: Robert Kennedy

USA Washington DC | US-Justizminister Robert Kennedy
Robert Kennedys Tod kam nur wenige Monate nach der Ermordung von Martin Luther KingBild: JT Vintage/Glasshouse/ZUMA Press Wire/picture alliance

Im Wahlkampf für die Präsidentschaftsnominierung der Demokraten wurde Robert Kennedy im Ambassador Hotel in Los Angeles, Kalifornien, am 5. Juni von drei Schüssen durch Sirhan Sirhan getroffen und starb am darauffolgenden Tag. Im Ballsaal, wo die Schüsse fielen, wurde Sirhan von mehreren Personen überwältigt. Fünf weitere Personen wurden bei dem Ereignis verletzt, aber alle erholten sich wieder.

Der Anschlag hatte großen Einfluss auf den Wahlkampf und fand nur zwei Monate nach dem Tod des Bürgerrechtlers Martin Luther King statt, was die politischen Unruhen der späten 60er Jahre noch verschärfte.

Sirhan, ein Palästinenser, sagte, der Konflikt im Nahen Osten habe ihn dazu gebracht, auf Kennedy zu schießen, vor allem wegen Kennedys Unterstützung für Israel und seinem Wahlkampf-Versprechen, im Falle seiner Wahl Israel 50 Kampfjets zu liefern. Der Attentäter wurde am 17. April 1969 zum Tode in der Gaskammer verurteilt. Die Strafe wurde später in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt.

1963: John F. Kennedy

Präsident John F. Kennedy und seine Frau Jacqueline in einem offenen Cabrio
Um das Attentat von John F. Kennedy ranken sich immer noch viele VerschwörungsgeschichtenBild: Photoshot/picture alliance

Präsident Kennedy wurde in Dallas, Texas von Lee Harvey Oswald erschossen, während er am 22. November mit seiner Frau Jacqueline in einem offenen Wagen fuhr. Man brachte ihn umgehend ins Parkland Memorial Hospital, in dem er starb.

Kurz nach dem Attentat verhaftete die Polizei Lee Harvey Oswald. Die Warren-Kommission, die den Anschlag untersuchte, kam 1964 zu dem Schluss, dass Oswald, ein früherer Elitesoldat, der in der Sowjetunion gelebt hatte, alleine gehandelt hatte.

Oswald beteuerte bei seiner Verhaftung seine Unschuld, er sei ein Sündenbock und nur verhaftet worden, weil er in der Sowjetunion gelebt habe.

Zwei Tage nach dem Mord an John F. Kennedy wurde Oswald von Jack Ruby erschossen, einem Nachtclubbesitzer aus Dallas, während er vom Polizeibüro zum Gefängnis gebracht werden sollte.

Das Attentat auf Kennedy führte zu einer Flut von Verschwörungstheorien und wird bis heute diskutiert.

Frühere Attentate

Kennedy war der vierte US-Präsident, der einem Attentat zum Opfer fiel und der letzte, der im Amt starb. Die drei anderen waren Abraham Lincoln (1865), James Garfield (1881) und William McKinley (1901). 

USA Washington D.C. 1865 | Attentat auf US-Präsident Abraham Lincoln - Foto zeigt Zeichnung von 1865: Präsident Abraham Lincoln wird während des Besuchs einer Aufführung im Fords Theatre in seiner Loge erschossen.
Das Attentat auf US-Präsident Abraham Lincoln: Der Schauspieler John Wilkes Booth schießt aus nächster NäheBild: dpa/picture alliance

Lincoln wurde während einer Theateraufführung angeschossen und erlitt tödliche Kopfverletzungen. Bei dem Attentäter und seinen Mitverschwörern handelte es sich um eine Gruppe von Sympathisanten der Südstaaten im Bürgerkrieg. Der Täter wurde bei seiner Verhaftung erschossen, die anderen Verschwörer nach ihrer Verurteilung hingerichtet.

James Garfield starb knapp drei Monate nach einer Schussverletzung, die er bei einem Attentat in einem Bahnhof erlitt. Der Täter galt als psychisch labil sowie wütend und enttäuscht, weil er nach seinem unbedeutenden Wahlkampfeinsatz nicht zu einem hohen Posten kam. Er wurde erst für geistesgestört befunden, vor Gericht aber dann als zurechnungs- und schuldfähig – er wurde hingerichtet. Später zeigten Untersuchungen schwere Hirnschädigungen bei ihm.

William McKinley starb ebenfalls an den Folgen einer Schussverletzung. Acht Tage nach dem Attentat auf ihn beim Besuch einer Austellung erlag er seinen Verletzungen. Der geständige Attentäter war bekennender Anarchist und wurde hingerichtet.

Im Jahr 1912 wurde Präsidentschaftskandidat Theodore Roosevelt bei einer Wahlkampfveranstaltung mit einem Schuss verletzt. Teddy Roosevelt war zuvor von 1901 bis 1909 der 26. US-Präsident. Der deutschstämmige Attentäter litt unter Wahnvorstellungen und verbrachte 31 Jahre bis zu seinem Tod in Haft.

Der Beitrag von 2024 wurde 2026 aktualisiert und ergänzt.



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