Wenige Produkte für gesündere Haut


Verschiedene Hautpflegeprodukte im Bad.

Auf Social Media boomt das Thema Hautpflege, oft entsteht dabei der Eindruck: Mehr ist mehr. Doch braucht die Haut wirklich so viele Produkte – oder ist weniger am Ende sogar besser?

07.05.2026 | 5:59 min


Wer durch soziale Netzwerke scrollt, stößt schnell auf aufwendige Pflegeroutinen mit Tonern, Säuren, Seren und Masken. Vor allem auf TikTok und Instagram wurden mehrstufige Skincare-Routinen mit möglichst vielen Wirkstoffen zum Ideal. Doch genau daraus ist ein Gegentrend entstanden: Skinimalism.

Der Begriff steht für eine minimalistische Hautpflege mit wenigen, gezielt ausgewählten Produkten. Im Mittelpunkt stehen nicht Perfektion und makellose Haut, sondern eine stabile Hautbarriere und langfristige Hautgesundheit.

Eine Frau steht vor einem großen Spiegel. Sie hat beide Hände sanft an ihre Wangen gelegt, als würde sie den Moment der Betrachtung intensiv spüren.

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Zu viele Wirkstoffe können Hautbarriere schwächen

Dermatologin Magdalena Erdmann-Keding sieht häufig Patientinnen und Patienten, die zu viele Produkte gleichzeitig nutzen. „Viel zu viele Wirkstoffe werden auf einmal aufgetragen – das führt oft dazu, dass die Hautbarriere geschwächt wird.“ Die Folge seien Entzündungen, Trockenheit und Rötungen.

Man kann auf jeden Fall sagen, dass weniger mehr ist bei der Skincare.

Dr. Magdalena Erdmann-Keding, Dermatologin

Vor allem in den sozialen Netzwerken verbreiten sich neue Pflegetrends schnell. Produkte mit aktiven Wirkstoffen wie Retinol, Fruchtsäuren oder hoch dosiertem Vitamin C werden oft als unverzichtbar dargestellt. Dermatologen warnen jedoch davor, mehrere dieser Wirkstoffe gleichzeitig ohne medizinische Notwendigkeit zu verwenden.

Eine Frau hält einen Handspiegel und betrachtet ihr Spiegelbild.

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Für wen Skinimalism sinnvoll ist

Von Skinimalism können besonders Menschen mit empfindlicher, trockener oder gereizter Haut profitieren. Auch bei Rosacea, Neurodermitis oder einer geschwächten Hautbarriere kann eine vereinfachte Routine helfen. Wer zu Akne neigt, reagiert häufig ebenfalls empfindlich auf zu viele Peelings oder starke Wirkstoffe.

Nicht sinnvoll dagegen ist ein radikaler Verzicht bei behandlungsbedürftigen Hautproblemen wie starker Akne, Melasma (Pigmentstörung) oder entzündlichen Hauterkrankungen. Hier sollte die Pflege immer mit einer dermatologischen Behandlung abgestimmt werden.

Basispflege in drei Schritten

Was die Haut braucht, besteht in der Regel nur aus drei Schritten: sanfte Reinigung, Feuchtigkeitspflege und täglicher Sonnenschutz. Bei der Reinigung reicht meist ein mildes Waschgel oder eine Reinigungslotion ohne aggressive Duftstoffe oder Alkohol. Morgens genügt bei trockener Haut oft sogar Wasser. Für die Pflege empfehlen Fachleute eher eine einfache Creme als mehrere Seren gleichzeitig. Entscheidend sind Inhaltsstoffe wie Glycerin, Ceramide oder Hyaluronsäure – nicht der Preis.

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Auch beim Sonnenschutz gilt: Teuer ist nicht automatisch besser. Wichtig ist ein Breitbandschutz mit mindestens Lichtschutzfaktor 30, viele Dermatologen empfehlen im Alltag eher Lichtschutzfaktor 50. Er schützt vor vorzeitiger Hautalterung, Pigmentflecken und vor Hautkrebs.

Das Wichtigste ist, Sonnenschutz zu verwenden.

Dr. Magdalena Erdmann-Keding, Dermatologin

Wann Skinimalism an Grenzen stößt

Skinimalism bedeutet nicht, alles wegzulassen. Wer auf notwendige Pflege oder medizinisch sinnvolle Wirkstoffe verzichtet, kann Hautprobleme sogar verschlimmern. Warnsignale sind Brennen, Spannungsgefühle, anhaltende Rötungen oder plötzlich mehr Unreinheiten. Dann ist die Pflegeroutine nicht unbedingt zu minimal, aber falsch abgestimmt.

So gelingt der Einstieg

Dermatologen raten, Produkte nicht radikal abzusetzen, sondern schrittweise zu reduzieren. Bei gleichzeitiger Verwendung mehrerer Peelings, verschiedener Säuren oder doppelter Seren können diese zuerst gestrichen werden.

Veränderungen brauchen Zeit: Der natürliche Hautregenerationszyklus dauert etwa 28 Tage. „Nach ein bis zwei Wochen wirkt die Haut oft ausgeglichener, nach drei bis vier Wochen zeigen sich meist weniger Unreinheiten“, erklärt Dermatologin Erdmann-Keding. Skinimalism ist kein Verzichtstrend, sondern eine Rückkehr zur Basis – nach dem Motto: Hautpflege soll unterstützen – nicht überfordern.

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung „Volle Kanne“ am 07.05.2026 ab 09:05 Uhr.



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