Ukraine soll ab 2027 erste schwedische „Gripen“-Jets erhalten


Zwei Gripen-Kampfjets sind am Himmel zu sehen.

Stand: 28.05.2026 • 17:35 Uhr

Bei einem Besuch des ukrainischen Präsidenten Selenskyj in Schweden haben beide Länder die Lieferung von Kampfflugzeugen vereinbart. Kiew will 20 moderne „Gripen“-Jets kaufen, Schweden spendet 16 ältere Modelle.

Die Ukraine soll im kommenden Jahr die ersten „Gripen“-Kampfjets erhalten. Das teilte der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson nach einem Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit. Die Ukraine wolle 2,5 Milliarden Euro aus einem EU-Darlehen zum Kauf von bis zu 20 „Gripen“-Kampfflugzeugen der neuesten Bauart bereitstellen, teilte die schwedische Regierung mit.

Stockholm werde seinerseits Kiew 16 Modelle der älteren Baureihe C überlassen. Die 16 gespendeten Flugzeuge würden Anfang 2027 ausgeliefert, sagte Kristersson. Er sprach von einer „historischen Entscheidung für Schweden“, die auch die Luftverteidigung der Ukraine erheblich stärke.

Grundsatzabkommen über 150 Kampfflugzeuge

Ab 2030 sollen Kristersson zufolge die Auslieferung von „Gripen“-Kampfjets der neuesten Generation E erfolgen. Schweden hatte bereits 2024 „Gripen“-Jets liefern wollen. Diese Pläne gerieten aber ins Stocken, weil die andere Alliierte F16-Kampfjets für wichtiger hielten.

Die Modellreihe E der „Gripen“ ist größer und schwerer als die C-Variante. Zudem hat sie eine größere Reichweite, eine moderne Avionik und kann mehr Waffen mitführen.

Beide Länder hatten im Oktober 2025 ein Grundsatzabkommen geschlossen, wonach die Ukraine 100 bis 150 „Gripen“ kaufen könnte. Selenskyj sagte nun bei der Pressekonferenz, die Ukraine hoffe, die Finanzierung sichern und alle 150 Flugzeuge kaufen zu können.

Schweden ist ein wichtiger Unterstützter der Ukraine und leistete seit Beginn des Krieges Militärhilfe im Umfang von umgerechnet rund zwölf Milliarden Euro. Das skandinavische Land war der NATO nach Beginn der groß angelegten russischen Invasion der Ukraine beigetreten.

EU will ersten Teil des Kredits auszahlen

Das ukrainische Parlament ratifizierte derweil ein Kreditabkommen mit der EU über 90 Milliarden Euro. Dafür stimmten 298 Abgeordnete, notwendig gewesen wären mindestens 226 Stimmen.

Die EU will Mitte Juni die erste Tranche des Kredits auszahlen. Wenn alles „nach Plan“ verlaufe, werde Brüssel dann 3,2 Milliarden Euro des Finanzhilfeprogramms auszahlen, sagte EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis. Bei dem Geld handelt es sich um den Teil des Darlehens, mit dem die Ukraine ihren Haushalt stabilisieren will.

Die EU hatte den Kredit im vergangenen Monat endgültig gebilligt, nachdem Ungarn sein monatelanges Veto zurückgezogen und damit die Entlastung des ukrainischen Haushalts ermöglicht hatte.



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